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So wollen Jäger Rehkitze vor den Mähmessern bewahren

Naturschützer, Jäger und Bauern in Oberfranken wollen die Tiere schützen - 06.06.2015 06:00 Uhr

Wenn der Bauer mit der Mäh-Maschine kommt, sind die kleinen Rehkitze meist chancenlos. © Christian Deisenrieder


Ralph Faltenbacher hat die Facebook-Initiative „Pegnitz schützt die Kitze“ ins Leben gerufen. Vor dem Mähen haben Freiwillige Wiesen abgesucht. Das Ergebnis: Sechs Rehkitze konnten vor dem grausamen Tod bewahrt werden.

In einem Kulmbacher Stadtteil starben kürzlich drei Kitze, weil bei den Mäharbeiten nicht aufgepasst wurde. Dem dritten Kitz gab eine Tierärztin den Gnadentod: Es war schwer verletzt im Gras liegen geblieben. Der Mann auf der Mähmaschine hatte sich nicht um die Tiere gekümmert.

Die 36 Jahre alte Daniela Kerling trommelt ebenfalls über Facebook: „Kitzrettung Fichtelgebirge“ hat sie ihre Seite genannt. Gemeinsam mit Tierärzten und Jägern will sie den Landwirten helfen, die Wiesen abzusuchen, um Todesfälle zu verhindern. Auch Landwirt Hermann Grampp und der stellvertretende Jagdberater des Landkreises Kulmbach, Harald Höhn, sind betroffen. „Uns schockt die Gleichgültigkeit. Aber es sind immer nur wenige schwarze Schafe“, sagt Grampp.

Jagdberater Höhn kennt mehrere Methoden, wie er die Rehkitze und jungen Hasen rechtzeitig vor der Mahd aus den Wiesen bekommt. Persönlich geht er mit seinem Hund durch gefährdete Wiesen, in denen sich Jungtiere verstecken könnten.

Am Abend vor der Mahd steckt Harald Höhn oft auch Stecken mit weißen Säcken in die Wiesen, die gemäht werden sollen. Die Rehgeißen führen ihre Kitze dann aus den Wiesen heraus. Ein weiterer Trick, den Lothar Sagerer verrät, der Vorsitzende der Jagdverband-Gruppe Neumarkt: Der Landwirt mäht seine Flächen von innen nach außen und lässt dem Wild eine Fluchtmöglichkeit.

Der Bayerische Jagdverband beschreibt diese Arbeitsweise genau unter www.jagd-bayern.de

SONNY ADAM UND RURIK SCHNACKIG

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