Kostenloser Kunstbummel

Sonderaktion: Mit Freikarten in die Nürnberger Kunsthalle

6.6.2021, 06:00 Uhr
Nach monatelanger Zwangspause wieder geöffnet: die Nürnberger Kunsthalle in der Lorenzer Straße am Marientor. 

Nach monatelanger Zwangspause wieder geöffnet: die Nürnberger Kunsthalle in der Lorenzer Straße am Marientor.  © NNZ

Monatelang war die Kunsthalle am Marientor geschlossen - wie alle Museen und Ausstellungshäuser. Auch die aktuelle Sonderschau, die unter dem Titel "Streets, Fashion, Nudes, Still Lifes" der Künstlerin Barbara Probst gewidmet ist und ideal zum laufenden Fotofestival passt, lag im Dornröschenschlaf. Jetzt aber ist sie endlich zugänglich - und das über die ursprünglich vorgesehene Dauer hinaus bis September. "Ein Besuch lohnt sich wirklich", verspricht Klaus Stadler, der Vorsitzende des Kunsthallen-Freundeskreises "Contemporaries".

Zur Wiederöffnung will der Verein möglichst auch Menschen den Besuch schmackhaft machen, die sich sonst nicht so für Kunst begeistern. Dazu stellt er 250 kostenlose Tickets zur Verfügung. Um Warteschlangen oder gar ein Gedränge zu vermeiden, müssen die Freikarten vorab telefonisch (Tel. 0911/231-3289) reserviert werden - nur während der Öffnungszeiten und solange der Vorrat reicht. Die Besucher in spe müssen sich dabei auch für ein bestimmtes Zeitfenster ("Time-Slot") anmelden, denn spontane Ausflüge zur Kunst sind nur bedingt möglich. Zur Wahl stehen: 10 bis 12.30 Uhr; 12.30 bis 15 Uhr und 15 bis 18 Uhr, jeweils von Dienstag bis Sonntag.

Gründung in Krisensituation

Der Förderverein betreibt freilich auch ein wenig Marketing in eigener Sache. Denn mit der Aktion feiert er auch sich selbst, genauer gesagt sein 25-jähriges Bestehen. Zu der Gründung war es 1996 in einer Situation akuter Bedrohung für die Einrichtung gekommen. "Damals stand der Fortbestand der Kunsthalle Nürnberg auf der kommunalpolitischen Kippe", erinnert Stadler.

Der Kreis von Freunden moderner Kunst stärkte dem Haus und den für die Arbeit Verantwortlichen den Rücken und beteiligte sich unter anderem an Einrichtungsinvestitionen, an Publikationen und der Unterstützung von Ausstellungsvorhaben. Zuletzt finanzierte er elf Tablets für die kunstpädagogische Arbeit. Inzwischen wurde das Haus umfassend saniert und vor knapp zwei Jahren wiedereröffnet.

Die Probst-Ausstellung bietet eine eindrucksvolle Auswahl aus der aktuell rund 160 Arbeiten umfassenden Werkreihe der Exposures, beginnend mit der ersten Arbeit, die 2000 auf einem New Yorker Hochhausdach entstanden ist. Die jüngsten Werke hat sich Probst im Frühjahr 2020 während des Shutdowns in New York ausgedacht: Straßen und Plätze sind verwaist, das hyperaktive Treiben der beschleunigten Wirtschaftswelt ist zum Erliegen gekommen. Immer spielt sie mit der Kombination verschiedener Blickwinkel und willkürlich anmutenden Ausschnitten; manche Szene könnte einem mysteriösen Krimi entnommen sein.

Vielfältiges Programm

Die 1967 gegründete Kunsthalle Nürnberg hat den Auftrag, deutsche und internationale Gegenwartskunst durch Ausstellungen, begleitende Kataloge und Veranstaltungen in Nürnberg vorzustellen. Sie bereichert das kulturelle Leben der Stadt und der Region durch ein vielfältiges internationales Programm. Es spannt den Bogen von herausragenden künstlerischen Einzelpositionen wie jetzt mit Barbara Probst über stilbildende Entwicklungen seit den 1960er-Jahren bis zu Gruppenausstellungen zu aktuellen Themen.

1 Kommentar