19°

Montag, 13.07.2020

|

Spielen erlaubt, Zugang verboten: Club-Skater sind außen vor

Weil die Profi-Fußballer trainieren, dürfen die Athleten nicht auf ihr Gelände - 30.05.2020 17:29 Uhr

"Die einzelnen Abteilungen sind eigentlich brüderlich und schwesterlich nebeneinander aufgestellt - aber nun sieht es so aus, als entscheidet allein König Fußball." Beim Club ist die Stimmung nicht nur mit Blick auf die Zweitliga-Fußball schlecht. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink


Gerade für Kinder, die in Vereinen aktiv sind, ist eine gewisse körperliche Auslastung selbstverständlich. Eltern atmeten also auf, als bekannt wurde, dass der Einzelsport wieder möglich ist. Auch Luisas (Name geändert) Vater war froh, da seine Teenager-Tochter ihr Speedskating, also das schnelle dahingleiten auf Inline-Skates, im Verein schmerzlich vermisst hatte.

Zunächst mal sahen er und weitere Eltern auch keinen Grund, weshalb das nicht klappen sollte. Die Sportart ist schließlich kontaktlos und wenn die Läufer sich nicht gegenseitig zu Fall bringen wollen, gehört hier der Abstand ohnehin immer dazu. Darüber hinaus hat der Verein seit kurzem eine neu gestaltete Rundbahn, direkt hinter dem Funktionsgebäude des FCN - abgegrenzt und gesichert durch einen hohen Zaun. Die Vorstandschaft erarbeitete ein Hygienekonzept, Verbände und Sportservice Nürnberg unterstützten mit Handlungsempfehlungen. Alles gut.

Profis sollen Saison zu Ende spielen

Doch nichts kam für die Skaterfreunde ins Rollen. Und das liegt allein an der Lage des Geländes. Denn die Anhänger des Inline- und Rollschuhsportes müssten, um auf ihr Territorium zu kommen, an den trainierenden Spielern des 1. FC Nürnberg vorbeilaufen - und das ist ihnen nicht erlaubt. "Die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH beabsichtigt in einem Sonderspielbetrieb die verbleibenden Saisonspiele der Saison 2019/2020 der Bundesliga und 2. Bundesliga fertig zu spielen", heißt es in einem 40-seitigen Informationshandbuch des DFL.

"Aber nun sieht es so aus, als entscheidet allein König Fußball"

Auf diese Auflagen verweist um Verständnis bittend Club-Sprecher Christian Bönig. "Mit dem Profi-Trakt soll es keine Berührungen geben“, meint er - und betont, dass daher ja auch die jüngeren Spieler des Nachwuchsleistungszentrums noch nicht wieder aktiv sind. Für die Frustration, die sich nun bei den Roll-Sportlern breit macht, habe er Verständnis. "Gespräche laufen", sagt Bönig, "wir wollen spätestens nach den Pfingstferien den Betrieb ermöglichen - vielleicht auch schon eher." Wie das Konzept dann aussehen soll, ob die Skater durch einen weiteren Zaun gelenkt werden oder ob man sich mit den Trainingszeiten so arrangiert, dass es keine Begegnungen mehr geben soll, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. "Die Trainingszeiten unterscheiden sich sowieso schon", sagt ein Mitglied - und mit Hilfe eines einfachen Zaunes könne jegliches Risiko vermieden werden. Für etliche Mitglieder bleibt ein Beigeschmack: "Die einzelnen Abteilungen sind eigentlich brüderlich und schwesterlich nebeneinander aufgestellt - aber nun sieht es so aus, als entscheidet allein König Fußball", ärgert sich ein weiteres Mitglied.

"Sonst wäre ich schon sehr enttäuscht"

Um Vereinsfrieden bemüht ist die Grit Stottok. Die Leiterin der Abteilung Roll- und Eissport bestätigt, dass zwischen den Vorständen Gespräche laufen und man um eine Lösung bemüht ist, eigentlich habe man ein gutes Verhältnis. "Ärgerlich ist es halt, weil wir passende Bedingungen haben und nun an so einer scheinbaren Kleinigkeit wie dem Zutritt scheitern." Sie hofft nun - wenn die Lockerungen weiterhin Bestand haben - auf eine schnelle Lösung, damit die über 50 aktiven Mitglieder nicht länger das Nachsehen haben. "Wir können eben auch schlecht auf eine andere Fläche wie einen Parkplatz oder so ausweichen." Nach den Pfingstferien wäre es auch aus ihrer Sicht an der Zeit, dass die Skater wieder auf ihr Gelände dürfen: "Sonst wäre ich schon sehr enttäuscht", sagt sie.

Bilderstrecke zum Thema

Von Wuhan in die Welt: Die Chronik der Corona-Pandemie

Anfang Dezember 2019 ging es in China los - eine unbekannte Lungenentzündung stellt die Ärzte vor Rätsel. Mitte März ruft Bayern den Katastrophenfall aus - was ist in der Zwischenscheit geschehen? Ein Überblick.


Rurik Schnackig Lokales

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg