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Startschuss für Ausbau des Autobahnkreuzes Nürnberg-Ost

16 Hektar Wald müssen für die Maßnahme gerodet werden - 07.12.2019 05:58 Uhr

Zum offiziellen Auftakt der Bauarbeiten ließen sie die Erde fliegen. Von links: Ministerpräsident Markus Söder, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU), Reinhard Pirner von der Autobahndirektion Nordbayern, FDP-Bundestagsabgeordnete Katja Hessel und Nürnbergs Bürgermeister Christian Vogel (SPD). © Foto: André Ammer


Die Geräuschkulisse im Hintergrund hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck. Während die Ehrengäste beim offiziellen Startschuss für den Ausbau des Autobahnkreuzes Nürnberg-Ost zu ihren symbolischen Werkzeugen greifen, donnert in etwa 30 Metern Entfernung ein Lkw nach dem anderen am Schauplatz des Spatenstichs vorbei.

Jetzt gehen die Arbeiten zum Ausbau des Autobahnkreuzes Nürnberg-Ost so richtig los, und unter anderem Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigt sich davon überzeugt, dass auch in Zeiten des Klimawandels kein Weg an der 118 Millionen Euro teuren Baumaßnahme vorbeiführt.

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Lange hatte die A6 nur untergeordnete Bedeutung. Bis 1973 endete sie noch in Schwabach, erst 1979 war sie durchgängig bis Heilbronn ausgebaut. Die Lkw-Kolonnen rollten aber erst in den 1990ern mit dem Ende des Eisernen Vorhang, seitdem nimmt der Verkehr stetig zu.


An diesem Nadelöhr direkt neben dem Nürnberger Stadtteil Fischbach kreuzen sich mit der A6 und der A9 zwei der wichtigsten Autobahnen Deutschlands, wie Reinhard Pirner, Präsident der Autobahndirektion Nordbayern, in seiner Begrüßung erklärt. Aufgrund der stetig zunehmenden Verkehrszahlen sei dieser Knotenpunkt stark überlastet und mittlerweile ein Unfallhäufungspunkt.


Kreuz Nürnberg-Ost wird für Pendler zur Geduldsprobe


"Sind in diesen Zeiten solche Neubauten überhaupt noch notwendig? Noch zeitgemäß?", fragt Söder rhetorisch und liefert die Antwort gleich mit: Bayern brauche intelligent vernetzte Verkehrskonzepte, mit denen nicht nur der öffentliche Personennahverkehr, sondern auch der Individualverkehr gestärkt werde.

Wald wird wieder aufgeforstet

"Die gesamte Baumaßnahme dient im Wesentlichen dazu, den Verkehr sicherer, flüssiger und damit am Ende auch ein Stück weit besser für die Anwohner und die Umwelt zu machen", erklärt der Ministerpräsident. Es blute einem natürlich das Herz angesichts der 16 Hektar Wald, die dafür gerodet werden müssen, aber genau die gleiche Fläche werde auch wieder aufgeforstet.

"Wir sind keine Betonfetischisten", betont Söder, während sein CSU-Parteifreund, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, auch auf die internationale Bedeutung von A 6 und A 9 hinweist. Hier rolle der Verkehr aus Berlin und München, aus Frankreich und Tschechien, und die Beseitigung dieses Flaschenhalses helfe dem Transitverkehr – und den Menschen vor Ort, die nun schneller zur Arbeit und nach Hause kommen.

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Sechsspurig und legendär: Das ist die A9 in Bildern

Wie kennen sie aus den Verkehrsnachrichten oder von der Fahrt nach Berlin. Sie war täglich in den Schlagzeilen, als 1989 die Mauer fiel. Nach der Wende wurde sie als Projekt Deutsche Einheit sechsspurig ausgebaut. Die A9 ist mit 530 Kilometern eine der längsten deutschen Fernstraßen - die Geschichte eines Fernwegs in Bildern.


"Wir denken verkehrsmittel- und verkehrsträgerübergreifend", beteuert Scheuer, der laut eigener Aussage pünktlich mit dem ICE aus Berlin gekommen sei und unter anderem am Nürnberger Hafen einen millionenschweren Förderbescheid für den Ausbau des dortigen Container-Terminals übergeben habe.


Umbau am Kreuz Nürnberg-Ost gestartet


Im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen ist der Umbau des Autobahnkreuzes in der höchsten Dringlichkeitsstufe, dem "Vordringlichen Bedarf – Engpassbeseitigung", enthalten. Geprägt wird das Projekt, für das eine Strecke von 3,7 Kilometern ausgebaut wird und das Ende 2024 abgeschlossen sein soll, von einer 600 Meter langen Brücke, einem sogenannten Overfly. Laut Scheuer ein wahres "Ingenieurs-Prunkstück".

André Ammer

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