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Stromtrasse durch Katzwang: Parteien fordern "Aus" für bisherige Planung

CSU, SPD und Grüne in Nürnberg legen Resolution vor - 20.04.2021 17:56 Uhr

Anfang April demonstrierten Bürger in Katzwang gegen die geplante Aufrüstung der Stromleitung direkt an der Wohnbebauung.

03.04.2021 © Günther Wilhelm


Seit der Netzübertragungsbetreiber Tennet seine detaillierten Pläne zum Ausbau einer rund 160 Kilometer langen Wechselstromtrasse quer durch die Region öffentlich gemacht hat, laufen die Bürger Sturm. Statt mit einer Spannung von bisher 220 Kilovolt soll Strom künftig mit 380 Kilovolt zwischen den Umspannwerken Raitersaich im Landkreis Fürth und Ludersheim im Nürnberger Land nach Altheim im Landkreis Landshut fließen.

Im Nürnberger Süden zwischen Wolkersdorf und Wendelstein waren verschiedene Varianten im Gespräch, neben der bestehenden Trasse wurde vor allem eine Linienführung in weitem Bogen südlich um Katzwang herum diskutiert. Tennet favorisiert aber die Führung auf der Bestandstrasse, die auch durch Katzwang verlaufen soll. Bürgerinitiativen wollen dies verhindern.

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Geplante Stromtrasse: Anwohner protestieren gegen Juraleitung

"Komm, sonst kommt die Stromtrasse zu dir!" Unter diesem Motto hatte die Bürgerinitiative "Rettet das Schwabachtal" zu einem Aktionstag gegen die sogenannte Juraleitung eingeladen. Und trotz des regnerischen Wetters und Urlaubszeit waren mehrere hundert Menschen nach Gustenfelden im Landkreis Roth gekommen, um gegen den geplanten Ersatzneubau der Stromtrasse P53 zu protestieren.


Empörter Brief der Rathauschefs

Oberbürgermeister Marcus König (CSU) hat bereits in einem empörten Schreiben gemeinsam mit seinen Kollegen aus Schwabach, Feucht, Schwarzenbruck und Wendelstein Netzbetreiber Tennet darauf hingewiesen, dass eine weitere Belastung der Bevölkerung nicht hinnehmbar ist.


Bürger haben Angst vor einer elektromagnetischen "Hölle"


Im Nürnberger Stadtplanungsausschuss war man sich jüngst parteiübergreifend einig, dass die Lösung, die Tennet präsentierte, nicht hinnehmbar sei. SPD-Fraktionschef Thorsten Brehm kritisierte die vorgesehene massive Baumrodung und hielt die Nähe zur Wohnbebauung in Katzwang und Kornburg für problematisch. Denn die im Landesentwicklungsplan aufgeführten Mindestabstände von 400 Metern in geschlossenen Ortschaften würden nicht eingehalten.

Stadtrat soll entscheiden

Die bestehende Leitung erläuft bei Wolkersdorf durch den Wald und auch nahe an der Bebauung. Wird sie ertüchtigt, müssen auch Bäume weichen.

08.10.2020 © Günther Wilhelm


Jetzt hat Brehm zusammen mit CSU-Fraktionsvorsitzendem Andreas Krieglstein und Grünen-Fraktionschef Achim Mletzko eine Resolution unterschrieben, die der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch verabschieden soll. Darin spricht sich das Plenum gegen die Planungen aus und fordert Tennet auf, "den Planungsprozess mit alternativen Trassenführungen fortzusetzen".

Zudem wird die bayerische Staatsregierung aufgefordert, im Landesentwicklungsplan verbindliche Mindestabstände zur Wohnbebauung für oberirdische Stromleitungen festzuschreiben und auf Erdverkabelung zu setzen.

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