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Stuttgart-"Tatort": Eine Leiche im Keller

Lannert und Bootz bekommen es mit einer Baugemeinschaft zu tun - 16.01.2021 13:08 Uhr

Wollen sich den Traum vom alternativen gemeinsamen Wohnen erfüllen: Die Mitglieder der "Oase Ostfildern".

27.12.2020


Für den neuen "Tatort" aus Stuttgart braucht man gute Nerven. Aber, nicht weil er so spannend ist. Sondern weil er einen zu permanenten Gruppensitzungen einer esoterisch angehauchten, grunddemokratisch agierenden, breitestes Schwäbisch sprechenden und ausgesprochen diskussionsfreudigen Öko- Truppe verdonnert (die erstmal abstimmt, ob über ein Thema abgestimmt wird).

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"Das ist unser Haus": Der Stuttgarter "Tatort" in Bildern

Bei Arbeiten vor dem Anwesen der Baugemeinschaft Oase Ostfildern kommt eine nicht identifizierbare weibliche Leiche zum Vorschein. Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) werden informiert. In mühevoller Recherchearbeit gelingt es ihnen, die Identität der Toten zu klären. Jetzt gilt es noch herauszufinden, wie die Frau ums Leben kam und wer sie dort auf der Baustelle vergraben hat.


Die neun Aktivisten für alternative Gruppenwohnformen sind Mitglieder der Baugemeinschaft "Oase Ostfildern". Gerade haben sie ihr neues Heim bezogen, als erst die Kellerabdichtung ("war ökologisch, also teuer und schlecht", meint der wenig verwunderte Handwerker) nachgibt und dann eine Leiche am Fundament auftaucht. Weiblich, stark verwest, ein Jahr lang offenbar von niemandem vermisst.

Die Aura reinigen

Das finden die Kommissare Sebastian Bootz (Felix Klahre) und Thorsten Lannert (Richy Müller) schnell heraus. Sehr viel länger dauert es, bis sie belastbare Hinweise auf die Identität der Toten mit den roten Haaren und den grünen Schuhen bekommen. Die "Oasen"-Bewohner versuchen einstweilen, mit Räucherstäbchen die Aura ihres Hauses zu reinigen, ihre Gefühle ob des Leichenfundes wortreich auszutauschen und ihre internen Konflikte in Teerunden in den Griff zu kriegen. Mühsam, in solch einem Umfeld zu ermitteln.

"Ich kann langsam nicht mehr", stöhnt Bootz. Das geht auch dem Zuschauer so. Natürlich ist der ironische Blick auf "die Birgit", den Udo" oder "den Finn" witzig gemeint, aber die Klischee-Kommune kann in der Dauerschleife eben auch gehörig nerven und langweilen. Auch, weil einzelne Rollen von Nicht-Profis besetzt sind. Das führt dazu, dass man bei einem Streitgespräch anfangs glaubt zwei Schauspielern zuzusehen, die ein Rollenspiel von Laien in irgendeinem Selbstfindungskurs darstellen. Die Riege der Darsteller in "Das ist unser Haus" (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD) von Dietrich Brüggemann (Buch und Regie) hält aber auch echte Überraschungen bereit: Eine Nebenrolle ist mit Liedermacher Heinz Rudolf Kunze besetzt.

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