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Symbol für "Welt ohne Atomwaffen": Hersbruck zeigt heute Flagge

Mehr als 7900 Städte gehören dem Netzwerk an - 08.07.2020 12:09 Uhr

Für Hersbruck ist es das erste Mal, dass die grün-weiße Flagge mit der Friedenstaube aufgezogen wird.


Für Hersbruck ist es das erste Mal, dass die grün-weiße Flagge mit der Friedenstaube aufgezogen wird. Ende vergangenen Jahres ist Bürgermeister Robert Ilg für die Stadt Hersbruck dem Netzwerk beigetreten.

Dazu macht er deutlich: "75 Jahre nach den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki hat sich die Hoffnung der Überlebenden, der Hibakusha, nach einer Welt ohne Kernwaffen immer noch nicht erfüllt. Wir, die Bürgermeister für den Frieden, erinnern mit dem Hissen unserer gemeinsamen Flagge an diesen Wunsch. Wir fordern die Atommächte eindringlich dazu auf, ernsthafte Verhandlungen zur Abschaffung der Nuklearwaffen zu führen und dem 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag endlich beizutreten."

Vertrag verlängern

Mit der Aktion setzen sich die Bürgermeister für den Frieden in diesem Jahr für die Verlängerung des New-Start-Vertrages ein. Das von den USA und Russland unterzeichnete Abkommen trat 2011 in Kraft. Es ist die letzte noch gültige Vereinbarung zur Begrenzung von Atomwaffen. Der Vertrag läuft im Februar 2021 aus.

Neben der Forderung nach einer Verlängerung des New-Start-Vertrages appellieren die Mayors for Peace am Flaggentag an die Atommächte, den Atomwaffenverbotsvertrag von 2017 zu unterzeichnen.Aktuell schätzt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri, dass die Atomwaffenstaaten noch immer rund 13 400 Kernwaffen besitzen. Zugleich werden die bestehenden Arsenale modernisiert. Es besteht die Befürchtung, dass eine neue Aufrüstungsspirale droht.

Mehr als 300 Städte

Der Flaggentag der Mayors for Peace, der jedes Jahr am 8. Juli stattfindet, erinnert an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag (das Hauptrechtssprechungsorgan der Vereinten Nationen), das am 8. Juli 1996 veröffentlicht wurde. Das Gutachten stellte fest, dass die Gefahr durch die Verwendung von Nuklearwaffen im Allgemeinen dem Völkerrecht widerspricht. Mittlerweile nehmen mehr als 300 Städte an der deutschlandweiten Aktion der Bürgermeister für den Frieden teil.

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. Mehr als 7900 Städte gehören dem Netzwerk an, darunter mehr als 680 in Deutschland.New-Start ist das letzte bilaterale atomare Abrüstungsabkommen. Es sieht vor, die interkontinentalen Atomwaffen Russlands und der USA auf je 700 Trägersysteme und 100 in Reserve sowie 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu verringern.


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Hersbrucker Zeitung

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