Donnerstag, 24.10.2019

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Tierische Vorführungen: Erster Hohenzollerntag in der Region

Veranstaltungen zur Geschichte eines alten, fränkischen Adelsgeschlechts - 09.10.2019 14:31 Uhr

Interessierte Besucher erhalten zum Beispiel auf der Cadolzburg Einblicke, wie die einstige Herrscherfamilie die Geschicke gerade auch in Franken mitbestimmt hat. © Gunhild Rübekeil


Im Sommer dieses Jahres sorgte das Haus Hohenzollern bundesweit für Schlagzeilen, als Georg Friedrich Prinz von Preußen Besitzansprüche an einstigem Familieneigentum anmeldete und unter anderem vor dem Landgericht Koblenz einen Rechtsstreit um die Burg Rheinfels verlor. Ansonsten aber spielt diese Dynastie keine große Rolle mehr in der öffentlichen Wahrnehmung. Dabei prägte sie wie kaum ein anderes Adelsgeschlecht die deutsche Geschichte.

Greifvögel, Pferde und Flöhe

Auch auf der Cadolzburg wird die erste Auflage des Internationalen Hohenzollerntags groß gefeiert. Unter anderem stehen Greifvogel-Vorführungen auf dem Programm. © Foto: Bayerische Schlösserverwaltung


Am kommenden Samstag soll jedoch interessierten Besuchern bewusst gemacht werden, wie die einstige Herrscherfamilie die Geschicke gerade auch in Franken mitbestimmt hat. "Tierisch was los" lautet das Motto der Veranstaltungsreihe, und das ist nicht nur im übertragenen Sinn gemeint. Dreht sich das Festprogramm eben um allerlei Getier, dass während der Glanzzeiten des Hauses Hohenzollern irgendeine Rolle im Leben der Adeligen und auch der normalen Menschen spielte.

Gleich mit einer ganzen Tiermenagerie fährt man zum Beispiel auf der Cadolzburg im Landkreis Fürth auf, wenn Greifvögel ihre Flugkünste zeigen oder Themenführungen zu Löwe, Adler, Pferd und Floh einen tierischen Blick auf das einstige Burgleben gewähren. Zudem wird die Sonderausstellung "Hatz und Hund, Spruch und Prunst. Fürstliche Jagd im späten Mittelalter" eröffnet.

Als Schweinchen vor Gericht standen

In Neustadt an der Aisch wiederum werden die Besucher beim "12-Uhr-Meckern" ins Jahr 1461 zurückversetzt, als bayerische Truppen die markgräfliche Stadt belagerten und ein Geißbock damals zum Retter der Stadt wurde. Und in Rothenburg ob der Tauber bekommen die Gäste einen spannenden Einblick in jene Zeiten, als manchen Tieren noch der Prozess gemacht wurde. Im örtlichen Kriminalmuseum erfährt man allerhand über Gerichtsverfahren gegen des Mordes beschuldigte Wölfe und Schweinchen und exkommunizierte Delfine und Heuschrecken.

Über das Konzept des nun stattfindenden Hohenzollerntags hat es laut Uta Piereth, Museumskuratorin der Cadolzburg und eine der Initiatorinnen dieser Veranstaltung, "erstaunlich schnell" einen Konsens gegeben. 2015 hatten sich rund 20 Orte, die bis heute von den Hohenzollern geprägt werden, bei einem Treffen in Cadolzburg zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, zwei Jahre später ging eine gemeinsame Homepage online, und inzwischen besteht dieses Netzwerk aus 57 Häusern an 26 verschiedenen Orten.

Geschichte erlebbar machen

"Einige Orte sind auch noch in der Warteschleife", erzählt Piereth bei einem Pressegespräch, bei dem sie besonders auf die zahlreichen Veranstaltungen in der Region einging. Landrat Matthias Dießl (CSU) freut sich besonders darüber, dass sich neben Cadolzburg drei weitere Orte im Landkreis Fürth (Zirndorf, Roßtal und Langenzenn) am Hohenzollerntag beteiligen und dass man hierbei Geschichte nicht nur erlesen, sondern auch erleben könne. Dießl spricht aus eigener Erfahrung: Bei einem Familienausflug auf die Cadolzburg habe er seine sechs und zwei Jahre alten Kinder beinahe nicht mehr aus dem dortigen Burgerlebnismuseum herausgebracht, so fasziniert seien sie von einigen Exponaten gewesen.

Erwachsene Besucher wiederum können sich am Samstag an einigen Veranstaltungsorten auf einen besonderen kulinarischen Genuss freuen. In Roßtal, Zirndorf, Langenzenn und Heilsbronn wird ein extra für diesen Tag gebrautes Festbier, das Hohenzollern-Seidla, ausgeschenkt.

Weitere Details zum Hohenzollerntag unter www.hohenzollern-orte.de 

ANDRÉ AMMER

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