2021 bleibt das Treuchtlinger Freibad zu

29.5.2021, 06:01 Uhr
Für die diesjährige Freibadsaison werden die Sommerfreibecken nicht noch einmal instandgesetzt – Das rechne sich nicht, lautete die einhellige Meinung im Stadtrat.

Für die diesjährige Freibadsaison werden die Sommerfreibecken nicht noch einmal instandgesetzt – Das rechne sich nicht, lautete die einhellige Meinung im Stadtrat. © Foto: Lidia Piechulek

Die Entscheidung ist gefallen: Die Sommerfreibecken erleben im aktuellen Zustand keine letzte Saison mehr. Es wird demnach ein Sommer ohne den klassischen Freibad-Besuch in der Treuchtlinger Altmühltherme werden.

Die kommenden 14 Monaten sollen stattdessen dazu genutzt werden, die bevorstehenden Baumaßnahmen für den Außenbereich umzusetzen. Eine Wiedereröffnung der Sommerfreibecken wäre demnach wohl erst zur Freibadsaison 2023 möglich.

Neben dem verkleinerten Nichtschwimmerbecken (sechseckig) könnten ein Kleinkinderbereich (blauer Punkt) und ein Wasserspielplatz im Freibad der Treuchtlinger Altmühltherme entstehen. Die Liegewiese nördlich der Bürgermeister-Döbler-Allee könnte Parkplätzen weichen.

Neben dem verkleinerten Nichtschwimmerbecken (sechseckig) könnten ein Kleinkinderbereich (blauer Punkt) und ein Wasserspielplatz im Freibad der Treuchtlinger Altmühltherme entstehen. Die Liegewiese nördlich der Bürgermeister-Döbler-Allee könnte Parkplätzen weichen. © Grafik: Altmühltherme

Wenig überraschend hat der Stadtrat dem Empfehlungbeschluss des Werk- und Bäderausschusses somit Folge geleistet. Er stimmte einstimmig gegen eine Öffnung des Freibads in diesem Jahr.

Ein ausgeprägtes Schadensbild

Wie der Leiter der Altmühltherme, Ulrich Schumann, allerdings erklärte, wolle man es den Badegästen des Familien- und Aktivbades zumindest ermöglichen, die Sonnenterrasse und Liegewiese in diesem Sommer weiterhin zu benutzen. Die Terrasse könne für diese Zwecke recht unkompliziert und kostengünstig instandgesetzt werden, erklärte der Badleiter. Abgesperrt werde hingegen der Bereich rund um die Sommerfreibecken.

Hintergrund dieser Entscheidung sind die starken Frostschäden überall im Bereich der Sommerfreibecken. Hiervon hatte sich der Werk- und Bäderausschuss am vorigen Donnerstag einen Eindruck verschafft und anschließend gegen die Öffnung dieses Bereichs votiert.

Einige Jahre so überstanden

Denn: Die Kosten für diese Reparaturen lägen im fünfstelligen Bereich und wären lediglich kosmetischer Natur. "Ob wir die Saison dann überstehen könnten, ohne das neue Schäden auftreten, ist damit aber auch nicht gewährleistet", erklärte Schumann im Gesamtstadtrat. Man müsse zudem berücksichtigen, dass der Außenbereich im Anschluss an diese Saison ohnehin saniert werde.


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In den nächsten Wochen bemühe man sich darum, eine möglichst hohe Förderquote für die 2,7 Millionen Euro teure Sanierung zu erzielen. Die auszuführende Variante wird wohl in der Stadtratssitzung im Juni endgültig verabschiedet.

Wie Ulrich Schumann darlegte, seien die vorigen Jahre ohnehin schon eine Zeit der "unkonventionellen Lösungen" gewesen, da man schon länger mit einem "ausgeprägten Schadensbild" zu kämpfen habe. 2019 wurde etwa Epoxidharz entlang des maroden Beckenkopfes verteilt, um rissige Stellen rund um die Becken notdürftig "zu kitten". "Nur weil wir 2019/2020 einen ungewöhnlich milden Winter hatten, konnte auf dieser Basis auch im Sommer 2020 das Freibad eröffnen", erklärte er.

Hätte es schneller gehen können?

Susanna Hartl (SPD) erkundigte sich im Stadtrat nach der Gesamtdauer der Schließung und äußerte hinterher, dass zwei Jahre ohne den Freibad-Bereich "schon bitter" seien. Sie frage sich, ob man den gesamten Prozess nicht in der Planungsphase der letzten Monate hätte beschleunigen können, um die Arbeiten vor der Freibadsaison 2022 abzuschließen.

Dem widersprach Ulrich Schumann und merkte an, dass der Architekt fristgerecht seine Arbeit geleistet habe. Daraufhin präzisierte die SPD-Stadträtin ihren Einwurf und erklärte, dass die Vorplanungen sehr wohl "auf den Punkt gebracht" wurden, sie aber aufgrund des ursprünglichen Bauzeitplans von einem Baubeginn in diesem Jahr ausgegangen war.

Wie Ulrich Schumann im NachGespräch gegenüber dem Treuchtlinger Kurier erklärte, habe sich diese Zeitplanung leider als nicht haltbar herausgestellt. Dies sei zwar zum Nachteil des Gastes, würde sich aber vorteilhaft auf die Preise auswirken: Denn wenn, wie nun vorgesehen, die Bauarbeiten im Frühjahr 2022 beginnen, ist die Auslastung der Baufirmen in diesem Segment viel geringer.

Die Hoffnung liege nun also darin, insgesamt bessere Preise zu erzielen und beim Bau nicht so witterungsabhängig zu sein, wie es im Winter der Fall wäre.

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