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Adventure-Campus bringt Abenteuer ins Altmühltal

Mit einem "Outdoor-Institut" hilft die Treuchtlinger Hochschule Firmen bei der Teambildung - 16.06.2019 06:25 Uhr

Balanceakt hoch über den Dächern auf dem Bergfried der Treuchtlinger Burgruine: Beim „Outdoor-Institut“ der Hochschule für angewandtes Management lernen Mitarbeiter und Chefs von Unternehmen, die Stärken ihrer Kollegen wahrzunehmen und zu nutzen. Dabei geht es um Kommunikation, Teamgeist und Vertrauen. © Adventure Campus Treuchtlingen


Die Aufgabe gleicht einer Schnitzeljagd. Und "Schnitzel", weniger im Sinn von Papierfetzen als von Fleisch, gibt es dabei wirklich: Die zwei Gruppen suchen im Wald nach Zubehör für einen Grillabend. Fleisch, Kräuter, Getränke und andere Sachen gilt es zu finden. Ausgestattet sind die "Jäger" nur mit Kompass und Karte, manchmal kommt auch ein Satellitennavigationsgerät zum Einsatz. Nur wenn die Gruppen zum vereinbarten Zeitpunkt am Grillplatz ankommen, gibt es auch etwas zu essen als Lohn für die Mühen.

Dieses Szenario ist eine "Team-Building"-Aufgabe, wie sie der Adventure-Campus der Hochschule für angewandtes Management in den Wäldern rund um Treuchtlingen anbietet. Unternehmen aus der Region und ganz Deutschland schicken ihre Mitarbeiter ins Altmühltal, um sie abseits des Bürogeschehens Aufgaben meistern zu lassen. "Sie sollen gezielt ihre Komfortzone verlassen", sagt Christian Held, der am Campus die Outdoor-Seminare zum Training der Teamarbeit betreut.

Die Firmen nutzen diese Möglichkeit, um ein Problem aus dem Weg zu räumen. So schicken sie zum Beispiel alle Auszubildenden eines Jahrgangs nach Treuchtlingen, damit die kaufmännischen und technischen Mitarbeiter im Betrieb einander kennenlernen – ein Austausch, der im Arbeitsalltag oft auf der Strecke bleibt. Oder es werden Abteilungen, in denen es knatscht, auf eine gemeinsame Erkundungstour in den Wald geschickt – um zu sehen, woran es liegt und wie der Zwist ausgeräumt werden kann.

Stärken und Schwächen kennenlernen

Neben Christian Held ist auch Professor Manuel Sand als Moderator und Führer dabei. Denn allein durch den Wald laufen sollen die Seminarteilnehmer nicht. "Wir müssen natürlich wissen, woran es genau hakt, um dann auf diese Punkte individuell einzugehen", sagt Sand. Außerdem gehört eine gewisse Aufpasser-Funktion dazu, wobei die Teilnehmer nicht wirklich gefährliche Aufgaben erledigen müssen. Doch für manche gibt es schon Hürden, etwa im Hochseilgarten. Hier setzen die Seminarleiter darauf, Vertrauen zwischen den Mitarbeitern aufzubauen.

Einen Schwerpunkt legt das "Outdoor-Institut" auf die Kommunikation zwischen den Teilnehmern. Diese ist schließlich auch im Beruf wichtig. So muss etwa beim Grillen zunächst abgestimmt werden, wer sich um die Zubereitung kümmert und beispielsweise am besten schälen kann. Oder die Gruppe spricht ab, was mit den Zutaten passiert: Sollen die Kräuter für eine Marinade verwendet oder doch lieber mit Quark zu einem Dip verrührt werden?

Anhand so banal klingender Beispiele sollen die Teilnehmer lernen, im Arbeitsalltag besser die Stärken der anderen wahrzunehmen. Wer im Team einen Aufgabe besonders gut kann, soll diese auch im Büro ausführen – was wiederum Zeit und Nerven spart. Das Angebot reicht vom Lehrling über gesamte Abteilungen bis hin zu den Führungskräften, die im "1000-Sterne-Hotel" nächtigen dürfen – also unter freiem Himmel.

Campus soll profitieren

In Zukunft möchte die Hochschule verstärkt für die Angebote des Outdoor-Instituts werben, um auch die Auslastung auf dem Campus zu erhöhen. 20 Mitarbeiter sind in der ehemaligen berufsgenossenschaftlichen Weiterbildungsstätte am Patrich tätig, das gesamte Jahr über herrscht dort Betrieb. Allein an 200 Tagen im Jahr sind Auszubildende der Deutschen Bahn vor Ort – ebenfalls um sich besser kennenzulernen. Dazu kommen die Studenten, die für mehrere Wochen in ihren Präsenzphasen anwesend sein müssen. Und auch Nachwuchssportler kommen mit ihren Trainern in die Altmühlstadt, um andere Eindrücke zu gewinnen.

Außerdem möchte sich der Adventure-Campus als Tagungsstätte etablieren. Seit fast zehn Jahren findet nun schon immer im Februar der hauseigene Outdoor-Kongress statt. Dazu kommt im nächsten Jahr das Tourismus-Camp, um das sich die Stadt beworben und den Zuschlag erhalten hat.

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