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Mittwoch, 16.10.2019

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Altmühlfrankens Obstwiesen an einer "Perlenschnur"

Auftakt für „Streuobst-Erlebniswege“ in Meinheim: Fünf Rundtouren durch fünf Gemeinden - 27.03.2019 12:17 Uhr

Mit vereinten Kräften brachten die Vertreter der kommunalen Allianz Altmühlfranken und des Landschaftspflegeverbands das neue Projekt „Streuobst-Erlebnis-Wege“ an den Start. © Jürgen Leykamm


Die Förderung der Streuobstflächen sei dem Landkreis schon lange ein Anliegen, betonte Landrat Gerhard Wägemann bei der Auftaktveranstaltung des Projekts „Streuobst-Erlebniswege“ in Meinheim. Gerade diese Art des Biotops sei stark gefährdet, sein Verschwinden aus der heimischen Landschaft wäre fatal für Natur und regionale Wertschöpfung.

Unter anderem mit dem Altmühlfränkischen Streuobsttag, der heuer zum dritten Mal in Markt Berolzheim stattfindet, will der Landkreis dem entgegenwirken. Der Reichtum an Apfel- und Birnbäumen könne sich sehen lassen. 10.000 von ihnen seien in Altmühlfranken kartiert, seltene alte Sorten seien nachgezogen worden.

Die jetzt initiierten Wege liefern nun neue Impulse. Die gemütlichen Touren sind als Schleifen um fünf Orte angelegt: Treuchtlingen, Markt Berolzheim, Meinheim, Dittenheim und Gnotzheim werden so wörtlich in das Projekt eingebunden. Mit Führungen und Aktionen soll dort „die Vielfalt der Streuobstflächen erlebbar gemacht werden“, so Wägemann. Es gelte, Menschen spielerisch für die Natur zu sensibilisieren.

Besser punktuell als ein "Mammutweg"

Meinheims Bürgermeister Wilfried Cramer begrüßte, dass die Organisatoren von der Idee eines großen Wanderwegs abgerückt sind. Nun könnten die Schönheiten der Natur „punktuell besucht werden“.

Das Wegesystem ist laut Treuchtlingens drittem Bürgermeister Klaus Fackler modular aufgebaut. Facklers Arbeitgeber, der Landschaftspflegeverband Mittelfranken, setzt das Vorhaben um, das anschließend auf weitere Teile Altmühlfrankens ausgedehnt werden könne.

Aufs Gleis gehoben hat die Erlebniswege die Kommunale Allianz Altmühlfranken. Die „wie an einer Schnur aufgereihten Perlen“ schmücke es mit Schleifen, so deren Geschäftsführer Dieter Popp. Das neue Konzept sei zudem „einfacher zu bespielen“. Die Wege führen stets auch in die Orte und laden zum Besuch der dortigen Gaststätten ein. Denn die Dorfkultur gehört für Popp zur Streuobstkultur dazu. Finanziert wird das Projekt von Freistaat, Bezirk und Landkreis, den Sparkassen und dem Naturpark Altmühltal.

Unbekannte Heimatschätze

„Viele kennen die Schätze Altmühlfrankens nicht“, weiß Gerhard Durst, Kreisvorsitzender des Verbands für Gartenbau und Landespflege. So zähle zum Beispiel auch die in Meinheim zu findende Maulbeere zu den Streuobst-Juwelen. Das Projekt lade zum Erwandern der eigenen Heimat ein, in der Streuobstbestände jedoch stark abnähmen. Es werde Zeit, dem etwas entgegenzusetzen, so Durst.

Schon die tier- und blütenreiche Wiese einer Streuobstfläche sei für Insekten und Kleinlebewesen äußerst wertvoll, schilderte Diana Schmidt vom Landschaftspflegeverband. Die alten Bäume freuen wiederum Specht und Kohlmeise. Auch Fledermäuse, Siebenschläfer, Hummeln, Regenwürmer und Mauswiesel fühlen sich hier wohl. „In jedem Bereich ist Leben zu finden“, betonte Schmidt und ermunterte zu mehr Selbstbewusstsein, sei Franken doch „die Wiege des deutschen Obstbaus“.

Die Routen der Schleifen sind laut Schmidt noch nicht fix, Änderungen noch möglich. Am Wegesrand sollen sich Wegweiser, Infotafeln und QR-Codes und Sitzgelegenheiten finden. Das Projekt wird mit einer Broschüre und einer eigenen Internetseite beworben, außerdem erhalten die Naturparkführer eine eigene Streuobst-Weiterbildung. Für Netzwerkarbeit und die Planung von Aktionen werden noch Mitstreiter gesucht. Ein großes Anliegen ist es schließlich auch, die Verwertung und Vermarktung des Streuobs­tes stärker anzukurbeln.

Jürgen Leykamm E-Mail

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