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Altmühltal-Radweg: Irrwege durch Treuchtlingen?

Beschilderung und Verkehrsführung in der Stadt sorgen für Diskussionen - 23.05.2019 12:17 Uhr

Unnötig gefährliche Straßenquerung oder sinnvoller Schlenker durch die Stadtmitte? Am Verlauf des Altmühltal-Radwegs in Treuchtlingen gibt es einige Kritik. © Micha Schneider


Das Thema Radeln treibt Christa Schulz um. Die begeisterte Radfahrerin ist mit ihrem Lebensgefährten vor drei Jahren aus Frankfurt nach Treuchtlingen gezogen und hier gern auf zwei Rädern unterwegs. Sie schätzt die kurzen Wege und genießt es, in jeder Richtung ohne Auto schnell im Grünen zu sein. Die Lage direkt am Altmühltal-Radweg sieht sie als großen Vorteil.

Umso mehr wundert sich Schulz über die Verkehrsführung des wichtigen, überörtlichen Radwegs durch die Stadtmitte: "Mit ihm muss man die Altmühl verlassen, um einer schlecht erkennbaren Beschilderung folgend über die zu enge Hauptstraße nach links abzubiegen und dann vorbei am Bürgerhaus wieder in Richtung Altmühl entlassen zu werden."

Diese Beschreibung betrifft den Verlauf in Richtung Pappenheim, aber auch in die andere Richtung ist es laut Schulz nicht besser. Sie habe oft erlebt, dass "ganze Gruppen von Radfahrern an dieser Aufgabe spontan scheitern und in der Sackgasse gegenüber dem Rathaus landen."

Bewusster Schlenker

Bereits vor einem Jahr hat sich Christa Schulz deshalb an die Kur- und Touristinformation gewandt und wollte wissen, warum der Weg vom Fluss weggeführt und die viel befahrene Hauptstraße queren muss. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist dieser Schwenk jedoch bewusst gewählt, um "Gästen und Aktivurlaubern die Möglichkeit zu geben, einen Abstecher in den Stadtkern zu machen und die ein oder andere Rast in einem unserer Cafés oder Restaurants einzulegen". Die Wegführung in Richtung Stadtschloss, über die Hauptstraße und weiter zum Bürgerhaus sei entsprechend gewählt worden, um den Verkehrsströmen "nur bedingt zu begegnen", so die Stadt.

Das Problem sei bekannt, sagt Günther Hüttinger von der Touristinfo. "Aber das ist bewusst so gemacht, und es ist nicht geplant, daran etwas zu ändern." Die Touristen, die durch die Stadt fahren, seien schließlich auch potenzielle Übernachtungsgäste und "fragen mittags an, wo sie abends schlafen können". Ansonsten führe der gesamte Altmühltal-Radweg immer am Fluss entlang und sei frei von öffentlichen Straßen.

Christa Schulz regt zudem an, den Weg besser zu markieren, etwa durch Fahrrad-Symbole auf der Straße oder eine farbige Kennzeichnung. Der frühere Leiter der Touristinformation, Marc Rengier, hatte darauf geantwortet, dass die Orientierung aufgrund der Vielzahl von Hinweisen ausreichend erscheine. Schulz hält die Schilder jedoch für zu klein – vor allem an der Hauptstraße, wo sich die Abbieger gleichzeitig bei dichtem Verkehr zurechtfinden müssen.

Wegenetz ist noch jung

"Das ist die übliche Beschilderung des Naturparks Altmühltal, an den wir angegliedert sind", sagt Günther Hüttinger. Auch er hält sie für "ausreichend". Zudem werde die Kennzeichnung ständig kontrolliert – ebenso wie an den Wanderwegen, wo Ehrenamtliche regelmäßig prüfen, ob Schilder fehlen oder beschädigt sind. Da gebe es klare Vorgaben.

Die Planung gänzlich neuer Radwege sei in diesem Jahr nicht angedacht, ergänzt Stefanie Grucza, die Leiterin der Kur- und Touristinformation. "Es ist kein großes Projekt geplant." Das Wegenetz mit den entsprechenden Touren sowie die Radwanderkarten seien ohnehin noch nicht sehr alt, so Günther Hüttinger.

Noch neuer ist indes das Thema Mountainbike. Mitte April wurden an der Talstation im Heumöderntal die "Heumödern-Trails" eröffnet. Und die Angebote für Mountainbiker sollen weiter intensiviert sowie nachhaltiger werden – "so, dass es die Natur nicht belastet", sagt Stefanie Grucza. Kommende Woche soll es dazu ein Treffen mit einer Agentur geben. Bezüglich der "normalen" Radwege wolle man dann "im nächsten Jahr mehr Gas geben".

BENJAMIN HUCK UND MICHA SCHNEIDER Treuchtlinger Kurier E-Mail

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