Altmühltal: Wiesenbrüter geraten unter Druck

11.5.2020, 07:23 Uhr
Dieses kleine Brachvogel-Küken gilt es zu schützen: Bei häufigen Störungen während der Brutzeit verlassen die Eltern das Nest, und das Gelege bleibt verwaist zurück. Die Untere Naturschutzbehörde macht deshalb auf Schutzmaßnahmen aufmerksam.

Dieses kleine Brachvogel-Küken gilt es zu schützen: Bei häufigen Störungen während der Brutzeit verlassen die Eltern das Nest, und das Gelege bleibt verwaist zurück. Die Untere Naturschutzbehörde macht deshalb auf Schutzmaßnahmen aufmerksam. © Foto: Bernhard Langenegger

Die Feucht- und Nasswiesen entlang der Altmühl bilden, zusammen mit dem Wiesmet zwischen Ornbau und Bubenheim das wohl bedeutendste Wiesenbrütergebiet Nordbayerns. Wegen seiner Beschaffenheit bietet das Altmühltal zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Besonders während der Brutzeit sollten diese sensiblen Gebiete nicht betreten werden – darauf macht die Untere Naturschutzbehörde aufmerksam.

Wiesenbrüter wie Kiebitz, Großer Brachvogel, Uferschnepfe und Rotschenkel sind in der Region zu Hause. Doch die Bestände gehen laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes stetig zurück. Einerseits gibt es weniger geeigneten Lebensraum und Nahrung, andererseits lauern Beutegreifer am Boden und in der Luft. Außerdem bedrängen Hunde, Spaziergänger oder auch Kitesurfer die empfindlichen Vögel zunehmend.

Wiesenbrüter, die auch Weidevögel genannt werden, reagieren besonders während der Brutzeit sensibel auf jegliche Störungen. Von März bis Juli bedürfen die Wiesenvögel daher besonderen Schutzes. Hinweisschilder mahnen vor Ort, dass die Wege in dieser Zeit nicht verlassen und Hunde angeleint werden sollen. Fluggeräte jeder Art sollten im Wiesenbrütergebiet tabu sein.

In den vergangenen Wochen habe nun die Freizeitnutzung in diesem sensiblen Bereich zugenommen, berichtet die Naturschutzbehörde. Vor allem Autofahrer seien dort vermehrt unterwegs oder würden ihre Fahrzeuge widerrechtlich dort abstellen. Viele Menschen verhielten sich sorglos und würden die Verhaltensregeln zum Schutz der Weidevögel nicht einhalten, bemängeln die ehrenamtlichen Wiesenbrüterberater des Landkreises.

Aufgrund der Störungen sei bereits ein Gelege bei Alesheim aufgegeben worden. Es sei wichtig, dass die hochgradig vom Aussterben bedrohten Arten keinesfalls zur Brutaufgabe gezwungen werden, zitiert die Pressemeldung die ehrenamtlichen Helfer. Es komme auf jeden einzelnen Jungvogel an, damit die Population erhalten bleibt.

Die Untere Naturschutzbehörde appelliert deshalb an die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen dringend einzuhalten und Störungen im Wiesenbrütergebiet in der Brutzeit zu vermeiden. Die dort lebenden Vogelarten stehen unter dem besonderen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Zuwiderhandlungen können verfolgt und mit einem erheblichen Bußgeld geahndet werden.

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