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Altmühltalradweg: Bauarbeiten werden teurer als geplant

Gestiegene Kosten der Baufirmen und fehlende Planungen sind der Grund - 07.06.2020 05:56 Uhr

In Zeiten, in denen die Menschen ihren Urlaub daheim verbringen müssen, ist wohl auch der Altmühltalradweg ein begehrtes Ausflugsziel. Zwei Stellen mit Gefahrenpotential sollen nun entschärft werden. © Archivfoto: Patrick Shaw


Eigentlich wollte das Bauamt mit diesem Thema nicht mehr in die Gremien gehen. Der Altmühltalradweg zwischen Bubenheim, Graben und Treuchtlingen sollte an zwei gefährlichen Stellen entschärft werden. Zwischen Bubenheim und dem VfL-Sportheim läuft der Weg bislang auf der zwar wenig befahrenen, aber äußert engen Straße. Hier soll nördlich der Fahrbahn ein zweieinhalb Meter breiter, asphaltierter Fuß- und Radweg entstehen, der weitere zweieinhalb Meter Abstand zur Straße hält.

Die Kosten des Teilstücks samt Planung sollten rund 167.000 Euro betragen, von denen 38.000 Euro der Landkreis trägt. Doch diese Summe war nicht mehr zu halten, weshalb die Mitglieder des neugewählten Stadtrats über einen Nachschlag entscheiden mussten.

Nach Angaben der Verwaltung ergebe sich aufgrund der Kostenentwicklung, nicht zuletzt wegen der Maßnahmen durch den Infektionsschutz, eine Kostensteigerung. Doch auch die Planung musste nachgebessert werden: So forderte die Naturschutzbehörde eine Umweltverträglichkeitsprüfung, der landwirtschaftliche Verkehr soll den Weg überqueren können, die Trasse musste an die Böschung angepasst werden und eine vorhandene Nahwärmeleitung war nicht im Bestand eingezeichnet. So wurden aus den 167 000 Euro nun 225 000 Euro Baukosten für den 770 Meter langen Weg, eine Steigerung um etwa 30 Prozent.

Förderung nur in diesem Jahr

Dass der Weg angegangen werden muss, war für die meisten Stadträte klar. Doch ob dies noch in diesem Jahr geschehen muss, darüber bestand Uneinigkeit. Das Problem: Die Förderung des Landratsamts gibt es nur, wenn der Bau heuer durchgeführt wird. Und auch nur für einen Aspahltausbau. Eine wassergebundene Decke würde zwar günstiger kommen, doch die Mehrkosten für den Aspahlt zahlt das Amt. Letztlich stimmten nur Bürgermeisterin Kristina Becker, Uwe Linss (beide CSU) und Klaus Fackler (UFW) gegen die Umsetzung in diesem Jahr.

Komplizierter wird es bei der Etappe zwischen der Altmühlbrücke nordöstlich von Gstadt (sogenannte "Donnerbrücke") und dem Treuchtlinger Kurpark. Bislang führt der Radweg dort über den Fluss und westlich der Altmühl bis zur erneuten Querung auf Höhe der nördlichen Elkan-Naumburg-Straße. Allerdings ist die Gstadter Brücke wegen ihrer schmalen Gehstreifen und des niedrigen Geländers eine Gefahrenstelle.

Die neue Trasse soll deshalb östlich des Flusses bleiben und ihm bis zum Nordende des Kurparks folgen. Im Kurpark würde sie dann wieder auf den bestehenden Radweg münden. Größtenteils sind die Wege dafür schon vorhanden, nur die ersten 260 Meter benötigen eine neue Schotter- und Split-Tragschicht. Eine Asphaltierung ist hier wegen der Lage im Hochwassergebiet ausgeschlossen.

Hier ist das Landratsamt der Stadt entgegen gekommen: Es fördert ausnahmsweise den Bau einer Schotterdecke, obwohl sonst Asphalt vorgeschrieben wäre. Dennoch ist auch hier der Baupreis enorm gestiegen: 65.000 Euro soll das Ganze nun kosten, 44.000 Euro waren ursprünglich geplant (Steigerung: etwa 47 Prozent). Neben der allgemeinen Kostenentwicklung fehlte die notwendige Verlängerung eines Durchlasses in der Planung sowie landschaftsplanerische Maßnahmen.

"Seit 15 Jahren wird über diese gefährliche Stelle diskutiert, ich bin der Meinung, dass man das tun sollte, auch wenn es mehr kosten sollte", sagte etwa Hubert Stanka (UFW), der sich wunderte, dass an der Stelle noch keine größeren Unfälle passiert sind. Auch die Mehrheit der Stadtratsmitglieder sah die Notwendigkeit, einzig die dreiköpfige TBL-Fraktion votierte gegen die Umsetzung in diesem Jahr.

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