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B2-Umgehung: Kommt der Tunnel für Dietfurt?

Bis Jahresende läuft noch die Kosten-Nutzen-Analyse - 28.08.2020 06:04 Uhr

So könnte die Dietfurter Umgehung einer Grafik des Staatlichen Bauamts zufolge einmal aussehen: Rechts verschwindet die B2 von Süden kommend im Dattelberg, ganz am oberen linken Bildrand tritt sie unweit der Schambachkreuzung wieder aus der Jurakante hervor. Die derzeitige Trasse der Bundesstraße ist vorne links im Bild zu sehen – um als künftige Dorfstraße die neue Fahrbahn samt Lärmschutzwall zu unterqueren, muss sie einen Schlenker machen (Bildmitte).

27.08.2020 © Visualisierung: Staatliches Bauamt Ansbach


"Freie Fahrt" heißt es seit kurzem auf der B2 bei Wernsbach im Landkreis Roth. Die Umgehung ist fertig und die Bundesstraße damit nicht nur raus aus dem Dorf, sondern auch dreispurig ausgebaut. Letztes Nadelöhr der stark befahrenen Nord-Süd-Achse zwischen Nürnberg und Augsburg bleibt damit der Treuchtlinger Ortsteil Dietfurt. Vor neun Monaten hatten sich dessen Bewohner nahezu einhellig für einen Tunnel ausgesprochen, der das Dorf im Osten durch den Dattelberg umgehen soll. Was aber hat sich seither getan?

Rund 31 Millionen Euro hat die 4,1 Kilometer lange Ortsumgehung von Wernsbach gekostet – ein Schnäppchen im Vergleich zu den Plänen für Dietfurt. Mit 83 Millionen Euro rechneten die Planer im vergangenen Herbst, um die von Dorfbewohnern, Stadt und Straßenbauamt wegen ihrer Anwohner- und Umweltverträglichkeit favorisierte, etwa 900 Meter lange Tunnelvariante samt Anschlüssen zu realisieren. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 sind für das Vorhaben gerade einmal 19,1 Millionen Euro vorgesehen.

Ist der Nutzen das Geld wert?

Das ist nach wie vor auch der Knackpunkt, der über die Umsetzung entscheidet. Denn zuvor muss das Projekt eine Kosten-Nutzen-Analyse bestehen, die sogenannte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Sie stellt die Bau- und Unterhaltskosten sowie schädliche Auswirkungen wie etwa Umweltzerstörung und Flächenfraß nach einem gewichteten Punktesystem den Zielen gegenüber, also beispielsweise der Verringerung von Lärm-, Schadstoff- und Klimabelastung, kürzeren Fahrtzeiten, einem geringeren Unfallrisiko oder auch – wie in Dietfurt – der Zusammenführung bislang durch den Verkehr zerschnittener Ortskerne. Fällt sie positiv aus, kann gebaut werden.

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Nichts geht mehr: Wütende Dietfurter blockierten B2

Genug ist genug, dachten sich einige Dietfurter und blockierten am Freitag kurzerhand eine Stunde lang die B2. Sie sind wütend darüber, dass es für ihren Ort keine Umgehungsstraße gibt und sie den Motorenlärm ertragen müssen. Mit der Aktion wollten sie erreichen, dass man ihr Anliegen in Berlin ernst nimmt. Wenig erfreut zeigten sich die Autofahrer, die wegen der Protestaktion im Stau standen.


Für Dietfurt lässt das Ergebnis dieser Analyse jedoch bislang auf sich warten. Grund dafür ist explizit nicht die Corona-Pandemie, wie der Leiter des Staatlichen Bauamts in Ansbach, Heinrich Schmidt, auf Nachfrage unserer Zeitung betont. "Wir müssen dem Bund noch weitere Daten vorlegen. Was wir bisher haben, reicht noch nicht", erklärt der Amtschef.

"Es wird sehr teuer"

Ein klares Ja oder Nein zum "Dattelbergtunnel" erwartet Schmidt deshalb erst gegen Jahresende. Auch eine persönliche Einschätzung zu den Erfolgschancen der nicht nur von den Dietfurtern, sondern auch von den Nachbarn am Galgenbuck und in Osterdorf gewünschten Umgehungsvariante könne er nicht geben. "Es wird aber sehr teuer", so der Bauamtsleiter.

Die komplette Animation der Umgehung finden Sie hier.


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