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Bebauungsplan: Welche Dächer dürfen nach Dietfurt?

Der bestehende Plan aus dem Jahr 2007 soll angepasst werden - 25.07.2020 05:55 Uhr

In der Sommerhausstraße im Treuchtlinger Ortsteil Dietfurt herrscht bereits ein bunter Stilmix auf engstem Raum. Um Bauwillige für Neubaugebiete wie am Weitstein zu gewinnen, ist eine solche Wahlfreiheit heute oft nötig.

24.07.2020 © Archivfoto: Hubert Stanka


Das neue Wohngebiet Weitstein im Süden von Dietfurt ist nun erschlossen. Doch für viele Bauherren ist der aktuell gültige Bebauungsplan eine Hürde. Der stammt aus dem Jahr 2007 und hat nur noch wenig mit den Baustilen gemein, die heute modern sind. Die UFW-Fraktion hatte deshalb einen Antrag gestellt, den Bebauungsplan den aktuellen architektonischen Gegebenheiten anzupassen.

"In Gundelsheim scheiterte die Bebauung bislang unter anderem am Bebauungsplan", heißt es in der Begründung zum Antrag der UFW vom Juni. Und in Dietfurt habe es schon vor der Freigabe des Baugebiets Anfragen nach "Bauformen mit zeitgemäßen, unter anderem auch ökologischen Ansprüchen gegeben, die die momentanen Bebauungspläne nicht erfüllen". Es gehe dabei "nicht um die individuellen Wünsche einzelner Bauwilliger", sondern um die Anpassung des kommunalen Baurechts "an die Herausforderungen der Zeit". Konkret führen die UFW an, dass es "die absurde Situation gibt, dass in Neubaugebieten zum Beispiel Toskana-Häuser oder Häuser im Bauhaus-Stil nicht zugelassen sind, diese aber in Baulücken in Ortslagen ohne Bebauungsplan gebaut werden können, möglicherweise sogar genehmigungsfrei".

Gespräche mit den Anliegern

In der jüngsten Stadtratssitzung hat Bauamtsmitarbeiter Florian Forster nun die Ergebnisse einer Befragung des Ortsausschusses zu den verschiedenen Baustilen für das Gebiet am Weitstein vorgestellt. Der Ausschuss sich mit den Nachbarn das neuen Wohngebiets getroffen und mit ihnen über die verschiedenen Stile gesprochen. So soll es bei den Neubauten beispielsweise keine Walmdächer geben, dafür Krüppelwalmdächer. Auch Flachdächer sollen verboten sein, obwohl diese gerade modern sind.

Von den zehn Dachvarianten haben es nur drei in die neue Auswahl geschafft, bei den Baustilen waren es vier von zehn. Zu wenig und zu mutlos findet etwa Max Böhm (SPD), der erwartet hätte, dass die Wünsche der Bauwilligen berücksichtigt werden. Dem stimmten auch fraktionsübergreifend andere Mitglieder des Stadtrats zu. Sie gaben aber zu bedenken, dass die bisherigen Anlieger in die Diskussion mitgenommen werden sollen. Laut Uwe Linss (CSU) sollen die Neubauten keinen zu großen Kontrast zum Altbestand darstellen.

Ökologische Anforderungen

Neben den optischen Bauformen kam auch die Technik der Häuser zur Sprache. So findet es Wolfgang Herrmann (CSU) sinnvoll, den Bauwilligen Zisternen vorzuschreiben und Steingärten zu verbieten. Auch ein Flachdach mit Begrünung könnte ein nützlicher Zusatz in Sachen Ökologie sein, meint Stefan Fischer (SPD). Er sieht auch das Landratsamt als Genehmigungsbehörde in der Pflicht. In der Vergangenheit seien Anträge auf eine Dachbegrünung dort nämlich abgelehnt worden.

Ob es denn schon konkrete Bauinteressenten gibt und was deren Wünsche sind, wollte Marco Meyer (TBL) wissen. Auch Matthias Strauß (CSU) will von Interessenten gehört haben, die ein Flachdach möchten, das aber nicht im Bebauungsplan vorgesehen ist. Schließlich waren sich die Stadträte einig, dass die – noch vom alten Dietfurter Ortsausschuss – ausgearbeiteten Stile ziemlich streng sind.

Der neugewählte Ortsausschuss soll nun erneut mit den Anwohnern das Gespräch suchen und ihnen auch die ökologischen Vorzüge moderner Bauweisen zeigen. Einig sind sich die Stadträte allerdings auch, dass die Bürger vor Ort mitgenommen werden müssen. Schließlich seien sie es, die in den nächsten Jahrzehnten mit den Häusern leben müssen.

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