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Bekommt Auernheim endlich einen Mobilfunkmast?

Nach den Protesten von 2016 soll der neue Mast dem Kirchturm keine "Konkurrenz" mehr machen - 14.12.2020 06:04 Uhr

Hier soll der neue Mobilfunkmast für Auernheim und Schlittenhart entstehen.

13.12.2020 © NN-Infografik


Im Ortsausschuss gab es grünes Licht für den Standort, der sich südlich der Staatsstraße 2216 etwa 50 Meter vom Waldrand entfernt in einem Waldstück ungefähr in der Mitte zwischen der beiden Orten befindet. Nach Auernheim sind es von dort 1,2 Kilometer, nach Schlittenhart ein Kilometer. Der voraussichtlich circa 45 Meter hohe Funkmast wird zudem teilweise von Bäumen kaschiert.

Ortssprecher Marco Meyer (TBL) warb im Stadtrat explizit für die gemeinsam erarbeitete Lösung. Er lobte die „maximale Entfernung“ zum ersten Haus am westlichen Ortsrand von Auernheim und verwies erneut auf die ungünstige Lage, die der vor vier Jahren geplante Standort nahe der Kirche einst hatte. Nun werde der rund 15 Meter niedrigere Kirchturm auch nicht mehr überragt, erklärte er. Und das sei wichtig.

Der Widerstand, der sich 2016 gegen den Betreiber Vodafone formiert hatte, war nicht ohne. Angedacht war damals ein Standort direkt neben dem Sportplatz, etwa 200 Meter vom nordöstlichen Ortsrand entfernt. Nach der Genehmigung des Projekts im Bauausschuss bildete sich eine Bürgerinitiative, die sich mit ihrer Ablehnung schließlich durchsetzte. Das Hauptargument: das Ortsbild werde zu stark verändert.

Heftige Proteste und keine Lösung

Eine einvernehmliche Lösung, die die Sorgen der Bewohner und den Wunsch nach einem stabilen und durchgängigen Handyempfang unter einen Hut bringt, schien es damals nicht zu geben. In zahlreichen Gesprächen und bei gemeinsamen Ortsbesichtigungen mit Stadtverwaltung, Ortsausschuss und dem Mobilfunkbetreiber Telefonica Germany wurde sie nun aber doch gefunden.

15 Meter höher als der Kirchturm: Diese Montage zeigt die Größe des Funkturms, der 2016 unweit des Auernheimer Sportplatzes geplant war. Die „Bürgerinitiative Mobilfunkmast“ stoppte das Vorhaben. Nun ist ein alternativer Standort gefunden.

13.12.2020 © Foto: Rosemarie Meyer, Montage: TK


Zumindest auf dem Papier gibt es jetzt einen idealen Standort für den Funkmast. Auch der Stadtrat stimmte Ende November dem Grundstück mit der Flurnummer 1992 als Standort einhellig zu. Die Fläche ist in städtischer Hand, für die Errichtung des Masts müssen lediglich ein paar Bäume weichen. Die Zufahrt ist über einen nahen Waldweg und die Stromversorgung ebenfalls gut möglich.

Ursprünglich war von Seiten der verschiedenen Mobilfunkanbieter die gleichzeitige Abdeckung von Auernheim und Windischhausen geplant. Dies hat sich nun allerdings als unmöglich herausgestellt: Das Funksignal schafft es von der Hahnenkamm-Hochfläche nicht bis hinunter ins Rohrachtal.

Bau bis zum Jahr 2022?

Dafür kann der nun gewählte Standort das andere Nachbardorf Schlittenhart und die Staatsstraße 2216 bis dorthin mit abdecken. Für Windischhausen müssen Mobilfunkanbieter und Verwaltung noch eine andere Lösung finden. Wann genau der Mast gebaut wird, ist indes noch nicht bekannt.

Grundsätzlich hat sich die bayerische Staatsregierung zum Ziel gesetzt, innerhalb von drei Jahren die Verfügbarkeit und Übertragungsqualität der Mobilfunknetze in dünn besiedelten ländlichen Regionen deutlich zu verbessern. In Absprache mit den drei großen Mobilfunkanbietern Telekom, Vodafone und Telefonica wurde ein großangelegter Netzausbau im Freistaat vereinbart, der bis Ende 2022 umgesetzt sein soll.

Der Auernheimer Funkmast soll künftig von allen drei Anbietern genutzt werden. Somit wäre das instabile und teils überhaupt nicht vorhandene mobile Netz im Dorf Geschichte.

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