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Bubenheim: Sorgen um Fluglärm und Mobilfunk

Bubenheimer blicken positiv auf Bayern-3-Dorffest zurück – Wann kommt 5G? - 15.03.2019 06:05 Uhr

Auf das Bayern-3-Dorffest am Bubenheimer Flugplatz blicken viele Dorfbewohner noch gerne zurück. Doch es kommt auch Kritik aus dem Ort über den Lärm bei den ansonsten am Platz stattfindenden Flugwettbewerben. © Archiv TK / Benjamin Huck


Der Kontrast hätte nicht größer sein können im Schützenhaus in Bubenheim. Auf der einen Seite knapp 40 interessierte Bubenheimer Bürger – die Dorfgemeinschaft eben. Und im Film an der Leinwand Menschenmassen, die beim Bayern-3-Dorffest zu den Klängen von Glasperlenspiel, Revolverheld oder Sunrise Avenue Party in Bubenheim machen. Im Vergleich wirkt es ein bisschen wie die große weite Welt, auf die die Bubenheimer aber stolz sind – ebenso wie Bürgermeister Werner Baum. „Das ist der einzige Werbeblock, den ich mir erlaube“, schmunzelte er, nachdem der Einspieler beendet war.

„Es hat alles super geklappt“, rief ein Bürger ihm zu. Ohne das Engagement der Bürger und der Vereine sei ein solches Fest nicht machbar gewesen, sagte Baum. Vielleicht habe es rückblickend ein paar kleinere Fehler in der Kommunikation gegeben, letztlich habe alles aber gut geklappt. „Wir können dankbar sein, dass wir das Fest so geschultert haben“, sagte Baum. Der Rathauschef kündigte an, der auch beim Dorffest stark engagierten Freiwilligen Feuerwehr Bubenheim 8000 Euro für die Erneuerung einer Stahltreppe bereitzustellen. Die Arbeiten selbst werden dann in Eigenleistung gemacht. Weitere Themen aus der Bürgerversammlung:

Treuchtlingen in Zahlen: Die wichtigsten Eckdaten der Altmühlstadt aus der Präsentation des Bürgermeisters bei den Bürgerversammlungen 2019. © Grafik: TK


Kunstflugmeisterschaften: Ein Bürger beschwerte sich über den Lärm, den die Flieger bei den Kunstflugmeisterschaften verursachten. Auch angrenzende Ortschaften hätten bemängelt, dass es zu Lärmbelästigungen kam. Dies sei schon eine „erhebliche Zumutung“, so der Bürger, der sich fragte, ob diese Meisterschaften nun jährlich in Bubenheim stattfinden würden.

„Es ist mir nicht bekannt, dass die Meisterschaft jedes Jahr hier ausgetragen wird“, sagte Bürgermeister Baum. In den vergangenen drei Jahren sei die Meisterschaft zwar zweimal in Bubenheim ausgetragen worden und die Teilnehmer seien vom Standort Bubenheim sehr begeistert gewesen. „Aber in diesem Jahr findet sie definitiv nicht hier statt.“ Es müsse schließlich auch mal wieder etwas Ruhe einkehren, so Baum. „Aber ich kann nicht ausschließen, dass sie wieder kommen werden.“

Der neue Mobilfunkstandard 5G: Die Auktion der neuen und sehr schnellen 5G-Mobilfunk-Frequenzen soll dem Staat Milliarden einbringen und den Digitalstandort Deutschland voranbringen. Experten rechnen in den 2020er Jahren mit einem Massenmarkt für den Mobilfunkstandard 5G. Auch ein Bubenheimer Bürger hat sich bereits mit dem Thema auseinandergestetzt. Er wollte wissen, ob man schon Planungen hat, hierfür eine gewisse Infrastruktur zu installieren. Denn unter die Euphorie mischen sich auch Zweifel. Kritiker warnen vor gesundheitlichen Risiken, der Bürger sprach die elektromagnetische Strahlenbelastung an. Zahlreiche Studien haben sich mit dem Thema bereits befasst, eindeutig nachgewiesen sei bisher lediglich, dass die hochfrequenten Felder eine thermische, also wärmende Wirkung haben.

Zum Thema 5G gebe es derzeit keine aktuellen Informationen, sagte Bürgermeister Baum. Auch der Leiter des Stadtbauamts, Jürgen Herbst, betonte, dass man darüber derzeit „noch nichts wisse.“ So etwas komme von oben, dies sei in erster Linie keine kommunalpolitische Aufgabe, so Ortssprecherin Kristina Becker.

Der Bürger sagte, dass er es für wichtig halte, sich frühzeitig zu informieren. Als Einzelner könne man aber keinen Einfluss nehmen, „aber die Kommunen können das möglicherweise“. Bürgermeister Baum versprach, die Bürger zu informieren, sobald er darüber etwas wisse. „In Auernheim wurden die Bürger zuletzt ja auch beteiligt“, sagte Baum. Die Aufstellung eines Mobilfunkmasten ist dort seinerzeit gescheitert.

Städtische Grünflächen: Eine Bürgerin wollte wissen, ob der Rhythmus der Mäharbeiten gleich hoch bleibe wie im vergangenen Jahr. Nach ihrem Geschmack sei viel zu oft gemäht worden. An einer Blühfläche in Bubenheim an der Straße nach Graben sei „garantiert viermal gemäht worden. Wenn nicht öfters“. Bürgermeister Baum betonte, manche Flächen müsse man mehr pflegen, andere weniger. Hier könne man keine genaue Aussage treffen. Im Mai und Juni würden auch immer wieder Beschwerden an ihn herangetragen, dass nicht gemäht wurde. Man solle deshalb darüber doch ins Gespräch mit der Ortssprecherin kommen. „Wenn man uns sagt, ‚Bitte dort nur zweimal mähen‘, dann wird auch nur zweimal gemäht.“ Er selbst sei da relativ entspannt, was den Rhythmus der Mäharbeiten angeht. „Gebt uns das bitte mit auf den Weg“, so Baum.

Bolzplatz: Am Bolzplatz werden derzeit Arbeiten ausgeführt, deshalb gibt es auch Löcher im Boden, die noch gefüllt werden müssen. Bauamtschef Herbst teilte den Bürgern mit, dass die Verantwortlichen für die Arbeiten noch nicht ganz fertig seien. „Das ist nicht vergessen und wird noch ausgeführt.“ Ortssprecherin Kristina Be­cker führte noch eine weitere Option ins Feld, die die Arbeiten ausführen könnten und bereits in den Startlöchern stünden: Die Landkreishelden des Kreisjugendrings. „Wir sind da definitiv dran“, sagte Bürgermeister Baum. Man sei froh, dass man den Bolzplatz habe.

Mineralwasserabfüllung in der Stadt: Ein Bürger merkte an, dass das Unternehmen Altmühltaler der Region viel wertvolles Tiefenwassser entziehe und wollte wissen, wie sich das aktiv auf die Gegend auswirke. Das Wasser würde zwar aus 700 Meter Tiefe entnommen, trotzdem könne man darüber genaue Angaben machen, so Bürgermeister Baum: „Es gibt dazu zwei Gutachten.“ Nachdem über Jahre hinweg ein Büro für das Gutachten zuständig war, hat man bewusst ein weiteres eingeschalten. Und das Ergebnis sei dasselbe gewesen. Es gebe genaue Messungen, die aussagen, dass dies auf den Grundwasserspiegel und die öffentliche Wasserversorgung keine Auswirkungen habe. „Und so lange das so ist, wird das auch genehmigt.“ Eine Genehmigung läuft jeweils über fünf Jahre.

Die nächste Bürgerversammlung findet am Montag, 18. März, um 19.30 Uhr im Geißelmeier-Saal in Wettelsheim statt.

Micha Schneider E-Mail

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