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Donnerstag, 18.07.2019

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Bulli-Bastler: Treuchtlinger schrauben fürs Fernsehen

Harry Wolfsfellner und Werner Anzinger haben für die Sendung "Auto mobil" einen VW-Bus hergerichtet - 10.07.2019 06:04 Uhr

Die beiden Treuchtlinger Autoschrauber Harry Wolfsfellner (links) und Werner Anzinger hatten viel Spaß bei der Restaurierung und haben schon das nächste Projekt im Blick. © Benjamin Huck


Nein, dieses Auto sieht wirklich nicht mehr verkehrssicher aus. "Die Seiten waren total durchgerostet, der Boden war löchrig und die Bremsen total festgefahren", erinnert sich Harry Wolfsfellner an den Tag, als er den violetten VW Bus vom Typ T3 zum ersten Mal gesehen hat. "Lass bloß die Finger weg", habe ihm sein Kollege Werner Anzinger geraten. Dann aber haben sich die beiden Automechaniker doch der Herkulesaufgabe gewidmet, den schrottreifen Oldtimer für eine Fernsehsendung auf Vordermann zu bringen.

Vor einigen Jahren hatte Harry Wolfsfellner vom gleichnamigen Treuchtlinger Autohaus seine Arbeit schon einmal im Fernsehen präsentiert. Diesmal bewarb er sich für die Sendung "Auto mobil" beim Sender Vox – und wurde für die Sparte "Autoliebe rostet nicht" ausgewählt. Die Idee dahinter: Eine Frau aus Norddeutschland hat einen alten VW Bus, mit dem sie viele Emotionen verbindet. Allerdings ist das nun 30 Jahre alte Gefährt nicht mehr verkehrstauglich und muss hergerichtet werden. Diese Aufgabe übernehmen Wolfsfellner und Anzinger.

An der Seite war der 30 Jahre alte VW-Bus der Baureihe T3 komplett verrostet, als ihn Harry Wolfsfellner und Werner Anzinger von seiner Besitzerin abholten. In viel Handarbeit haben sie in ihrer Werkstatt in Treuchtlingen neue Bleche geformt und geschweißt. © Benjamin Huck


Allerdings haben sie dabei Konkurrenz: Eine Autoverkäuferin versucht gleichzeitig, einen Gebrauchtwagen als Ersatz zu finden, der den Wünschen der Kundin entspricht. Beide Teams haben dasselbe Budget, nur einer kann am Ende gewinnen.

Überall im Land Teile gekauft

"Wir hatten dreieinhalb Wochen Zeit, das war eine gewaltige Herausforderung", erzählt Wolfsfellner. Im März fuhren sie mit dem Anhänger in den hohen Norden Deutschlands und holten den "Bulli" ab. Ein Fernsehteam begleitete sie am ersten Tag in der Werkstatt, danach übernahm der junge Weißenburger Filmemacher Lucas Vogel. "Es war so ziemlich alles kaputt, wir mussten viele Sachen nachbestellen", blickt Wolfsfellner zurück. Zwar sei der T3 seinerzeit sehr beliebt gewesen, Ersatzteile gibt es heute aber kaum mehr.

So tauschten die beiden Schrauber rostige Bleche mit selbstgebauten Teilen aus, andere Karosserieteile kamen aus dem Ausland. "Vermutlich hat dort jemand noch alte Stanzmaschinen", meint Anzinger. Doch so gut wie die Originalteile hätten die Nachbauten nicht gepasst.

Das wohl schwierigste Unterfangen war es, eine neue Heckklappe aufzutreiben. Bei einem Verkäufer nahe Münster wurde das Duo fündig – der wollte die Klappe jedoch nur bei Abholung verkaufen. "Das hätten wir zeitlich nicht geschafft. Wir haben dann einen Spediteur aus der Gegend hoch geschickt, der hat die Klappe gut verpackt nach Treuchtlingen transportiert", erzählt Wolfsfellner. Der Verkäufer erhielt sein Geld per Nachnahme.

Die Kunden fieberten mit

Die dreieinhalb Wochen, die ihnen die Produktionsfirma gegeben hat, nutzten die beiden Mechaniker vollständig aus – inklusive Samstagsarbeit. "Unsere Kunden zeigten dafür Verständnis, die fanden die Aktion ebenfalls klasse", freut sich Wolfsfellner. Dabei ging nicht alles glatt: So rutschte Werner Anzinger mit der Flex aus und verletzte sich leicht. In der benachbarten Rotkreuz-Wache wurde er jedoch schnell verarztet: "Die haben auch mit uns mitgefiebert und wollten wissen, wie es voran geht."

Mit dem wieder fahrbereiten T3 samt Oldtimer-Zulassung und "H"-Kennzeichen auf dem Anhänger ging es dann nach Düsseldorf, wo sich die TV-Kandidatin entscheiden musste: Will sie ihr restauriertes Auto wieder haben, oder doch lieber den Ersatzwagen? Bekämen die beiden Schrauber das Auto nicht an die Frau, würden sie auf den Kosten sitzenbleiben.

Doch das war Wolfsfellner und Anzinger am Ende egal. Sie hätten den Wagen am liebsten selbst behalten und gar nicht mehr hergegeben, so sehr hatten sie sich in ihn verliebt. Was mit dem Bulli am Ende passiert ist? Das verraten die beiden noch nicht. Denn erst am Sonntag, 21. Juli, um 17 Uhr wird das Ergebnis des Wettbewerbs in der Sendung "Auto mobil" bei Vox präsentiert.

Den beiden fränkischen Autoliebhabern hat die Teilnahme auf jeden Fall viel Spaß gemacht. Und ihre Akte liege bereits bei einer weiteren Casting-Agentur, erzählt Wolfsfellner: "Wir freuen uns schon auf das nächste Projekt." 

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