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Mittwoch, 17.07.2019

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Das alte Treuchtlinger Krankenhaus geht auf Reisen

Der Verein "Hope" hilft mit dem Inventar Kindern in der Ukraine - 11.07.2019 06:04 Uhr

Eine Mammutaufgabe wartet auf Joachim und Liliane Streb, Stefan Flierler, Daniel Schmidt und Marie Pfaller (von links) vom Kinderhilfswerk „Hope“: Allein 140 Betten sowie Dutzende Rollstühle, Pflegegeräte und sogar Badewannen schaffen sie aus dem einstigen Treuchtlinger Gesundheitszentrum in die Ukraine, um dort Kinderkliniken zu unterstützen. Bürgermeister Werner Baum und Rathaus-Geschäftsleiter Christian Kundinger (von rechts) wünschten gutes Gelingen. © Patrick Shaw


Laut dem zweiten Vorsitzenden des Kinderhilfswerks Hope, Daniel Schmidt aus Raitenbuch, ist es "das größte humanitäre Projekt in der Vereinsgeschichte und wohl auch in der gesamten Ukraine": Rund 140 Betten, Dutzende Rollstühle und Pflegegeräte sowie Kleider, Möbel und Badewannen aus dem einstigen Treuchtlinger Stadtkrankenhaus und Pflegeheim machen sich in den nächsten Wochen per Lastwagen auf den Weg in das von Krieg und Armut gebeutelte und doch so nahe osteuropäische Land.

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Hope unterstützt mit der Hilfslieferung nach eigenen Angaben schwerkranke Kinder und deren Familien sowie Kinderkliniken, Frauen- und Waisenhäuser, Kindergärten, Pflegeheime, Geburtshäuser und Schulen. Auch ein Trauma-Hospital für schwerstverbrannte Kinder sowie das erste mobile Kinderhospiz der Ukraine sind Projekte der ehrenamtlichen Helfer, die sich vor vier Jahren nach einer Fußball-Reise zum wegen des Kriegs nach Lemberg verlegten Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen Schachtjor Donezk zusammengefunden haben.

"Bei uns gibt es keine Krankenhausbetten ohne elektrische Verstellung mehr, in der Ukraine oft gar keine Betten", betonte Bürgermeister Werner Baum beim Ortstermin im zunehmend leergeräumten Gesundheitszentrum. Auch Verbandsmaterial und Medikamente müssen kranke Ukrainer oder deren Angehörige laut Daniel Schmidt privat kaufen – bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 175 Euro und Preisen wie in Deutschland. Um ihnen mit dem zu helfen, was die Treuchtlinger jetzt nicht mehr brauchen, gehe nun "ein halbes Krankenhaus auf Reisen". 

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