Auenwald bei Graben

Das Ökosystem als Klassenzimmer

17.7.2021, 05:50 Uhr
Die Kinder durften das Klassenzimmer gegen die freie Natur tauschen und viel über Gewässer und Amphibien lernen.

Die Kinder durften das Klassenzimmer gegen die freie Natur tauschen und viel über Gewässer und Amphibien lernen. © Foto: Herbert Brumm

Die Schüler der vierten Klasse der Treuchtlinger Grundschule haben am vergangenen Dienstag ihre Sandalen gegen Gummistiefel und den Schulranzen gegen Siebe getauscht. Der Erlebnistag am Auenwald zwischen Graben und Bubenheim ist für die Kinder kurz vor den Sommerferien – und kurz vor dem Übertritt in weiterführende Schulen – eine Gelegenheit dieses besondere Ökosystem mit allen Sinnen kennenzulernen.

Rektor Herbert Brumm war sichtlich erleichtert, dass das Projekt in diesem Jahr wieder stattfinden konnte, wenn auch in kleinerem Rahmen. "Die Kinder blühen hier richtig auf, können selber anpacken und erzählen", so der Pädagoge mit Blick auf eine Gruppe Kinder, die aus einem Plastikbecken gerade verschiedene Wassertierchen fischen, die hier heimisch sind. "Hier ist eins!", ruft ein Junge und vergleicht das "gefangene" Tierchen mit den ausgelegten Infotafeln. Spielerisch sollen die Kinder so ein Gefühl für die Bewohner dieser grünen Oase bekommen.

Forschen, fast wie die Profis. Hier werden kleine Wassertierchen untersucht.

Forschen, fast wie die Profis. Hier werden kleine Wassertierchen untersucht. © Herbert Brumm, NN

An insgesamt drei Stationen lernen die Klassen etwas über Amphibien, Gewässerkunde und den Biber. Damit soll das Bewusstsein für die Natur, das Klima und ökologische Zusammenhänge geschärft werden. Dass man im Naturschutz auch oft richtig mit anpacken muss, erklärt Naturparkführer Andreas Gastner. Zusammen mit den Kindern baut er einen Amphibienzaun auf und erklärt, dass diese Art Schutz für Frösche und Co. oft nur dank ehrenamtlicher Helfer möglich ist.

Zwischen Hochwasser und Biber

Marlit Bauch, Leiterin des Informationszentrums Naturpark Altmühltal und der Umweltstation Treuchtlingen, wartet danach schon mit einem Plüsch-Biber auf die Kinder. Sie führt die Schüler in eine sumpfige Wiese und erklärt, dass sich das Tier mit den großen Vorderzähnen im Auenwald vor allem wegen dem Gewässer wohlfühlt. Bei dieser Gelegenheit klärt sie außerdem über die Folgen des Hochwassers für das Gebiet auf. "Die Wiesen stecken das gut weg. Hier, wo ich stehe, stand alles auch mal wochenlang unter Wasser", erzählt Bauch.

Der Projekttag findet mittlerweile seit 17 Jahren statt. Jedes Mal ist es für alle Beteiligten etwas Besonderes. Mit Natur und Tieren kann man Kinder eben begeistern, und das, obwohl die ersehnten Ferien so kurz vor der Tür stehen.

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