Samstag, 29.02.2020

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Das Polster der Treuchtlinger Stadtwerke wird dünn

"Zeit der Investitionen ist vorbei": Hohe Schulden, die sich aber auszahlen sollen - 29.01.2019 12:17 Uhr

In die Strom- und Wassersparte - hier Arbeiten im Wasserhaus - stecken die Treuchtlinger Stadtwerke heuer nochmals jeweils rund 1,6 Millionen Euro, ins Gasnetz knapp 600.000 sowie in die Wärmesparte gut 200.000 Euro. Ab 2020 ist dann Konsolidierung angesagt. © TK-Archiv


Über Einzelposten beriet der Gesamt-Stadtrat nicht – diese wurden bereits vor zwei Wochen hinter verschlossenen Türen im Werk- und Bäderausschuss besprochen. „Transparenz sieht anders aus“, meinten dazu auch Beobachter der finalen Haushaltssitzung am vergangenen Donnerstag (24. Januar).

Für „schwierig“ halten sowohl CSU-Fraktionschef Uwe Linss als auch FW-Sprecher Klaus Fackler die hohe Verschuldung der Stadtwerke. Die Eigenkapitalquote liege nur noch bei 25 Prozent – deutlich unter der wirtschaftlich gebotenen Untergrenze von 30 bis 35 Prozent. Bei einem Überschuss von nur 270.000 Euro seien viele der Inves­titionen bereits kreditfinanziert.

In die Strom- und Wassersparte stecken die Stadtwerke heuer jeweils rund 1,6 Millionen Euro, ins Gasnetz knapp 600.000 sowie in die Wärmesparte gut 200.000 Euro. Für die Altmühltherme wird ein Verlust von etwa 3,1 Millionen Euro erwartet. Es sei „an der Zeit, an den Stellschrauben zu drehen“, so Linss.

Netzausbau bereitet Probleme

„Wir sind uns einig, dass die Investitionen zurückgehen müssen“, bestätigte Bürgermeister Werner Baum. So könnten die Stadtwerke  „künftig auch nicht mehr alle neuen Photovoltaikanlagen bedienen“. Der Netzausbau sei zu teuer.

Stellvertreter Richard Zäh (CSU) erinnerte daran, dass er vor acht Jahren „gegen die Übernahme der Stromtrassen von den Fränkischen Überlandwerken war“. Laut Werkleiter Max Filser wird sich diese jedoch langfris­tig rechnen. Allerdings seien „der Anstieg der Einspeisung regenerativer Energien und die damit verbundene Netzverstärkung nicht absehbar gewesen“. Für diesen Missstand sei „der Bund verantwortlich“.

„Die Zeit der Investitionen ist vorbei, jetzt beginnt die Konsolidierung“, so Filser. Da im Ausschuss niemand Sparpotenziale gesehen habe, gelte es, „jetzt nicht nachzukarteln, sondern den Plan mitzutragen und in den nächsten Jahren hart daran zu arbeiten“, schloss Klaus Fackler, bevor der Stadtrat den Etat mit 17:3 Stimmen absegnete.

Patrick Shaw Redaktion Treuchtlinger Kurier E-Mail

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