Freitag, 03.04.2020

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Defis in Treuchtlingen: Eine doppelte "Herzenssache"

Vor dem Bürgerhaus hängt jetzt ein Defibrillator. Die Stadt wollte sich allerdings nicht beteiligen - 27.02.2020 06:04 Uhr

Alfred Keil und Thomas Latteier von der Projektgruppe Bürgerhaus befestigten den Defibrillator mit seinem neuen, von Sponsoren finanzierten Gehäuse vor dem Seiteneingang des Treuchtlinger Bürgerhauses. © Hans-Jürgen Porsch


Seit vier Jahren gibt es im Treuchtlinger Bürgerhaus am Schulhof einen Defibrillator, also einen Schockgeber, der bei akuten Herzrhythmusstörungen, Vorhof- oder Kammerflimmern/-flattern gezielte Stromstöße abgeben sowie auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung unterstützen kann. Doch das lebensrettende Gerät stand bisher nur für den Notfalleinsatz im Hausflur bereit. Wenn das Bürgerhaus geschlossen war, kam niemand heran, und kaum jemand wusste überhaupt von dem "Defi".

Das wollten die Verantwortlichen der "Projektgruppe Bürgerhaus" ändern und den Apparat in den öffentlichen Raum bringen, damit er im Ernstfall schnell zur Verfügung steht. Die Idee war ein Kasten an der Außenwand des Bürgerhauses, unweit des Seniorenbüros.

Allerdings ist weder ein Defibrillator selbst ein Schnäppchen, noch der nötige Kasten aus fünf Millimeter dickem Polycarbonat samt Beleuchtung, UV-Filter und Heizung. Denn der Defi sollte sichtbar, aber vor direkter Sonne geschützt sein und nie kälter als fünf Grad werden, damit er auch nach Jahren im Freien noch zuverlässig funktioniert.

Sponsoren gefunden

So suchte Bürgerhaus-Sprecher Thomas Latteier nach Sponsoren – und fand sie auch: Der Lions Club Altmühltal und die Sparkasse Mittelfranken-Süd übernahmen jeweils die Hälfte der Kosten für den Defi-Kasten. Montiert wurde dieser anschließend vom Projektgruppenmitglied und ehemaligen Seniorenbeirats-Vorsitzenden Alfred Keil.

Man hoffe, das Gerät "nicht oder nur selten anlegen zu müssen", so am Ende der Tenor der Helfer. Wenn es aber doch nötig ist, sei jeder Defibrillator selbsterklärend und gebe klar verständliche Anweisungen, sodass niemand die Verwendung scheuen müsse.

"Irritiert" zeigten sich die Gruppenmitglieder indes über die "unverständliche Ablehnung der Stadt, wenigstens den notwendigen Außen-Behälter zu finanzieren". Die Verwaltung habe dies klar abgelehnt, obwohl schon die Anschaffung des Defibrillators von Sponsoren getragen worden (Karnevalsgesellschaft, Raiffeisen- und Sparda-Bank) und der Kommune damit nicht zur Last gefallen sei. "Deshalb hatten sich die Verantwortlichen im Bürgerhaus hier selbstverständlich einen finanziellen Beistand erhofft", heißt es in einer Pressemitteilung der Gruppe.

Im Treuchtlinger Stadtgebiet gibt es derzeit nach Auflistung der Projektgruppe Bürgerhaus insgesamt 15 öffentlich zugängliche Defibrillatoren. Diese stehen an folgenden Orten:

– Firma Alfmeier, Treuchtlingen

– Altmühltherme, Treuchtlingen

– Bürgerhaus, Treuchtlingen

– BRK-Seniorenzentrum (Tagespflege), Treuchtlingen

– Stadthalle, Treuchtlingen

– Rathaus, Treuchtlingen

– Adventure Campus, Treuchtlingen

– Raiffeisenbank, Auernheim

– Schützenhaus, Bubenheim

– Gasthaus "Holdenried", Dietfurt (noch nicht aufgestellt)

– Neues Feuerwehrhaus, Gundelsheim

– Altes Rathaus, Möhren

– Altes Schulhaus, Oberheumödern

– Trafostation Döckinger Straße, Schlittenhart

– Gasthaus "Zum goldenen Stern", Windischhausen

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