Montag, 30.11.2020

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Dietfurter Stein: So kleidet sich ein Superwolkenkratzer

Der 317 Meter hohe "35 Hudson Yards" in New York holte Platz drei beim "Emporis Skyscraper Award" - 13.11.2020 06:04 Uhr

Für den Superwolkenkratzer 35 Hudson Yards in New York gab es kürzlich Platz drei beim renommierten Architekturpreis "Emporis Skyscraper Award". Die Fassade des 317 Meter hohen Kolosses, der auf einer Plattform über 30 Bahngleisen steht, besteht neben Glas fast komplett aus Jurastein der Firma Franken-Schotter aus Dietfurt.

12.11.2020 © Dave Burk, Courtesy SOM


Was hat ein Superwolkenkratzer mit dem idyllischen Altmühltal zu tun? Eine ganze Menge – rund 25.000 Steinplatten, um genau zu sein. Etwa so viele Jurakalk-Fassadenelemente aus den Steinbrüchen von Franken-Schotter mit Hauptsitz im Treuchtlinger Ortsteil Dietfurt hängen nämlich am vor knapp einem Jahr fertiggestellten Wolkenkratzer 35 Hudson Yards in New York. Für diesen gab es nun den dritten Platz beim "Emporis Skyscraper Award", einem der renommiertesten internationalen Preise für Hochhausarchitektur.


Treuchtlinger Stein berührt die Wolken


Das Mammut-Hochhaus mit der Adresse "35 Hudson Yards" ist eines der größten privaten Bauvorhaben in der Geschichte der USA. Der 317 Meter hohe Wolkenkratzer ist der höchste von rund einem Dutzend Wohn- und Bürotürmen, die in den vergangenen Jahren am Westrand von Manhattan entstanden sind und dort ein neues Geschäftszentrum ähnlich dem früheren World Trade Center bilden. Er beherbergt auf 72 Stockwerken 143 Wohnungen und ein Luxushotel und steht mitten auf einer gewaltigen Plattform, die sich über 30 Bahngleise erstreckt – welche während der gesamten Bauzeit in Betrieb blieben.

Mammut-Auftrag aus Übersee

Die Fassade des Riesenhochhauses besteht aus Glas und dreidimensionalen Naturstein-Elementen, die aus dem Franken-Schotter-Steinbruch in Kaldorf stammen. Nur für diesen Auftrag hat das Dietfurter Unternehmen eine eigene Halle gebaut und 30 neue Arbeitsplätze geschaffen. Fast ein Jahr lang verließen täglich rund 2000 Kubikmeter Fertigteile das Werk in Petersbuch.

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New Yorker Superwolkenkratzer kleidet sich in Dietfurter Naturstein

Der Superwolkenkratzer 35 Hudson Yards in New York hat kürzlich Platz drei beim Architekturpreis "Emporis Skyscraper Award" geholt. Seine Fassade besteht neben Glas fast vollständig aus Jurastein der Firma Franken-Schotter aus Treuchtlingen-Dietfurt.


Entworfen hat den Koloss David Childs vom Architekturbüro Skidmore, Owings & Merrill in Chicago. An seiner Prämierung hat aber auch Franken-Schotter einen guten Anteil. Denn der Jury des Emporis Skyscraper Award fiel der Wolkenkratzer nach eigenen Angaben "vor allem durch die Verwendung und den Mix spezieller Baumaterialien auf". Die Fassade aus beigem Jurakalkstein und Glas trage maßgeblich zu seinem "einzigartigen Erscheinungsbild" bei.


Dietfurter Stein ziert Bauten in aller Welt


Ausgewählt wurden die Gewinner aus mehr als 700 Wolkenkratzern, die 2019 fertiggestellt wurden und mindestens 100 Meter hoch sind. Architektur-Fachleute aus aller Welt bewerteten die Gebäude dazu "nach funktionalen, designbezogenen und technischen Kriterien", wie es in der Pressemitteilung von Emporis heißt. Der globale Anbieter von Gebäudedaten verlieh die Auszeichnung dieses Jahr zum 20. Mal.

Rarität: Ein Sieger aus Europa

Erstmals seit 2013 ging der erste Platz dabei heuer wieder an ein Projekt in Europa. Das 462 Meter hohe "Lakhta Center" in St. Petersburg ist zugleich das höchste Gebäude Russlands und Europas sowie das vierzehnthöchste Gebäude der Welt. Es beeindrucke, so die Begründung der Jury, besonders durch seine Energieeffizienz und seine ungewöhnliche Form, die an eine lodernde Flamme erinnert – angelehnt an das Logo des Erdgaskonzerns Gazprom, dem der Turm als Hauptsitz dient.

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Die Welt baut mit Jurastein aus Dietfurt

Die Firma Franken-Schotter ist weltweit auf Erfolgskurs. Viele prominente Gebäude werden mit Jurastein aus Dietfurt verkleidet.


Platz zwei holte das Bürogebäude "Leeza Soho" in Peking, eines der letzten Projekte der 2016 verstorbenen Stararchitektin Zaha Hadid. Das durchgehend verglaste Atrium des Wolkenkratzers ist mit 194 Metern das höchste der Welt. Aus Deutschland landete der 190 Meter hohe "Omniturm" in Frankfurt am Main auf Platz neun.

Ein Global Player mit Naturstein

Begehrter Rohstoff urzeitlicher Herkunft: Blick in den Franken-Schotter-Steinbruch bei Dietfurt.

12.11.2020 © Patrick Shaw


Die Firma Franken-Schotter ist mit ihren gut 400 Mitarbeitern einer von Deutschlands größten Arbeitgebern in der Naturstein-Branche. Aus ihren drei Werken und vier Steinbrüchen im Altmühltal (erst vergangenes Jahr kam Wachenzell hinzu) gehen jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen Natursteinprodukte in alle Welt – von Fassadenelementen und Bodenbelägen über Treppen, Mauerwerk und Steinkörbe bis hin zu Rohplatten und Schotter.

An die 50 Länder stehen auf den Frachtetiketten, darunter die USA, Russland, Indonesien und etliche arabische Staaten. Der Dietfurter Naturstein ziert neben 35 Hudson Yards unter anderem auch den 413 Meter hohen Al-Hamra-Tower in Kuwait, den Yachtclub von Monaco, das Siemens-Hauptquartier in München sowie das Innenministerium in Berlin.

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