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Ein Parkhaus am Treuchtlinger Bahnhof nutzt vielen

Pendler aus der Region sehen beim Thema Parken nicht nur die Kommune in der Pflicht - 22.08.2019 12:18 Uhr

In der Ferienzeit sind auf dem Parkplatz am Treuchtlinger Bahnhof noch einige Stellplätze frei. Doch oft müssen Autofahrer suchen oder parken im Wohngebiet. Die Pendlergruppe begrüßt den Vorschlag der Stadtrats-SPD, ein Parkhaus zu errichten. © Benjamin Huck


In der letzten Stadtratssitzung vor den Sommerferien hatte die SPD-Fraktion im Treuchtlinger Rathaus den Antrag gestellt, die Verwaltung den Bau eines Parkhauses am Bahnhof prüfen zu lassen. Der Vorstoß kam beim Großteil des Gremiums gut an, Vorbehalte gab es allerdings unter anderem bezüglich der Kosten.

Eine Gruppe von Bahnpendlern aus dem Landkreis, die in der Vergangenheit zur Verbesserung der Situation bereits mehrmals das Gespräch mit der Politik und der Deutschen Bahn gesucht hat, gibt nun zu bedenken, dass die Zustimmung zu einem Parkhaus nicht allein eine Frage des Geldes ist. Dazu haben die Pendler eine Datensammlung erstellt, die finanzielle Aspekte verdeutlicht, die mittelbar oder unmittelbar mit dem Pendeln zusammenhängen.

So können sich viele Familien den teuren Wohnraum in den Ballungszentren nicht mehr leisten und ziehen aufs Land oder bleiben gleich ganz dort wohnen. Wie der von der Bundesagentur für Arbeit erstellte Pendleratlas zeigt, nimmt die Zahl der Menschen, die nicht an ihrem Wohnort arbeiten, stetig zu. Im vergangenen Jahr arbeiteten nach Angaben der Agentur 372 Personen in München, die im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen wohnen. Innerhalb von drei Jahren ist das eine Steigerung um elf Prozent.

Künftig öfter Zug statt Auto

In den Landkreis pendeln täglich etwa 7000 Personen ein und ungefähr 13.000 aus. Für sie bekommen die Gemeinden in Summe mehrere Millionen Euro an Einkommensteuer aus dem kommunalen Finanzausgleich. Sofern die Pendler mit der Bahn unterwegs sind, brauchen sie aber auch Parkplätze.

Diese Situation werde sich in den nächsten Jahren noch verschärfen, da die Bahn aufgrund bundespolitischer Entscheidungen gestärkt werden soll und somit ein vermehrter Umstieg vom Auto auf die Bahn zu erwarten sei, prognostiziert die Pendlergruppe. "Dies wird nicht ohne Stellflächen für Auto und Fahrrad ermöglicht." Auch würden künftig mehr Ladestationen für Elektroautos und E-Fahrräder benötigt. "Das ausgesprochene Ziel der Bahn ist es, das Fahrgastaufkommen bis 2030 zu verdoppeln. Ohne zusätzliche Parkplätze wird das Ziel nicht zu erreichen sein."

Die Pendlergruppe schlägt vor, sich den Bau eines Parkplatzes am Treuchtlinger Bahnhof durch die Pendler gegenfinanzieren zu lassen. So vermiete etwa die Stadt Donauwörth Stellplätze am Bahnhof bis hin zur persönlichen Jahresnutzung. "Nach uns bekannten Informationen ist das Parkhaus in Donauwörth mit 269 Parkplätzen bereits zu klein, und es wird an eine Erweiterung gedacht", so die Pendlergruppe.

Pendler sind nicht nur aus der Stadt

In jedem Fall sei die Finanzierung eines Parkhauses am Treuchtlinger Bahnhof keine rein städtische Aufgabe. Das würden allein schon die den Pendlern bekannten Wohnorte zeigen, aus denen die Menschen in die Zentren pendeln. Daher sei es auch Aufgabe des Landkreises sowie – als Nutznießer – auch der Deutschen Bahn, ein Parkhaus zu unterstützen.

Die Pendlergruppe bietet der Lokalpolitik an, ihr das in den vergangenen Jahren gesammelte Datenmaterial zur Verfügung zu stellen. "Politik ist nicht nur Aufgabe der Volksvertreter, sondern auch der betroffenen Bürger, und als solche stehen wir für Aussprachen, Diskussionen und Mitwirkung zur Verfügung."

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