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Einlassstopps in der Altmühltherme: Jetzt kommt die Online-Buchung

Auch Zeitfenster stehen nun zur Diskussion - 28.10.2020 06:00 Uhr

Volle Auslastung bei Wahrung des Mindestabstands: Das ist eigentlich die Wunschvorstellung der Altmühltherme unter Corona-Bedingungen. Doch da mit den kühlen Temperaturen mehr Gäste kommen, denkt die Badleitung nun über Zeitfenster nach.

27.10.2020 © Foto: Altmühltherme Treuchtlingen


Wenn man es wollte, könnte man den Saunabereich der Altmühltherme wahrscheinlich oft mit doppelt so vielen Gästen füllen. 66 Personen dürfen es dort derzeit wegen der Corona-Bescheänkungen gleichzeitig sein, und diese Grenze wird nahezu täglich erreicht. Selbst unter der Woche ist die Sauna häufig schon um 11 Uhr rappelvoll, der Rest der Therme stößt zumindest an Schlechtwetter-Wochenenden an seine Kapazitätsgrenze.

Badleiter Ulrich Schumann erinnert sich an einen verregneten Tag diesen Sommer, an dem die Gäste vor dem Eingang bis zum Kreisverkehr im Nieselregen ausharrten. Bis zu anderthalb Stunden warteten sie, und diese Tage sollten sich künftig wiederholen. Zu Beginn ertrugen die Besucher die Wartezeit im Außenbereich und äußerten viel Verständnis. "Mittlerweile kippt die Stimmung allerdings", erklärt Schumann.

Schlangestehen möchte niemand

Insbesondere unter den Stammgästen macht sich Unzufriedenheit breit. In den Sommermonaten hatten die Saisonkartenbesitzer noch den Vorzug genossen, über einen nummerierten Chip das Drehkreuz zum Außenbereich der Therme verwenden zu können. Über die Nummer waren sie stets klar identifizierbar und konnten sich das Anstehen und den Weg durch die Therme bis ins Freibad sparen. Mittlerweile müssen sie jedoch wie alle anderen in der Schlange ausharren und unter Umständen lange warten.

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Gemäß der Abstandsregeln finden in der Altmühltherme aktuell 455 Personen gleichzeitig Platz – eine pro zehn Quadratmeter Wasser- und Aufenthaltsfläche. Mittlerweile hat das Personal die Zahl allerdings auf 399 Personen nach unten korrigiert: Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass sonst ein ausreichender Abstand nicht möglich ist, so Schumann.

Die Ampel kommt

Mittelfristig habe man sich auch dazu entschlossen, keine überregionale Werbung für die Therme mehr zu schalten, erklärt der Thermenchef. So wolle man den Frust von Gästen vermeiden, die eine weite Anreise auf sich nehmen und dann unter Umständen nicht reinkommen.

Unterdessen plant die Altmühltherme an einer Online-Lösung, um die Besucherströme besser zu lenken. Bereits entschieden ist, dass die Internetseite ein Ampelsystem bekommen soll. Dieses zeigt künftig in Echtzeit an, ob und wie viele freie Plätze es noch in den verschiedenen Bereichen der Therme gibt. Laut Schumann wird es in acht bis zehn Tagen online eingeführt.

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Noch nicht geklärt ist unterdessen, wie die Online-Reservierung für den Badeintritt konkret aussehen könnte. Zur Debatte stehen unter anderem eine reine Online-Reservierung oder eine Online-Variante als ergänzendes Angebot. Schumann zufolge wird aktuell über eine drei bis vier Euro teure Reservierungsnummer nachgedacht, wenn jemand einen Platz online fest buchen will. Man würde somit für die Garantie bezahlen, Einlass zu bekommen, sowie für den Service, nicht in der Schlange stehen zu müssen.

Aus für das Tagesticket?

Schumann legte in der jüngsten Sitzung des Werk- und Bäderausschusses die Vorteile dieser Lösung dar, benannte aber auch die Nachteile: Zwar würden die Kassen entlastet und Zeit gespart, weil die Besucher online alle Kontaktdaten für eine Nachverfolgung im Infektionsfall vorab angeben könnten. Allerdings ließe sich bei einer derart schlichten Ticketbuchung unter Umständen schwer reglementieren, wann die Person die Therme betritt, oder kontrollieren, wann sie die Anlage wieder verlässt und ein Platz frei wird.

Im Ausschuss wurde daher der Ruf nach festen Zeitfenstern laut. Schumann hält insbesondere eine Variante mit Vier-Stunden-Karten für denkbar, bei einem längeren Aufenthalt würde dann eine "Strafgebühr" fällig. So könnte gerade in den kalten Monaten, wenn traditionell viele Besucher in die Therme kommen, sichergestellt werden, dass jeder etwas von der Altmühltherme hat.

Der Badleiter machte keinen Hehl daraus, dass es die perfekte Lösung für den Betrieb in diesen schwierigen Monaten nicht gebe. Sowohl die bevorzugte Online-Reservierung als auch eine Variante mit Zeitfenstern könnten manchem Badegast bitter aufstoßen: "Egal, welchen Weg wir einschlagen, wir tun jemandem weh", so Schumanns Fazit.


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Eine endgültige Entscheidung zum künftigen Online-System muss die Badleitung dennoch treffen – so schwer diese auch fallen mag, es herrscht Zeitdruck. Denn mit jeder Woche, in der Gäste den Weg umsonst auf sich nehmen, wächst der Frust unter denen, die Schlange stehen. Und diese Stimmung kann negativ auf das Image der Altmühltherme zurückfallen – die sich unter normalen Umständen zusammen mit Stadtwerken und Kommune über den regen Zuspruch nach dem millionenschweren Umbau mehr als freuen müsste.

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