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Erholung: Neues Projekt "Waldbaden" am Nagelberg

Mit einem Kurwald will Treuchtlingen den Gesundheitstourismus stärken - 21.05.2020 05:56 Uhr

Herbstliches Farbenspiel am Treuchtlinger Nagelberg: Ein Kurwald könnte hier den Gesundheitstourismus in der Altmühlstadt voranbringen und auch ein Angebot für die Patienten der geplanten psychosomatischen Fachklinik sein. © Archivfoto: Benjamin Huck


Ziel des Projekts ist es, allgemeine Kriterien für Kur- und Heilwälder zu erarbeiten, Waldgesundheitstrainer und -therapeuten auszubilden sowie individuelle, für die teilnehmenden Kommunen maßgeschneiderte Präventions-, Therapie- und Rehabilitationsangebote in Verbindung mit dem Wald zu entwickeln. Dabei sollen auch die besonderen Heilmittel der jeweiligen Kurorte einbezogen werden – in Treuchtlingen etwa das zertifizierte Heilwasser.

Der BHV ist bei dem Projekt Partner des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Geleitet wird es von Professorin Angela Schuh vom Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung des Instituts für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Neben 13 weiteren Heilbädern und Kurorten reichte auch Treuchtlingens Tourismus-Chefin Stefanie Grucza eine Bewerbung ein – mit Erfolg.

Für den BHV-Vorsitzenden Klaus Holetschek bietet das Projekt große Zukunftschancen für Heilbäder und Kurorte. "Unser Ziel ist es, die größte deutsche Waldstudie durchzuführen. Wälder sind die grüne Lunge unseres Planeten und spielen für die Gesundheit der Menschen und unser Klima eine große Rolle. Walderlebnisse stärken das Immunsystem, senken den Blutdruck und hellen die Stimmung auf."

Zunächst werden in dem neuen Projekt Kriterien für Heil- und Kurwälder entwickelt. "Wir werden nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen einen Katalog erarbeiten", erklärt Angela Schuh. Grundsätzliche Anforderungen an gesundheitsfördernde Wälder seien unter anderem ein spezifisches Wald-Innenklima, die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt, die Beachtung von Schutzzonen, aber auch der freie Zutritt und die Verkehrssicherung. Ein Kurwald sei unter anderem für Klima- und Kneipptherapie vorgesehen und solle den Besuchern auch Verweil- und Ruheplätze bieten.

Ein solcher Kurwald soll nun auf städtischem Gebiet am Treuchtlinger Nagelberg entstehen. Erste Besichtigungen seitens der LMU gab es schon Ende vergangenen Jahres. Sobald es die Umstände in Sachen Corona wieder zulassen, sollen die Voraussetzungen erneut bei belaubtem Wald geprüft werden.

Zwei Trainerinnen geschult

Manuela Rößler und Angelika Liefke sind die künftigen Waldgesundheitstrainerinnen für Treuchtlingen (aufgenommen vor der Corona-Pandemie). © Foto: Stadt Treuchtlingen


Bereits vor der Pandemie wurden die künftigen Waldgesundheitstrainerinnen der Stadt mit einer eigens dafür entwickelten Fortbildung der Universität geschult. Derzeit durchlaufen Angelika Liefke und Manuela Rößler noch die Praxisphase und erarbeiten Konzepte, die für ein besonderes Walderlebnis am Nagelberg sorgen sollen. Nach Abschluss der Ausbildung will das Tourismus-Team zusammen mit den beiden Trainerinnen die ersten Waldgesundheitsangebote auf die Beine stellen.

Gerade im Rahmen der in den nächsten Jahren in Treuchtlingen entstehenden psychosomatischen Bezirksklinik könnte der Kurwald laut Stefanie Grucza "ganz neue Aspekte in das Gesundheitsangebot der Stadt Treuchtlingen einbringen". Das Thema "Waldbaden" sei in aller Munde, etwa um seelischen Missständen vorzubeugen, oder beispielsweise unterstützend bei Patienten mit Burnout.

Doch auch die Treuchtlinger selbst sollen den heimischen Wald durch das neue Angebot aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Die Kurse sollen, soweit möglich, in diesem Sommer starten.

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