-4°

Montag, 30.11.2020

|

zum Thema

Fürs Treuchtlinger Hotelprojekt "rauchen die Köpfe"

Stadtbauamt und Initiator informierten über den Planungsstand für das Businesshotel an der Therme - 29.02.2020 06:04 Uhr

So könnte das Businesshotel einmal aus Richtung Hauptstraße/Josef-Lidl-Straße aussehen: Rechts die Baumreihe entlang der Altmühl (dahinter die Therme), zentral der Eingangsbereich des hufeisenförmig in Richtung Norden gekrümmten Baus mit den großflächig verglasten Gastronomie- und Tagungsräumen darüber.

28.02.2020 © Grafik: Architekturbüro Helmut Reck


Das langersehnte und von allen Stadtratsfraktionen befürwortete Hotel solle "nach sechs Jahren Verhandlungen und einem halben Jahr Vorbereitung nicht im Wahlkampf zerredet werden", begründete Bürgermeister Werner Baum die kurzfristige Einladung. Er sei "zuversichtlich, dass das Projekt weiter Fahrt aufnimmt", gestehe aber ein, dass er zu Jahresbeginn etwas vorschnell die Vertragsunterzeichnung angekündigt habe. Die Bauleitplanung brauche noch etwas Zeit, und der Grundstückskäufer werde verständlicherweise erst unterschreiben, wenn er grünes Licht für sein Vorhaben habe.

Für Verzögerungen sorgt laut Jürgen Herbst unter anderem, "dass das Hotel nicht in den aktuellen Bebauungsplan passt". Dieser stammt noch aus der Zeit der ersten Anläufe für ein Hotel und sieht beispielsweise ein Stockwerk weniger vor. Der geplante "Bademantelgang" über die Altmühl zur Therme ist überhaupt nicht enthalten. Deshalb muss der Plan zunächst geändert werden.

"Seither rauchen die Köpfe", so Herbst, der auf Gespräche zum Immissionsschutz, Termine beim Landratsamt und "viele kleine Änderungen" verwies. So habe man zum Beispiel die Busparkplätze verlegt, die Zahl der Pkw-Stellplätze auf 93 aufgestockt und das Baugrundstück um die Grünfläche hinter dem Gebäude Landeskirchlichen Gemeinschaft reduziert, um die räumliche Nähe zu entzerren. "Am wichtigsten ist uns die Nachhaltigkeit", betont Herbst. Im Bauleitverfahren komme dann mit zwei Beteiligungsrunden auch die Öffentlichkeit zu Wort.

"Für Stadt und Region bitter nötig"

Oliver Schüller steht trotz der Hängepartie nach eigenen Worten dazu, "in der Region etwas zu machen". Er sei davon überzeugt, dass "die Sache für die Stadt und die Region bitter nötig ist". Seiner Erachtens bräuchte auch das Fränkische Seenland ein solches Hotel, doch dort fehle eine wichtige Bedingung: "Die benachbarte Therme, die ein Betreiber ansonsten selbst hinstellen müsste."

Schüller hofft nun, dass das Verfahren bis Jahresende abgeschlossen ist. "Sie sollten der Sache Glaubwürdigkeit schenken, auch wenn es ein paar Monate länger dauert, und Ihre Einmütigkeit auch nach der Wahl erhalten", appellierte er an die Ratsmitglieder. Rathauschef Baum sagte zu, "soweit möglich nur mit den Mindestfristen zu arbeiten". Gegebenenfalls sei der Bauantrag auch schon im laufenden Verfahren möglich.

Bürgermeisterkandidatin Kristina Becker erklärte, sie stehe ebenfalls zu dem Vorhaben. Allerdings hätte sie gern vorab das von Schüller erwähnte Gutachten gesehen, das ihm zufolge belegt, dass Treuchtlingen das Potenzial für den Betrieb eines so großen Hotels hat. Der Initiator bat zwar um Verständnis dafür, dass er seine Projektgrundlagen nicht öffentlichen machen werde, bot aber allen Fraktionen an, Einsicht zu nehmen.

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Treuchtlingen