Generelles Böllerverbot in Altmühl- und ganz Mittelfranken

29.12.2020, 12:22 Uhr
Das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen und auch alle anderen Kreisverwaltungsbehörden in Mittelfranken verbieten das Mitführen und Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen an Silvester und Neujahr 2020/21. Das Verbot bezieht ausdrücklich auch private Flächen wie den eigenen Garten oder Balkone mit ein.

Das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen und auch alle anderen Kreisverwaltungsbehörden in Mittelfranken verbieten das Mitführen und Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen an Silvester und Neujahr 2020/21. Das Verbot bezieht ausdrücklich auch private Flächen wie den eigenen Garten oder Balkone mit ein. © Gottfried Czepluch/imago-images.de

Die mittelfränkischen Kreisverwaltungsbehörden hätten sich auf Grund der angespannten Situation in den Krankenhäusern zu diesem Schritt entschlossen, schreibt das Landratsamt. Die Belegung der Intensivstationen, aber auch die Belastung der Mitarbeitenden hätten längst eine kritische Grenze überschritten. Mit dem Abbrennen von Feuerwerkskörpern gehe immer eine Verletzungsgefahr einher. Zusätzliche Patienten würden die Arbeit in den stark belasteten Krankenhäusern durch Covid-19- und andere Notfallpatienten erschweren.

Maßgeblich sei dabei nicht nur die Situation der Krankenhäuser im Landkreis, sondern in ganz Mittelfranken, so das Landratsamt. Gerade Personen mit schwereren Verletzungen müssten teilweise in Häusern der sogenannten Maximalversorger oder spezialisierten Kliniken behandelt werden. Dort seien die Kapazitäten bayernweit weitgehend ausgereizt. Auch wurden in den letzten Wochen immer wieder Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, aus den Kliniken verlegt.

"Die Situation der Kliniken in Mittelfranken lässt sich dabei mit kommunizierenden Röhren vergleichen: Sind die Kapazitäten in einem Krankenhaus ausgereizt, so müssen andere Standorte aushelfen, indem sie Patienten aufnehmen. Aufgrund der Pandemie haben wir derzeit eine Sondersituation, die diese Maßnahme rechtfertigt", erklärt Landrat Manuel Westphal.

Notrufe verdoppeln sich an Silvester

So seien allein für den Bereich der Rettungsleitstelle Nürnberg an Silvester 2019/20 zwischen 18 und 6 Uhr rund 186 Notfall- und Notarzteinsätze sowie 90 Brandeinsätze mehr angefallen als an anderen Tagen. Die Notrufzahlen verdoppeln sich erfahrungsgemäß an Silvester. Bei der derzeitigen Auslastung der Kliniken stehe zu befürchten, dass aufgrund silvestertypischer Verletzungen die Behandlungs- und Bettenkapazitäten soweit belastet würden, dass die Versorgung von kritisch erkrankten oder verletzten Patienten nicht mehr gewährleistet werden kann.

Der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester ist durch die 11. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bereits verboten. An Silvester gilt zudem eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Niemand darf ohne triftigen Grund die Wohnung verlassen. Da aber Feuerwerkskörper im Internet bestellt werden oder Vorräte vorhanden sein könnten, bestehe die Gefahr, dass dennoch Böller oder Raketen vor 21 Uhr abgebrannt werden.

Nach Ansicht des Landratsamtes genügt es deshalb nicht, ein Feuerwerksverbot auf bestimmte Plätze zu beschränken. Durch die Allgemeinverfügung ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern nun auch auf Privatgrund verboten. Das Verbot bezieht sich allerdings ausdrücklich nicht auf Feuerwerk der Kategorie F1, also ganzjährig erhältliche Feuerwerksscherzartikel und -spielwaren, Tischfeuerwerk sowie Jugendfeuerwerk.

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