Montag, 22.04.2019

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Germania Wettelsheim wird heuer 111 Jahre alt

Vorbereitung aufs Jubiläum beim 76. Schießen des Schützengaus Weißenburg - 02.04.2019 06:02 Uhr

Gemeinsam gaben die Ehrengäste die ersten Schüsse ab (von links): Landratstellvertreter Robert Westphal, Bürgermeister Werner Baum, Schirmherr Matthias Strauß, Gauschützenmeister Klaus Kemmelmeier, Stellvertreter Karl Hüttinger und Markus Dürnberger als Schützenmeister des Jubelvereins trafen aber nicht gut genug für die Eröffnungsscheibe. © Foto: Jürgen Leykamm


Allein die Vorarbeiten zu den diesjährigen Feierlichkeiten und den dazugehörigen Schießwettkampf seien ein enormer Kraftakt gewesen, so Gauschützenmeister Klaus Kemmelmeier in seinem Grußwort. Müsste er alle diesbezüglichen Verdienste aufzählen, „bräuchte ich dazu wohl selbst 111 Jahre.“ 

Geselligkeit und Tradition, Vereins- und insbesondere Jugendarbeit und Einsatz fürs Gemeinwohl würden bei der Germania groß geschrieben, fass­te er sich dann doch etwas kürzer: Man könne den Verein „durchaus als Vorbild für andere“ bezeichnen, „Ihr investiert in die Zukunft!“ Als ein äußerlich sichtbares Zeichen hierfür darf die Umrüstung auf zehn elektronische Luftgewehrstände im vergangenen Jahr zählen, worauf der gastgebende Schützenmeister Markus Dürnberger zu sprechen kam. 870 Arbeitsstunden in Eigenleistung seien hier in einem Dreivierteljahr geleistet worden, wofür er seinen Dank aussprach. Die passenden Bilder flimmerten dazu über eine Leinwand. Im November 2018 war dann alles fertig. 

Zur gelungenen Generalprobe für das Jubiläums- sei dann das Weihnachtsschießen geworden. Die Zugkraft der neuen Anlage sei enorm, wie Dürnberger im Gespräch mit unserer Zeitung verriet. „Es kommen jetzt Leute, die schon seit 15 Jahren nicht mehr geschossen haben“ und entdeckten so ihr altes Hobby und den Verein ganz neu für sich. Auf die Jugend übe die Neuerung sowieso eine große Faszination aus. Mit 40.000 Euro habe die Umrüstung zu Buche geschlagen. 

Feierpause war dem Verein zu lang

Dürnberger versäumte es auch nicht zu verraten, warum denn nun ausgerechnet das 111-jährige Bestehen groß gefeiert wird. Die Idee sei bei der Hundertjahrfeier geboren worden, als man übereinkam, dass die Feierpause bis zum 125. Geburtstag doch etwas lang sei. Und ob man sich nicht lieber „in der Mitte der beiden Jubiläen treffen“ wolle. Dann wurde noch etwas abgerundet – schon stand der Entschluss.

Unterstützung bei der Umsetzung habe es sowohl durch die Stadt Treuchtlingen wie auch den Landkreis gegeben. Beide waren mit Bürgermeis­ter Werner Baum und Landratstellvertreter Robert Westphal natürlich auch beim Eröffnungsschießen vertreten. Letzterer lobte das „vorbildliche ehrenamtliche Engagement“ des Jubelvereins. Sein Kompliment dehnte er dabei aber auch auf die gesamte Schützenfamilie aus, die eben „etwas ganz Besonderes“ sei. 

Auch in seiner Gesamtgemeinde gäbe es viele Schützenvereine, zeigte sich Werner Baum erfreut, der zugleich auf die Festtage von Freitag, 28. Juni, bis Montag, 1. Juli, verwies. Die Beteiligung am Jubiläums- und Gauschießen ist noch bis Sonntag, 19. Mai, möglich. Ein Höhepunkt im Leben eines Vereins, „der aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken ist“, so der Schirmherr des Festes, Matthias Strauß, seines Zeichens ebenso Wettelsheimer Ortssprecher: „Wenn man die Germania ruft, dann ist sie da!“ Er sei sich sicher, dass sie auch die Feuertaufe in Form des Eröffnungsschießens gut meistern werde, so Strauß, der außerdem selbst Mitglied des Jubelvereins ist. 

Und schon ging es an die Schießstände, wo der Wettkampf der 86 Teilnehmer gleich um zwei Scheiben entbrannte. Die eigentliche Eröffnungsscheibe schnappte sich dabei Anja Roddeck vom Patenverein, der im gleichen Dorf zu Hause ist: die SG Tell Wettelsheim. Richard Brückel von der Germania war ihr aber knapp auf den Fersen. Dritter wurde Jürgen Käfferlein vom Schützenverein Diana Rothenstein. 

Die Festdamenscheibe, auf die von 13 Personen geschossen wurde, sicherte sich indes standesgemäß mit Laura Herzog ein Mitglied der Festdamenriege des Jubilars. Für diesen selbst traten Julian Föttinger und Lisa Neumeier an, die auf den Rängen zwei und drei landeten. 

Jürgen Leykamm E-Mail

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