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Dienstag, 16.07.2019

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Hochkarätiges Kabarett vor wenigen Zuschauern

Josef Pretterer vermischte politisches Kabarett mit Figurentheater - 31.10.2010 16:05 Uhr

Kabarett und Figurentheater in einem: Josef Pretterer © Hubert Stanka


Pretterer vermischt in einzigartiger Weise politisches Kabarett mit fantasievollem Figurentheater – so hat bei den einzelnen Szenen nicht nur der Intellektuelle seine Lacher garantiert, auch Kinder können dem ganzen Geschehen folgen.

Dabei ist es höchst hintergründig, wenn Pretterer den Enkel des Bauern Brandner Sepp seine Erfahrungen machen lässt. Brandner erzählt dabei ganz beiläufig, wie wütend er auf Monsanto und den Genmais ist, dessen Blütenstaub aus seinem Honig Sondermüll machte. Und dabei sind wir auch beim Thema des Abends: die Gene.

Da hockt nun Enkel Pascal mit seinen großen Augen (selbst Ergebnis eines genetischen Auswahlverfahrens) auf dem Schoß des Opas und fragt diesen Löcher in den Bauch. Wie z.B. kommen die Kinder in den Bauch der Mama? Sepp alias Pretterer erzählt vom „Gaudistangerl“ und erklärt es mit Figuren, die Spermien und Eizelle miteinander diskutieren lassen.

Der schwule Kardinal ...

Der schwule Kardinal haut der katholischen Kirche schnell noch eines auf die Mütze bzw. Mitra. Seitenhiebe gegen Politik und Gesellschaft gibt es am laufenden Band. Die Figuren brennen sich ins Gedächtnis. Pascal mit großen Glubschaugen und abstehenden Ohren, die „Gier“ als überlebensgroße, furchteinflößende Fratze und ein genetisch perfektioniertes, gruseliges Killer-Kid, das als hochgezüchtete Kampfmaschine apokalyptische Gen-Abgründe auftut.

Obwohl Pretterer für jeden sichtbar seine Puppen auf der Bühne führt, sind sie doch irgendwie selbstständig. Die Rollen wechseln mühelos. Das Programm „Gen-ial“ ist „hinterfotzig“, wie der Bayer sagt, streckenweise richtig böse und legt den Finger in viele aktuelle Wunden. Schade nur, dass dieses hochkarätige Kabarett nur wenige Besucher ins Forsthaus zog. Es wäre viel mehr wert gewesen.
  

tk

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