Mittwoch, 20.11.2019

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Höchstes Altmühl-Hochwasser seit acht Jahren

Pegel erreicht in Treuchtlingen Meldestufe zwei – Gut für Grundwasserspiegel und Brombachsee - 03.01.2018 15:05 Uhr

An einen Bummel über den Altmühlweg unterhalb der Treuchtlinger Hauptstraße war gestern nicht mehr zu denken. © Patrick Shaw


Am Vortag hatten zunächst eher die Autofahrer auf den flussnahen Straßen bei Meinheim und Markt Berolzheim nasse Füße bekommen. Nach knapp 2,40 Metern am Dienstag stieg der Altmühl-Pegel in Treuchtlingen dann am Mittwoch, 3. Januar, auf über 2,80 Meter. Das entspricht der Meldestufe zwei, bei der die ersten Äcker und Wälder überflutet werden und es leichte Verkehrsbehinderungen geben kann. Wohnanwesen und Keller waren noch nicht in Gefahr.

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Land unter an der Altmühl bei Treuchtlingen

Von einem Jahrhundert-Hochwasser ist die Altmühlregion verschont geblieben, doch die vom Regen angeschwollenen Fluten ihres namensgebenden Flusses haben in den vergangenen Tagen weitläufig Auen, Felder, Straßen und vereinzelt Gebäude unter Wasser gesetzt.


Eine solche sieht der Leiter des Ansbacher Wasserwirtschaftsamts, Thomas Keller, aktuell auch nicht – im Gegenteil: Er freue sich über das, wie er sagt, „wunderbare Wetter“. Denn nach den heißen Sommern 2015 und 2016 sei der Grundwasserspiegel in der Region erheblich gefallen. Nun könne er sich regenerieren. Das derzeitige Hochwasser ist dem Experten zufolge jedenfalls „kein großes“. Und eines pro Winterhalbjahr sei sogar gut für die Altmühl und ihre Auen.

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Hochwasser in Treuchtlingen - damals und heute

Dass die Altmühl in und rund um Treuchtlingen über die Ufer tritt, ist nichts Neues. Das zeigen unsere Archivaufnahmen aus den 1930er bis 2010er Jahren eindrucksvoll.


Seit dem 30. Dezember wird dennoch Wasser in den Altmühlsee abgeleitet, und seit Dienstag sind auch die Schleusen am Überleiter in Richtung Brombachsee geöffnet. Seither fließen dort pro Sekunde 12.000 Liter Nass ins größte Gewässer des Seenlands (bis zu 70.000 wären möglich).

Was Thomas Keller besonders freut: Nach dem stetigen Regen der letzten Wochen ist das Wasser äußerst sauber. Derzeit steht der Brombachsee-Pegel bei 409 Metern, einer mehr sei das Ziel fürs Frühjahr. Da die Böden maximal mit Wasser gesättigt sind, trägt nun jeder weitere Regenguss dazu bei. So könnte das aktuelle Hochwasser hie und da auch noch knapp die Meldestufe drei erreichen.

Alle aktuellen Pegelstände gibt es im Viertelstunden-Takt unter hnd.bayern.de

Patrick Shaw (TK) / Jürgen Eisenbrand (AB) E-Mail

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