12°

Freitag, 18.10.2019

|

Infrastruktur beschäftigt die Menschen in Haag

Unzufrieden mit dem langsamen Internet – Probleme mit dem Eichenprozessionsspinner - 14.03.2019 06:05 Uhr

Gut gefüllt war das Gasthaus „Frankenhöhe“ bei der ersten Bürgerversammlung des Jahres in Haag. © Benjamin Huck


Enttäuscht seien die Haager, dass die 2018 versprochene Straße immer noch nicht gebaut worden sei, so Ortssprecher Siegbert Mrasek. Gemeint ist die Zufahrt vom Marmorwerk nach Haag, die schon seit Jahren nicht mehr gut in Schuss ist. Bürgermeister Werner Baum war zunächst auch der Meinung, man könnte einfach die Oberfläche abfräsen und darüberteeren, schon sei die Sache erledigt. Doch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung hätten ihn eines Besseren belehrt, so Baum.

Denn zusammen mit einem Planungsbüro haben sie die gesamte Straße untersuchen und Bohrungen durchführen lassen. Die Proben hätten ergeben, dass der Untergrund nicht mehr ganz in Form ist, also auch eine Vollsanierung in Frage kommt. Momentan prüft die Verwaltung, welche Variante am geeignetsten ist – auch im Hinblick auf staatliche Fördermittel. Zu den 50.000 Euro Planungskosten kommen 400.000 Euro für die Ausführung. Dieter Jänsch vom Bauamt sagt, im Herbst 2019 könnte die Ausschreibung rausgehen, sodass mit einer Umsetzung 2020 zu rechnen ist. Die Umleitung für die Anwohner erfolgt dann voraussichtlich über einen Schotterweg in Richtung Rehlingen.

„Und was ist mit den restlichen Straßen? Die sehen auch recht kaputt aus“, möchte ein Anwohner wissen. Bürgermeister Baum gab zu bedenken, dass es vielen anderen Orten auch so gehe und die Missstände Stück für Stück aufgearbeitet werden – im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt.

Treuchtlingen in Zahlen: Die wichtigsten Eckdaten der Altmühlstadt aus der Präsentation des Bürgermeisters bei den Bürgerversammlungen 2019. © Grafik: TK


Eine Art der Wegesanierung sei hingegen dringend notwendig, so Ortssprecher Mrasek: Das Bankett auf der Straße von Neufang über Gut Hürth zur B2 erfüllt nicht mehr seine Funktion. Die Verwaltung notierte sich das Problem, Bauamtsmitarbeiter Jänsch stellte sogar in Aussicht, dass diese Straße als sogenannter Kernweg komplett erneuert werden könnte – ohne einen festen Termin zu nennen. Die weiteren Themen des Abends:

Die Eiche am Spielplatz: Seit einigen Jahren ist dieser Baum vom Eichenprozessionsspinner befallen, was im Sommer eine Sperrung des Platzes zur Folge hat. Für die Bürger ein Unding, deshalb stand die Idee im Raum, dieses Gehölz zu fällen. Auch andere Ortsteile haben ein Problem mit dem Insekt und seinen Allergien hervorrufenden Härchen, dort werde vorbeugend das für Mensch und Tier wohl ungiftige Neemöl gespritzt. „Wir sollten einen Baum auch fällen, wenn er Probleme bereitet“, so der Bürgermeister. Allerdings hat am 1. März die Schonzeit begonnen, weshalb die Eiche auf jeden Fall bis zu diesem Herbst stehen bleibt und erneut gegen den Spinner gespritzt wird. Sollte sich das Dorf einig sein, könne dieser Baum auch weg und ein anderer gepflanzt werden. Doch die Diskussion um diesen Punkt bei der Bürgerversammlung zeigte, dass die Haager in dieser Frage eher noch gespalten sind.

Schnelles Internet: Trotz einiger Investitionen und neuer Glasfaserleitungen ist die Internetgeschwindigkeit für viele Haager noch zu langsam. So würde zwar für 50 Megabit pro Sekunde bezahlt, oft kämen aber nur 17 oder 18 MBit/s aus der Leitung –und das für vergleichsweise viel Geld. Dabei sind die Haager auf einen Anbieter angewiesen (Felkatec), der dort das Monopol hat. Ein Bürger wollte wissen, ob die Stadtwerke als Eigentümerin der Infrastruktur nicht Druck auf andere Anbieter ausüben können, damit diese den Ort beliefern.

Matthias Reichenthaler von den Stadtwerken erklärte die Schwierigkeit dahinter: So könnten die Werke keinen Anbieter zwingen, einen Ort zu bedienen. Und selbst wenn alle Haager zum selben neuen Anbieter wechseln würden, würde dieser im Jahr etwa 2000 Euro Verlust machen. Reichenthaler bietet an, nochmal mit M-Net als möglicher Alternative zu sprechen und den Dienstleister auch nach Haag einzuladen, wo die Bürger ihre Bereitschaft zu einem Wechsel zeigen können.

Uneinsichtige Autofahrer: Ein Bürger berichtete, dass er auf dem Weg zwischen der Staatsstraße 2217 und dem Marmorwerk immer wieder Autofahrer beobachtet, die dort absichtlich die Grenzen ihrer Fahrkunst austesten. Er wollte von der Stadt wissen, ob sie an dieser Stelle nicht eine Geschwindigkeitsbegrenzung einführen könne. Bürgermeister Baum gab zu bedenken, dass ein Tempolimit manche Autofahrer nicht davon abhalten werde, sich wie beschrieben zu verhalten. Die Verwaltung wird sich diese Stelle bei der nächsten Verkehrsschau zusammen mit der Polizei ansehen. Außerdem wies der Bürger darauf hin, dass viele Radfahrer des Möhrenbachtalwegs die Straße kreuzen, ohne auf den Verkehr zu achten. Er regte an, ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Gefährliche Kreuzung“ anbringen zu lassen.

Zustand der Feldwege: Ein Vertreter der Jagdgenossenschaft Haag berichtete, dass die Jäger 2018 vier Kilometer Feldweg für 8000 Euro hergerichtet hätten, dafür gab es einen Zuschuss in Höhe von 2000 Euro. Der Bürger gab zu bedenken, dass die Kosten immer weiter steigen und das auf Dauer nicht mehr machbar sei. Ob nicht eine Asphaltierung mancher Wege möglich ist? Bürgermeister Baum sagte, er könne das Anliegen verstehen, wies aber darauf hin, dass sich die Stadt um 168 Kilometer Gemeindestraßen kümmern müsse, dazu kämen „x Kilometer Feldweg“. Ausgeschlossen sei eine Asphaltierung nicht für immer, aber derzeit stünden andere Wege in anderen Orten im Vordergrund.

Straßenbegleitgrün: Nach dem Erfolg des Volksbegehren zum Thema Artenschutz wollte ein Bürger wissen, was denn die Stadt selbst auf ihren Grünflächen zu tun gedenkt. Bürgermeister Baum erläuterte, dass die Pflanzen entlang der Straßen länger stehen sollen, wenn es nicht die Verkehrssicherheit beeinträchtigt. Außerdem soll im Stadtpark künftig nicht mehr jede Woche der Rasen gemäht werden. Im Kurpark entstehen zusammen mit dem Naturpark-Infozentrum großflächige Blühflächen auf den Wiesen. Dennoch müsse man bei manchen Mitarbeitern das Bewusstsein schaffen, dass nicht sofort alle Pflanzen umgemäht werden müssen.

Biomasseheizwerk: Wie geht es nach der Schließung des Stadtkrankenhauses mit dem Biomasseheizwerk in der Hahnenkammstraße weiter, wollte ein Bürger wissen. Rathauschef Baum sagte, dass gerade Gespräche mit der Hochschule laufen, um den Campus anzuschließen. Dennoch müsse das Heizwerk nun eine Durststrecke überbrücken, außerdem sei nicht klar, ob die Bezirkskliniken ihren Neubau dort auch anschließen. „Wir können keinen Privaten zum Anschluss zwingen“, so Baum. Er stellte in Aussicht, dass 2024/25 ein gemeinsames Nahwärmenetz in der Stadt bestehen könne, denn dann muss die Fußgängerunterführung der Bahn saniert werden, dabei könnte man die Lücke zwischen Hahnenkammstraße und Altmühltherme schließen.

Thema Maibaum

Nach dem Maibaumunglück von Wettelsheim im vergangenen Jahr hat die Stadt in Absprache mit den Feuerwehren eine neue Regelung getroffen, so Bürgermeister Werner Baum. Die Kommune hat eine spezielle Maibaumversicherung abgeschlossen und ist damit in Zukunft bei Unfällen eindeutig haftbar. Außerdem übernimmt das Aufstellen der Bäume in der Regel die Feuerwehr vor Ort, die Kommandanten tragen die Verantwortung. Zudem sei der „Wettlauf der Maibäume“ vorbei, so Baum: Künftig gelten 25 Meter als maximale Höhe. „Trotz des Unfalls wollen wir an der Tradition festhalten“, so die Meinung des Rathauschefs.

Benjamin Huck Treuchtlinger Kurier E-Mail

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Treuchtlingen, Treuchtlingen, Haag