Direktvermarktung

Initiatorinnen des Stadtladens laden zum Kennenlernen ein

22.7.2021, 06:00 Uhr
Motiv: Die Initiatorinnen Gabriele Auernhammer und Dorothee Bucka sowie das  künftige Betreiberehepaar Sonja und Michael Holzer (von links) laden ein, das  Projekt Stadtladen zu unterstützen und selbst davon zu profitieren.  Foto: Jürgen Leykamm

Motiv: Die Initiatorinnen Gabriele Auernhammer und Dorothee Bucka sowie das künftige Betreiberehepaar Sonja und Michael Holzer (von links) laden ein, das Projekt Stadtladen zu unterstützen und selbst davon zu profitieren. Foto: Jürgen Leykamm © Jürgen Leykamm, NN

Bei Direktvermarktern einkaufen wollen viele, scheuen aber dann doch die oft weiten Wege. In der Stadtmitte könnte nun bald eine Art Marktplatz für regionale Produkte entstehen. Noch aber stehen die Räume an der Hauptstraße 10 (ehemals Modekarussell) leer. Denn nur wenn sich genügend Bürger als Unterstützer finden, kann das Projekt "Stadtladen" Wirklichkeit werden.

Samstagvormittag ist die Ladentüre geöffnet

Schon am vergangenen Samstagvormittag haben die Initiatorinnen Dorothee Bucka und Gabriele Auernhammer die Werbetrommel bei offener Ladentüre gerührt. Am Samstag, 24. Juli, werden sie es von neun bis zwölf Uhr wieder tun. Wie bei einem Dorfladen gilt es nämlich auch in diesem Fall erst einmal eine haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft (UG) zu gründen, was eine Woche darauf geschehen soll.


Eröffnung im Herbst? Stadtladen in Treuchtlingen geplant


Mit gerade einmal 100 Euro ist man dabei, es darf natürlich auch mehr sein. "Unser Ziel ist es, 50.000 Euro zusammen zu bekommen", so Auernhammer. 13.000 Euro sind es bislang. Es ist also noch Luft nach oben.
Rechnerisch ist die Zielsetzung gar nicht einmal so sehr ambitioniert; nur 500 Treuchtlinger sind vonnöten, um es zu erreichen. Ist der Laden dann erst einmal aufgebaut und laufen die Geschäfte, werden die stillen Teilhaber mit Warengutscheinen als Rendite belohnt.

Wie das Geschäft aussehen soll

Beteiligen können sich auch Nicht-Treuchtlinger, aus Vaihingen gibt es bereits einen Interessenten. Wenn alles klappt wie geplant, könne man im Herbst Eröffnung feiern; im Visier ist die erste Novemberwoche. Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun.
So heißt es die 70 Quadratmeter große Verkaufsfläche auf Vordermann zu bringen: "Die Schaufensterwände kommen weg", sagt Bucka. "Aber das Parkett kann drin bleiben", ergänzt Auernhammer. Es gilt eine Theke mit einzurichten, denn auch Mittagessen will man hier einmal reichen."Wir bieten aber ausschließlich vegetarische beziehungsweise vegane Gerichte an", wie Bucka unterstreicht.

"Wollen nicht konkurrieren"

Damit soll eine Konkurrenz mit den örtlichen Metzgereien in der unmittelbaren Nachbarschaft vermieden werden. Auch ansonsten setze das Team auf Kooperation, heißt es weiterhin. Gespräche mit Vertretern des örtlichen Handels haben die beiden Frauen bereits geführt, "die Angebote sollen sich ergänzen und nicht konkurrieren", heißt es.

Gemeinsam Treuchtlingen stärken sei ihre Devise. Beim Verkauf der Lebensmittel ist hingegen das Motto "unverpackt" Trumpf. Kaffeebohnen werden direkt vor Ort vermahlen, Milch und Joghurt gibt es im Glas, Butter wird von den Rollen abgeschnitten. Statt Großgebinde zu schleppen, ist es hier möglich, auch nur einige wenige Karotten mitzunehmen. Das Mittagessen lässt sich in Schraubgläsern mit nach Hause nehmen. An der Käsetheke wird ebenso passend portioniert.

Integrationsgedanke beim Personal

Saisonale Erzeugnisse, sortenreine Säfte und vieles mehr wird hier einmal auf die Kunden warten, skizzieren die Initiatorinnen. Es gälte, eine Nahversorgerlücke zu schließen: "Es sind die Alltagseinkäufe, die bei uns getätigt werden können", sagt Auernhammer. "dazu bieten wir auch einen ehrenamtlichen Lieferservice an". Vielleicht gibt es ja dazu wie erhofft ein Lasten-E-Bike von der Stadt finanziert.

Auf der Suche nach Arbeitskräften stand hingegen von Anfang an der Integrationsgedanke im Fokus. Den Laden schmeißen sollen einmal das aus Russland zugewanderte Paar Sonja und Michael Holzer. Gesucht wird derzeit noch eine Leitungskraft, die die Geschäfte künftig führen kann, sprich das Sortiment pflegt, den Wareneinkauf und die Buchhaltung übernimmt.

Der, der hier arbeitet, soll auch seine eigene Kultur mitbringen dürfen", heißt es einhellig. Vielleicht gibt es hier also bald einmal syrische Küche zu genießen. Ebenso sollen die Städtepartnerschaften mit Ponsacco (Italien) und Bonyhad (Ungarn) oder die Partnerschaft des Landkreises mit Orimattila (Finnland) kulinarisch mit Leben erfüllt werden.

"Durch den integrativen Ansatz wollen wir Ängste abbauen", wie Bucka zudem betont. Entstehen soll "ein Umschlagplatz für Ideen und Waren". Ein großes Sortiment an Hülsenfrüchten, ökologisch hochwertige und zugleich fair gehandelte Gewürze aber vielleicht auch Kunsthandwerk werden ebenso den Weg in den Stadtladen finden.

Seit Mitte Mai ist das Gebäude in der Hauptstraße nun bereits angemietet. Ob der Leerstand bald völlig verschwindet, liegt aber nun an der Bevölkerung. "Es zählt der Bürgerwille", betont Auernhammer.

Kontaktmöglichkeiten

Mehr Infos zu dem Projekt gibt es unter gabrieleauernhammer@freenet.de oder dbucka@gmx.de. Willensbekundungen zur Beteiligung an der UG können per E-Mail geschehen oder im Briefkasten an der Hauptstraße 10 (Flyer mit entsprechendem Einleger gibt es im Kulturladen in der Hauptstraße 23/25) eingeworfen werden.