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Jubiläum: 10 Jahre Städtepartnerschaft mit Bonyhád

Die Freundschaft von Treuchtlingen mit der ungarischen Stadt dauert noch viel länger an - 12.04.2021 10:08 Uhr

Fokus auf das Jahr 2018: Damals wurde in Treuchtlingen der Partnerschaftsplatz eingeweiht. Zu Gast waren Delegationen aus dem italienischen Ponsacco und aus Bonyhád in Ungarn. Auf unserem Archivbild Bürgermeister Werner Baum und Bürgermeisterin Ibolya Filóné Ferencz Ibolya (Mitte) aus Bonyhád.

11.04.2021 © Foto: Stadt Treuchtlingen


Wenn es Corona nicht gäbe, wäre der vergangene Freitag für Treuchtlingen bestimmt ein Feier-Tag gewesen. Davon ist auch Marina Stoll von der Stabsstelle Bürgermeisterbüro im Rathaus überzeugt. Denn: Am 9. April hat sich zum zehnten Mal der Tag gejährt, an dem die Partnerschaft zwischen der Altmühlstadt und Bonyhád in Ungarn besiegelt worden ist.

Die Partnerschaft Treuchtlingens mit Bonyhád existiert nicht nur zehn Jahre, sondern sie hat auch eine lange Vorgeschichte. Eine bereits seit über 20 Jahre bestehende Freundschaft von Schulen mündete schließlich in eine offizielle Städtepartnerschaft.

Wie die Partnerschaft begann

Damals, im Jahr 2011, haben bei einem Festakt die Bürgermeister Árpad János Potápi und Treuchtlingens Stadtoberhaupt Werner Baum die entsprechende Urkunde unterzeichnet. Auch eine Linde wurde von den Rathauschefs zum Andenken an diese historische Stunde gepflanzt.

Der feierliche Akt der Urkundenunterzeichnung vor zehn Jahren: die beiden Bürgermeister Árpad János Potápi (li.) und Werner Baum (re.) gemeinsam mit Ilona Köhler-Koch von der deutschen Minderheiten-Selbstverwaltung in Tolnau (Mi.).

11.04.2021 © Foto: Stadt Treuchtlingen


Bei der Feier in Ungarn stellten sämtliche Redner die Beziehungen zwischen den beiden Städten in den geschichtlichen Kontext. Unter anderem wurde an die Jahrzehnte während des "Eisernen Vorhangs" erinnert, der einst Europa spaltete. "Und man rief ins Gedächtnis, wer seinerzeit die erste Masche jenes unseligen, überdimensionalen metallischen Textils auftrennte", formulierte der Chronist.

Durch die Öffnung der Grenzen nach Österreich im Mai 1989 läutete Ungarn den Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Osteuropa ein und leistete damit "einen wichtigen Schritt für die Wiedervereinigung Deutschlands", so der damalige Treuchtlinger Bürgermeister Werner Baum.

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Musik verbindet Völker


Noch im selben Jahr waren erste zarte Bande zwischen der Senefelder-Schule Treuchtlingen und dem Sándor-Petöfi-Gymnasium in Bonyhád (auf deutsch "Bonnhardt") geknüpft worden. Es entstand zunächst ein reger Austausch, der später maßgeblich dafür gewesen ist, dass beide Orte die Partnerschaft eingingen.

Völkerverständigung sichtbar gemacht

Die Partnerschaft solle "der gegenseitigen Unterstützung und den gegenseitigen Besuchen aller Bevölkerungsschichten und Altersklassen dienen". So könne es gelingen, "Frieden und Völkerverständigung ein persönliches Gesicht zu geben", lautet ein Zitat im Rahmen der offiziellen Besiegelung der Partnerschaft Treuchtlingens mit Bonyhád.

Bereits zum damaligen Zeitpunkt waren zahlreiche Freundschaften aufgrund der Beziehungen zwischen den beiden Schulen entstanden. Dies sei ein Beweis dafür, dass man sich auf dem richtigen Weg befinde. Es sei ein "kleiner, aber sehr lebendiger Beitrag", den Bonyhád und Treuchtlingen zum freundschaftlichen Verhältnis der europäischen Völker leisteten, wurde beim Festakt betont.

In Italien und in Ungarn liegen Treuchtlingens Partnerstädte. Ein ganz spezieller Wegweiser in der Altmühlstadt erinnert an sie.

11.04.2021 © Foto: Lidia Piechulek


Ähnlich sah dies auch der Bürgermeister der ungarischen Kleinstadt im Süden des Landes, Árpad János Potápi. Die Kontakte zwischen den beiden Orten würden wohl nun noch enger werden. Dieser damalige Blick in die Zukunft ist in den Jahren seither dann auch eingetreten.

Wie eng sie bereits in der Vergangenheit waren, führte Potápi ebenso vor Augen. Denn es seien durch den regen Schüleraustausch nicht nur viele Freundschaften, "sondern auch eine Ehe entstanden", wie Potápi in seiner damaligen Rede zu berichten wusste.

Dass die Städtepartnerschaft eigentlich eine logische Folge der Schulfreundschaft ist, darauf zielten beim Festakt die Worte des früheren Senefelder-Schulrektors Johannes Novotný – heute Leiter des Gymnasiums in Wendelstein (Landkreis Roth) – ab. Denn viele der Austauschschüler von einst seien heute in ihren Kommunen recht aktiv. Ebenso würden einige von denjenigen, die 2011 die Schulbänke in beiden Orten drückten, künftig "in die Gemeinden und deren politische Gremien hineinwachsen."

Austauschschülerin sang

Für Novotnýs Ausführungen gab es beim Festakt im Jahr 2011 geradezu ein Paradebeispiel: Silke Schebitz, eine der ersten Teilnehmerinnen am Schulaustausch zwischen Bonyhád und Treuchtlingen, sang zur Urkundenunterzeichnung und gab vor zehn Jahren so diesem gemeinsam mit Schülerinnen der "Sene", der Stadtkapelle der Altmühlstadt sowie dem Treuchtlinger Trachtenverein einen würdigen Rahmen.

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Treuchtlinger fuhren mit Trachten und Geschenken zum Festakt nach Ungarn.


Es habe all die Jahrzehnte "eine große Empathie" zwischen Treuchtlingen und Bonyhád gegeben, betonte bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde auch der Leiter des dortigen Gymnasiums, Szabolcs Péter Ónodi. Gerade was die deutsche Affinität zu Ordnung und Regelmäßigkeiten, aber auch zu karitativem Engagement, anbelangt, habe man sich in Bonyhád inspirieren lassen, ließ der Rektor in seinen Worten damals durchblicken.


Zum 5-jährigen Jubiläum: Treuchtlinger Trachtler in Bonyhád


In der nach wie vor gültigen Partnerschaftsurkunde verpflichten sich die beiden Städte "im Bewusstsein der Gemeinsamkeiten und Unterschiede am Haus Europa weiterzubauen", wie es im Text heißt. Zugrunde lagen der Besiegelung der Beziehungen die Beschlüsse der jeweiligen Stadträte, an die die Vertreter der Schulen damals mit der Bitte herangetreten waren, eine Städtepartnerschaft ins Leben zu rufen.

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An die im Jahr 2011 ausgetauschten Geschenke sei noch erinnert: Während Bürgermeister Baum seinem ungarischen Kollegen ein großes Bild mit einer Impression aus dem Herzen Treuchtlingens schenkte, reichte Potápi ihm einen Dolch, gefertigt "in einer der besten Waffenschmieden Ungarns". Von den Teilnehmern der Feier wurde dies nicht als "kämpferische Geste", sondern als Ausdruck der Wertschätzung und des Vertrauens empfunden. Eine gemeinsam gepflanzte Linde war als Erinnerung an die Feierstunde gedacht.

ley/tk

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