Dienstag, 12.11.2019

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Jugendlicher löst mit falschem Notruf Großeinsatz aus

Ein junger Treuchtlinger meldete zunächst einen Dachstuhlbrand - 03.11.2019 11:05 Uhr

Ein junger Treuchtlinger hat am Samstagabend die Feuerwehr grundlos alarmiert, um dann den Einsatz zu filmen. © Patrick Shaw


Der Notruf entpuppte sich als schlechter Scherz: Nachdem am Samstag um 18.34 Uhr ein 18-Jähriger den Brand eines Dachstuhls am Treuchtlinger Patrich gemeldet hatte, rückten zwei Streifen der Polizei, der Rettungsdienst mit zwei Einsatzfahrzeugen und Notarzt sowie die Freiwillige Feuerwehr mit einem kompletten Löschzug und 22 Mann an. Dort angekommen stellten die Einsatzkräfte jedoch fest, dass alles in Ordnung war. Nirgendwo waren Rauch oder Flammen zu sehen. Es handelte sich um eine Falschmeldung.

Über die Standorterkennung konnte die Polizei allerdings das Mobiltelefon des Anrufers orten und in der Nähe des Treuchtlinger Feuerwehrhauses lokalisieren. Auf der Suche nach dem Verdächtigen fielen den Beamten schließlich drei Jugendliche auf, darunter der 18-jährige Treuchtlinger, eine 17-jährige Treuchtlingerin, sowie eine 16-Jährige aus Ellingen. Auf dem Wallmüllerplatz wurde das Trio kontrolliert.

Bei der Überprüfung der Handys der Jugendlichen stellte sich heraus, dass der 18-Jährige mit dem Telefon der 16-Jährigen den Notruf abgesetzt hatte. Anschließend hatte er die ausrückenden Feuerwehrkräfte mit dem Handy gefilmt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurde der Teenager zuvor von der 16-Jährigen zu dem falschen Notruf angestiftet oder zumindest bei seiner Tat unterstützt.

Einschlägig bekannter Störenfried

Gegen beide Jugendliche ermittelt die Polizei nun wegen Missbrauchs von Notrufen. Der 18-Jährige ist laut Polizei einschlägig bekannt. Allein in den vergangenen drei Jahren sei er 22 Mal polizeilich in Erscheinung getreten, darunter wegen Körperverletzung, Diebstahls und Drogenmissbrauchs.

Feuerwehrkommandant Christoph Misoph betonte am folgenden Tag nochmals, was für eine "bodenlose Frechheit" es sei, dass "hier auf böswillige Weise Rettungsmittel gebunden wurden". Er berichtet außerdem, dass es in der Stadt nahezu zeitgleich auch zu einem medizinischen Notfall gekommen sei. "Glücklicherweise konnte der Notarzt gleich abgezogen werden." Dennoch hätten die Jugendlichen mit ihrem schlechten Scherz auf diese Weise sogar Menschenleben gefährdet.

Allzu häufig kommen solch absichtliche Fehlalarmierungen dem Kommandanten zufolge allerdings nicht vor. "Das war das erste Mal dieses Jahr, dass so etwas wirklich böswillig war", so Misoph. Ansonsten handle es sich bei falschen Notrufen meist eher um Irrtümer - und es sei auch "besser, wenn die Leute uns einmal zu oft rufen als einmal zu selten". Im aktuellen Fall hofft der Feuerwehrchef indes, dass "die Stadt dem Verursacher auch die Kosten in Rechnung stellt". Das könne durchaus eine hohe dreistellige bis niedrige vierstellige Summe sein.

[Der Artikel wurde um 10.35 Uhr aktualisiert und um die Informationen zum mutmaßlichen Täter sowie den O-Ton des Feuerwehr-Kommandanten ergänzt]


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psh/mch E-Mail

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