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Kaufen die Kommunen den Karlsgraben?

Weißenburg und Treuchtlingen wollen historischen Kanal in öffentliche Hand bringen - 05.07.2017 08:53 Uhr

Erst im Juni kartographierten Archäologen und Geowissenschaftler von der Universität Kiel unter der Leitung von Doktorandin Annika Fediuk per Unterwasser-Radar den Grund der "Fossa Carolina".

05.07.2017 © Patrick Shaw


Bei der Pressekonferenz über die neusten Forschungsergebnisse brachte Weißenburgs Oberbürgermeister Jürgen Schröppel einen möglichen Kauf der Flächen durch die Städte Treuchtlingen und Weißenburg ins Gespräch.

Die Grafik zeigt gestrichelt den Verlauf der „Fossa Carolina“ mit den Grabungsstellen – eine im Mittelteil und zwei im Norden (oben rechts). Unten links liegt der Ort Graben mit dem heute sichtbaren Kanalabschnitt. Quer von rechts oben nach links unten kreuzt die Bahnlinie die einstige Kanalbaustelle.

05.07.2017 © Grafik Uni Jena


„Wir werden uns bemühen, die Trasse in öffentliche Hand zu bringen“, kündigte der Rathauschef an, auf dessen Stadtgebiet zwei Drittel der rund drei Kilometer langen, einstigen Kanalbaustelle liegen. „Auf Bürgermeisterebene sind wir uns einig, dass wir das unter allen Umständen erreichen wollen.“ Damit bestärkt das Stadtoberhaupt auch Archäologe Dr. Lukas Werther von der Universität Jena, der dafür warb, den Verlauf des historischen Kanalfragments durch Pflanzungen und Hinweisschilder auch „in der Landschaft sichtbar und bewanderbar zu machen“. Ihm sei es sehr wichtig, dass die Arbeit der Forscher nicht nur für die wissenschaftliche „Schublade“ ist.

Dabei helfen könnten der Naturschutz und das Amt für ländliche Entwicklung (ALE). So hat Treuchtlingens dritter Bürgermeister Klaus Fackler laut Schröppel bereits eine mögliche Förderung aus Mitteln des Umweltschutzes ins Gespräch gebracht. Ein „Glücksfall“ sei zudem die laufende Dorferneuerung in Dettenheim, in deren Rahmen man mit den Grundstücksbesitzern über Abtretungen verhandeln könne.

„Zielrichtung ist die Extensivierung von Flächen mit Nutzungsauflagen für die Landwirte“, konkretisierte ALE-Abteilungsleiter Alexander Zwicker. Die Interessen von Denkmal- und Naturschutz seien in diesem Fall de­ckungsgleich. Knackpunkt sei allerdings, dass die Entscheidung über den Erwerb der Flächen durch die öffentliche Hand wegen des Förderzeitraums noch in diesem Jahr fallen müsse. Deshalb werde er mit den Dettenheimern baldmöglichst eine Versammlung anberaumen, um deren Entgegenkommen auszuloten.

Patrick Shaw Redaktion Treuchtlinger Kurier E-Mail

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