Montag, 11.11.2019

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Klettersteinbruch bei Möhren der Bestimmung übergeben

Die Altmühlstadt und der Landkreis sind um eine Freizeitattraktion reicher - 06.07.2016 06:05 Uhr

Prost auf die Kraxler! Landratsstellvertreter Robert Westphal, Campusleiter Wolfgang Feldner, Bürgermeister Werner Baum, Koordinatorin Marina Stoll sowie die drei Vorkletterer und die Vertreter der beteiligten Alpenvereine beim Eröffnungstrunk. © Hubert Stanka



Der Klettersteinbruch liegt nahe dem Möhrener „Rasthaus“ an der Staatsstraße 2217 Richtung Rehlingen auf Haager Flur. Er gehört den Bayerischen Staatsforsten und ist von der Stadt Treuchtlingen gepachtet. Mit mehr als 40 Routen bis zu einem Schwierigkeitsgrad von „zehn“ in einer einzigen, großen Wand ist er durchaus eine Alternative zum Klettergarten bei Konstein.

Klettern darf im Möhrener Bruch jedermann auf eigene Gefahr. Das zumindest erklärte Bürgermeister Werner Baum bei der Eröffnung ausdrücklich. Dem widerspricht allerdings ein Schild am Zugang zum Areal, das die Nutzung auf Angehörige der Hochschule und der Alpenvereine beschränkt. Letzteres ist auch Bestandteil der Verträge und vermutlich eine Frage der Haftung.

Drei couragierte Kraxler

Beklettern wollen die Wand vor allem die drei benachbarten Alpenvereine. Die Sektionen Treuchtlingen, Gunzenhausen und Weißenburg haben auch die Hauptarbeit geleistet und die vielen Haken in die Wand geschlagen. Außerdem steuerten sie je 500 Euro an Materialkosten bei. Die drei „Hauptkraxler“ Götz Minuth, Thilo Jäger und Michael Meyer, die die Routen abgesteckt haben, waren bei der Eröffnung dabei. Sie verbrachten in den vergangenen zwei Jahren viele Stunden in der Wand. Für ihr Engagement erhielten sie großen Applaus – auch von ihren Vereinschefs Angelika Rosenbauer, Johann Teiml und Dieter Wirth.

Das Einrichten des Klettersteinbruchs war eine mühevolle und langwierige Aufgabe, nicht nur im technischen Sinn. Schwierig war es vor allem, einen geeigneten Ort zu finden und alle Naturschutz-Auflagen zu erfüllen. Bürgermeister Baum ließ dies in seiner Rede durchblicken – und auch, dass er mit den Auflagen nicht immer einverstanden war.

Als „sehr, sehr gut“ lobte der Rathauschef dagegen die Zusammenarbeit der drei Alpenvereine. Außerdem sprach er die Boulderhalle auf dem Treuchtlinger Campus an, die sich bereits bewähre. Vor sechs Jahren sei es gelungen, die Hochschule für angewandtes Management mit Europas einzigem „Adventure-Campus“ in Treuchtlingen anzusiedeln. Damals habe es viele visionäre Ideen gegeben. Eine davon sei ein Klettersteinbruch gewesen, der nun verwirklicht wurde.

Der Uhu hielt die Planer hin

Zuerst habe man einen anderen Steinbruch am Patrichberg im Auge gehabt, blickte Baum zurück. Dessen Nutzung scheiterte – nicht zum letzten Mal – an einem Uhu, der dort nis­tete. „Der Naturschutz hat uns viel beschäftigt“, so das Stadtoberhaupt. Insgesamt seien rund 15 Steinbrüche untersucht worden. Immer wieder seien die Pläne am Naturschutz oder aus anderen Gründen gescheitert. Der Möhrener Bruch sei überdies ziemlich zugewachsen gewesen. Zwei Jahre habe es gedauert, bis er gesichert war und freigegeben werden konnte.

Bürgermeister Baum rief dazu auf, das Angebot nun auch zu nutzen. Die Region werde damit touristisch aufgewertet. Koordiniert hat das Projekt Marina Stoll von der Stabstelle für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Stadtmarketing. Die Kosten in Höhe von gut 6500 Euro trugen Stadt und Landkreis gemeinsam.

Alpenvereine vereinten ihre Kräfte

Treuchtlingens Alpenvereins-Vorsitzende Angelika Rosenbauer verwies ebenfalls auf die Boulderhalle, die vor einem Dreivierteljahr eingeweiht wurde (wir berichteten). Schon damals sei sie regelrecht euphorisch gewesen angesichts der guten Zusammenarbeit der drei Vereine im Landkreis. Mittlerweile habe die Halle großen Zulauf, und die Leute kämen von weither. Dabei war laut Rosenbauer ursprünglich geplant, zuerst den Klettersteinbruch anzulegen – was aus den erwähnten Gründen nicht klappte.

Einen kleinen Wermutstropfen gab es dann aber doch. Denn zur Eröffnung, der auch Landratsstellvertreter Robert Westphal und Campusleiter Wolfgang Feldner beiwohnten, war eigentlich eine Erstbesteigung der schwierigsten Route geplant, die bislang noch kein Kletterer geschafft hat. Dafür hatte die Stadt 50 Liter Bier ausgelobt. Mangels Kandidaten fiel dieser sportliche Höhepunkt aber aus. Er soll nun an einem anderen Termin nachgeholt werden.

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Hubert Stanka

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