Kriminalität in Treuchtlingen: So erfolgreich war die Polizei 2020

8.5.2021, 06:01 Uhr
Wohnungseinbrüche haben – auch wenn es mit sechs Stück immer noch insgesamt wenige sind – im vergangenen Jahr zugenommen. In vielen anderen Bereichen hat das Einsatzgeschehen hingegen stark abgenommen.

Wohnungseinbrüche haben – auch wenn es mit sechs Stück immer noch insgesamt wenige sind – im vergangenen Jahr zugenommen. In vielen anderen Bereichen hat das Einsatzgeschehen hingegen stark abgenommen. © Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Polizeiinspektion Treuchtlingen, namentlich Polizeichef Dieter Meyer und sein Stellvertreter Matthias Kögel, präsentierten in der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Digitalisierungsausschusses den Sicherheitsbericht für das Jahr 2020. Die Kennzahlen sind in wenigen Zeilen zusammengefasst: Es gab im Vorjahresvergleich weniger Straftaten und die Aufklärungsquote der hiesigen Polizei ist nach wie vor hoch. Nicht nur das, sie stieg 2020 sogar noch leicht um 0,3 Prozent auf 77,6 Prozent an.


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Im Vergleich mit der Aufklärungsquote im mittelfränkischen Durchschnitt von 68,1 Prozent "lebt es sich in Treuchtlingen also ziemlich sicher", erklärte Matthias Kögel mit einem breiten Lächeln.

Ein Jahr ohne Veranstaltungen

Wenig verwunderlich ist, dass sich aufgrund der Corona-Beschränkungen das Einsatzgeschehen der Polizei stark verlagert hat: Rohheitsdelikte, sprich Raub und Körperverletzungen, haben stark abgenommen. Wie Kögel erklärte, hänge das unmittelbar damit zusammen, dass öffentliche Veranstaltungen – und der damit zwangsläufig einhergehende Alkoholkonsum sowie das Gedränge – weggefallen sind.

Ebenfalls stark abgenommen haben die sogenannten "Kontrolldelikte", zumindest sind davon weniger ans Licht gekommen. Darunter fallen etwa Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Ladendiebstahl oder Beförderungserschleichung. Wie der Treuchtlinger Polizeichef mitteilte, hänge das aber in erster Linie mit einer coronabedingt verminderten Kontrolltätigkeit der Beamten zusammen.

Mehr Unfälle mit Senioren

Im Gemeindegebiet Treuchtlingen gab es zudem rund 20 Prozent weniger Verkehrsunfälle als im Vorjahreszeitraum. Von den rund 700 Unfällen im Gesamtgebiet der PI waren wiederum rund die Hälfte reine Wildunfälle. Weit weniger Unfälle haben sich im Jahr 2020 aufgrund von zu schnellem Fahren ereignet (23 statt 37). Hier zeige sich bereits ein positiver Effekt der Geschwindigkeitsmessungen, merkte Kögel an.

Auffällig war hingegen das Unfallgeschehen in Zusammenhang mit Radfahrern und mit Senioren. Demnach waren bei allen 14 Unfällen, bei denen Radfahrer beteiligt gewesen sind, diese auch die Unfallverursacher. "Zurückzuführen ist das mit Sicherheit auf das veränderte Freizeitverhalten der Bevölkerung", heißt es im Sicherheitsbericht. Denn 2020 hat der Radverkehr insgesamt sehr zugenommen.

2020 gab es außerdem mehr Unfälle, an denen Senioren ab 65 Jahren beteiligt gewesen sind (+ 13 Prozent). In 27 von 43 Fällen waren diese auch die Unfallverursacher. Wie Polizeichef Dieter Meyer anmerkte, sehe er darin aber noch keinen Trend beziehungsweise eine problematische Entwicklung. Um diese festzustellen, müsse man die Zahlen der nächsten Jahre abwarten. Zugenommen haben hingegen einige Straftaten im privaten Raum, bei denen es um die sexuelle Selbstbestimmung geht.

Demnach wurden 2020 insgesamt 17 Fälle von Besitz oder Verbreitung von Kinderpornographie im Internet festgestellt. Die übrigen Straftaten in diesem Segment waren Fälle von sexueller Beleidigung und sexueller Belästigung. Wie die PI Treuchtlingen bekanntgab, konnten hier alle 44 Fälle vollständig aufgeklärt werden, was auf gute Ermittlungsarbeit, aber auch auf viele Hinweise aus der Bevölkerung zurückzuführen sei. Der Großteil der Fälle ereignete sich im privaten Nahbereich, also im Umfeld von Bekannten, Freunden und Familie oder in der Partnerschaft.

Mehr Wohnungseinbrüche

Auf der anderen Seite gab es 2020 mehr Wohnungseinbrüche (insgesamt sechs, 2019 nur zwei). Diese konnten "aufgrund fehlender Hinweise aus der Bevölkerung und unzureichender Spuren" nicht aufgeklärt werden. Hier rät die Polizei dazu, in die Prävention zu investieren.

Effizient und relativ kostengünstig seien Bewegungsmelder, die automatisch das Licht im Eingangsbereich der Haustür einschalten würden. "Die Einbrecher gehen dann in der Regel weiter zum Haus nebenan, das nicht beleuchtet ist", weiß Polizeichef Meyer.

Es gebe darüber hinaus aber auch kostenlose und gleichsam effiziente Methoden, um Einbrecher fern zu halten. So rät der Polizeichef etwa dazu, die Rollläden nicht unten zu lassen oder den Nachbarn zu bitten, den Briefkasten regelmäßig auszuleeren, wenn man für einige Tage nicht zuhause ist.

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