Kurpark-Schwäne: Was wurde aus den Küken?

26.5.2021, 06:01 Uhr
Die sieben Jungschwäne aus dem Kurpark gelten seit dem 3. Mai als vermisst.

Die sieben Jungschwäne aus dem Kurpark gelten seit dem 3. Mai als vermisst. © Foto: Michael Kobienia

Es sorgte am 2. Mai für reichlich Entzücken, als die Schwanenfamilie mitsamt des diesjährigen Nachwuchses durch den Kurpark spazierte. Manch ein Passant erhaschte damals einen Blick auf die frisch geschlüpften Küken, und freute sich wohl darauf, diese in den kommenden Wochen und Monaten beim Heranwachsen zu beobachten.

Denn genau so ist es beispielsweise 2019 gewesen, als insgesamt acht Jungschwäne bis in den Spätherbst hinein bei ihren Eltern geblieben sind. Wie Vogel-Expertin Angelika Nelson vom Landesbund für Vogeslchutz (LBV) erklärte, ist das bei Höckerschwänen völlig normal; Sie bleiben ziemlich lange in Familiengruppen zusammen. In diesem Jahr könnte der Lauf der Natur allerdings ein völlig anderer gewesen sein. Denn die Küken wurden laut aktuellem Kenntnisstand am Tag ihres Spaziergangs letztmalig gesichtet.

Rückkehr ohne die Küken

Ein passionierter Spaziergänger und Beobachter der Schwäne wandte sich vor wenigen Tagen an unsere Zeitung und beschrieb, dass die Schwanenfamilie genau am 3. Mai, also just am Tag nach ihrem Spaziergang im Kurpark, bereits verschwunden war. "Ich dachte, sie würden einen kleinen Ausflug in der Altmühl machen. Doch leider habe ich sie seitdem nicht mehr im Kurpark gesehen", erzählte er. Am 15. Mai kehrte dann das Elternpaar, allerdings ohne ihren Nachwuchs, in den Kurpark zurück.

Wie LBV–Expertin Angelika Nelson nun mitteilte, könnte den sieben Küken durchaus etwas zugestoßen sein. Die Feinde der Schwäne seien vielfältig, und reichen von Fuchs, Katze und Hund an Land, bis hin zum Hecht als Raubfisch im Wasser. "Für sämtliche Tierarten gilt: Es schlüpfen naturgemäß mehr Tiere, als durchkommen", erklärte sie. Dass der gesamte Nachwuchs fehlt, sei allerdings durchaus ungewöhnlich, da Schwäne naturgemäß sehr wehrhaft sind.

Den Verbleib der sieben Küken einmal dahingestellt, sei es nun durchaus möglich, dass sich der weibliche Schwan erneut auf seinem Gelege niederlässt und einen zweiten Brutversuch wagt. Das wäre laut Nelson zumindest ein Indiz dafür, dass der ersten Brut etwas zugestoßen ist.

Wer kann Hinweise geben?

Dass das Elternpaar nun immer mal wieder verschwindet, heiße hingegen nicht, dass es noch auf der Suche nach den Jungschwänen ist. Wahrscheinlicher ist, dass die beiden Schwäne nun keine Bindung mehr zu dem Gelege haben und daher "ganz normal umherziehen".

Wer die Schwäne nach dem 3. Mai mit oder ohne ihren Nachwuchs beobachtet hat, der kann sich gerne unter tk-redaktion@pressenetz.de an die Redaktion wenden.

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