Samstag, 27.02.2021

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Lebenshilfe baut neue Werkstatt in Treuchtlingen

Die Werkstatt mit pädagogischer Begleitung soll Platz für bis zu 50 Mitarbeiter bieten - 14.07.2018 06:01 Uhr

Aus zwei Gebäudeteilen soll die neue Werkstatt des Sozialbetriebs „Wei/Tec“ der Weißenburger Lebenshilfe bestehen. Der kleinere entsteht auf dem Areal der ehemaligen Pokorny-Villa in der Elkan-Naumburg-Straße, der größere an der Stelle der zugehörigen Schneiderei.

13.07.2018 © Grafik Radegast Architekten


Seit rund vier Jahren unterhalten die Weißenburger Werkstätten in den Wohn- und Werksgebäuden der eins­tigen Firma „Stoffe und Kurzwaren Pokorny“ in der Elkan-Naumburg-Straße einen Betrieb für Menschen, die besonderer Betreuung bedürfen. Eine klassische Behindertenwerkstatt ist Wei/Tec nicht. Vielmehr sind dort vor allem Menschen tätig, die wegen psychischer Erkrankungen oder zum Beispiel Authismus ein ruhigeres und strukturierteres Arbeitsumfeld brauchen, als dies im Trubel eines großen Unternehmens wie der Weißenburger Werkstätten mit ihren mehr als 200 Angestellten möglich ist.

Die derzeit rund 20 Mitarbeiter von Wei/Tec bedrucken Werbetassen, erledigen Montagearbeiten für externe Auftraggeber und ähnliche Arbeiten. Laut Geschäftsführer Günther Laubinger ist der Betrieb eine Art „Landezone“, in der die Beschäftigten mit pädagogischer Begleitung für den (Berufs-)Alltag fit gemacht werden. Anschließend wechseln sie je nach Erfolg zurück in die Weißenburger Werkstätten, in andere Einrichtungen der Lebenshilfe wie etwa das in Treuchtlingen, Weißenburg und Gunzenhausen ansässige „Café Lebenskunst“ oder auf den freien Arbeitsmarkt.

Die alte Pokorny-Villa hatten die Mitarbeiter vor dem Einzug Anfang 2014 selbst renoviert und mit einem Container im Garten ergänzt. Die ehemalige Schneiderei daneben steht seither leer. Schon damals hatte die Lebenshilfe über einen späteren Neubau nachgedacht. Der soll nun realisiert werden, wofür der Bauausschuss des Treuchtlinger Stadtrats mit einigen kleineren Befreiungen vom Bebauungsplan einstimmig grünes Licht gab.

Zunächst sollen bis Ende 2019 die alte Villa abgerissen und an ihrer Stelle der erste, kleinere Teil des Neubaus errichtet werden. Er ist zweigeschossig mit Flachdach und wird anschließend durch einen zwischenliegenden Eingangsbereich mit dem rund zweieinhalbmal so großen Werkstattgebäude verbunden, das wegen des Gefälles zur Straße hin aber nur eingeschossig wirkt. Zusammen nehmen die beiden Bauteile rund zwei Drittel der Grundstückslänge parallel zur Elkan-Naumburg-Straße ein. Der großzügige, parkähnliche Garten dahinter bleibt bestehen.

Wegen der umliegenden, eher gewerblichen Bebauung hält das Stadtbauamt den fabrikähnlichen Charakter des vom Pappenheimer Architekturbüro Radegast geplanten Neubaus für „städtebaulich vertretbar“. Bis zu 50 Mitarbeiter sollen dort nach Fertigstellung arbeiten – zum größeren Teil von Wei/Tec, aber auch von der „Grünen Gruppe“ der Lebenshilfe. Diese bietet Garten- und Landschaftspflege an und ist aktuell wenige Häuser weiter in der ehemaligen Gärtnerei Schwimmer untergebracht. Investor des Neubaus ist die Stiftung der Lebenshilfe Weißenburg.

Patrick Shaw Redaktion Treuchtlinger Kurier E-Mail

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