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Mobilfunk: Ausbau geht in Treuchtlingen langsam voran

Besserer Empfang - 01.02.2020 05:57 Uhr

Nicht schön, aber nötig für den Anschluss des ländlichen Raums an die digitale Welt: Ein Mast mit den Antennen verschiedener Mobilfunkanbieter.

© Foto: Hans-Joachim Winckler


Während Politik und Industrie bereits den Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G vorantreiben wollen, erreicht nun allmählich der bislang schnellste Funkstandard der vierten Generation, LTE, Treuchtlingen. Nach Telekom und Vodafone, die in der Kernstadt schon seit längerem damit unterwegs sind, zieht jetzt der dritte große Netzbetreiber Telefónica Deutschland (bekannt mit seiner Marke O₂) nach.

Im Zuge seines aktuellen Ausbauprogramms hat der Netzbetreiber eine neue LTE-Station in Treuchtlingen nahe der Bundesstraße 2 errichtet. Dadurch sollen mehrere Tausend Menschen in der Stadt und der Umgebung sowie auch Pendler zum Teil erstmals von dieser Netztechnologie profitieren, heißt es in einer Pressemitteilung.

Neben der Verbesserung des mobilen Internets soll auch die Sprachqualität bei Telefonaten steigen. "Der LTE-Standard wird in den kommenden Jahren weiterhin das Rückgrat der bundesweiten Mobilfunkinfrastruktur bilden", so der Netzbetreiber weiter. Mit der neuen Station habe das Unternehmen auch den Grundstein für einen künftigen Ausbau des Mobilfunkstandards 5G gelegt. "Denn technisch gesehen baut der 5G-Standard auf der Systemarchitektur von LTE auf, die zunächst einmal vorhanden sein muss."

Allgemein bildet Bayern derzeit einen der Schwerpunkte des Netzausbaus von Telefónica Deutschland. Das Unternehmen hat sein O₂-Mobilfunknetz im Freistaat im vergangenen Jahr mit über 1000 zusätzlichen LTE-Sendern in nahezu allen Städten und Landkreisen massiv ausgebaut, damit die Menschen insbesondere in ländlichen Regionen eine zuverlässigere Netzabdeckung, höhere mobile Datenraten und eine allgemein bessere Netzqualität haben.

Ganz freiwillig ist der Ausbau in den dünnbesiedelten Gegenden eher nicht. Denn für die Netzbetreiber gab es eine Pflicht, bis zum 31. Januar bundesweit 98 Prozent der Haushalte mit mobilem Breitband zu versorgen, also mit einer Download-Geschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Zu Jahresbeginn waren es bei O₂ nach Angaben der Bundesnetzagentur aber nur etwa 84 Prozent.

Rundum-Abdeckung in zwei Jahren?

Bis Ende 2021 müssen dann sogar 99 Prozent der Haushalte versorgt sein. Dieses Ziel will der Netzbetreiber noch in diesem Jahr erreichen und setzt dabei auch auf Kooperation mit der Konkurrenz. So sollen zusammen mit der Deutschen Telekom und Vodafone bundesweit 6000 gemeinsame Mobilfunkstandorte entstehen.

Doch nicht alle Bewohner der Gesamtgemeinde Treuchtlingen werden davon profitieren. Rund um Möhren und Gundelsheim sowie bei Auernheim klafft beispielsweise immer noch ein Loch, hier scheitert sogar der einfachste Mobilfunkempfang. Und auch ansonsten ist der Hahnenkamm ein weißer Fleck auf der bayerischen Telefónica-Karte – was allerdings kein Einzelfall ist.

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Auch bei den Betreibern Telekom und Vodafone ist der Mobilfunkempfang rund um Auernheim nach eigenen Angaben nach wie vor sehr lückenhaft. Immer wieder beschweren sich Leser unserer Zeitung auch, dass etwa am Nagelberg der Empfang oft sehr schlecht sei. Wer auf die Karte des Betreibers Vodafone sieht, erkennt dort ebenfalls einen blassen Fleck: Zwar ist ein Signalempfang möglich, aber nicht durchgehend. Hier kann es durchaus vorkommen, dass der Nagelberg durch seine Masse das Funksignal behindert.

Kein neuer Mast für Auernheim

In Auernheim wollte Vodafone schon im Jahr 2016 einen weiteren Mobilfunkmast errichten. Dort stieß der Anbieter aber auf Protest bei den Dorfbewohnern, die Unterschriften gegen den ihrer Ansicht nach zu dominanten Turm unweit des SV- Sportheims sammelten und dessen Bau verhinderten. Ein neuer Anlauf ist nach Auskunft des Stadtbauamts derzeit nicht geplant, Ende vergangenen Jahres sei aber der bestehende Mast aufgestockt worden.

"In Auernheim funktioniert das Netz außerhalb des Hauses einigermaßen, aber nicht mit vollem Empfang und hoher Geschwindigkeit", erklärt der städtische Beauftragte Michael Satzinger. Am schlechtesten sei das Treuchtlinger Mobilfunknetz dagegen nach wie vor im benachbarten Windischhausen, wo wegen der extremen Tallage überhaupt kein Signal ankommt.

Bis das neue 5G-Netz also "bis an jede Milchkanne" reicht, wie Kritiker seit einer gegenteiligen Äußerung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) fordern, wird es wohl noch einige Zeit dauern.

Informationen zur Mobilfunkabdeckung veröffentlicht auch die Bundesnetzagentur im Internet unter www.breitbandmessung.de/kartenansicht-funkloch

BENJAMIN HUCK / PATRICK SHAW E-Mail

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