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Nach 31 Jahren: Treuchtlingen neu aufgeteilt

Nach dreieinhalbjährigen Verhandlungen hat der Stadtrat den neuen Flächennutzungsplan verabschiedet - 04.11.2020 12:18 Uhr

Ist das moderne Kunst? Nein, was hier so bunt und auf den ersten Blick etwas verwirrend erscheint, ist ein Vorentwurf für den neuen Treuchtlinger Flächennutzungsplan. Die Buchstaben und verschiedenen Farben zeigen die geplante Nutzung an. Zur Orientierung: Bei dem senkrechten blauen Streifen handelt es sich um die Altmühl, die große graue Fläche in der Mitte ist die Abfüllanlage der Firma Altmühltaler.

02.10.2018 © Grafik: TB Markert


Keine erneuten Einwände gab es gegen den finalen, Anfang August nochmals zur Beteiligung der Öffentlichkeit ausgelegten Entwurf aus der Bevölkerung. "Das kann man als Einverständnis annehmen", erklärte Stadtplaner Raphael Schneider vom Planungsbüro Markert, das die Stadt seit Anfang 2017 auf dem langen Weg beraten hat.

Die vier letzten Einwände der Behörden ließ Schneider nicht gelten. So hatte die Regierung von Mittelfranken eine Neuberechnung des Wohnraumbedarfs (aktuell gut 32 Hektar Fläche mit 383 Einheiten) gefordert, weil dieser nicht dem tatsächlichen Einwohnerwachstum der Stadt entspreche. Dieses sei aber "nicht der einzige Faktor", denn es gebe auch immer mehr Singles und "Auflockerungsbedarf" für größere Wohnungen, so Schneider.


Der Flächennutzungsplan: Wie sieht Treuchtlingen in 20 Jahren aus?


Die Untere Naturschutzbehörde hatte zudem zwar begrüßt, dass der Stadtrat die geplante Neubaufläche oberhalb des Treuchtlinger Friedhofs wegen der "bandartigen Siedlungsentwicklung" reduziert hat. Die entsprechende Ausweisung lehne man aber "wegen der hohen Qualität der Fläche" trotzdem ab. "Das ist eine der wenigen Flächen, die noch frei sind, und sie würde den Bestand abrunden", widersprach Schneider. Angesichts der beengten Lage Treuchtlingens sei dies stärker zu gewichten. Bei einer verbindlichen Bauleitplanung gebe es ohnehin nochmals eine naturschutzfachliche Prüfung.

Alternativlose Gewerbeflächen

Beim geplanten Neubaugebiet in Wettelsheim hatten sowohl Regierung als auch Naturschutz moniert, dass diese im Landschaftsschutzgebiet liege und keine Ausgleichsfläche vorgesehen sei. Dies sei gerade in Vorbereitung, entgegnete Schneider.


Treuchtlinger Flächennutzungsplan geht in entscheidende Phase


Und bei der neuen Gewerbefläche zwischen Staatsstraße, Bahn und Altmühl nördlich von Wettelsheim, deren Lage im Überschwemmungs- und landwirtschaftlichen Vorbehaltsgebiet die beiden Ämter kritisiert hatten, verwies der Planer schließlich erneut auf die geografische Alternativlosigkeit: "In Treuchtlingen gibt es kaum noch größere zusammenhängende Gewerbeflächen. Wenn Sie die kleineren Dörfer nicht belasten wollen, kommt nur Wettelsheim in Frage", erklärte er den Ratsmitgliedern.

"Froh, dass wir diesen Marathon hinter uns haben", zeigten sich alle Stadtratsfraktionen nach der finalen Zustimmung. Es sei "schwer, aus unserer Topografie was G’scheits zu machen."

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