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Naturpark Altmühltal setzt auf Inlandstouristen

Corona-Lockdown lässt Übernachtungszahlen zusammenschrumpfen - 20.07.2020 05:57 Uhr

Der Naturpark Altmühltal hat Berufsfotografen engagiert, um die Heimat für Touristen in Szene zu setzen. Auch am Karlsgraben (unser Foto) und in Treuchtlingen waren die Profis unterwegs, um Bilder für Werbematerialien und das Internet zu erstellen.

17.07.2020 © Foto: Dietmar Denger/Naturpark Altmühltal


Für den Tourismusverband Naturpark Altmühltal liegen Fluch und Segen nah beieinander. Zum einen kann die Organisation der Gemeinden und Landkreise der Region auf ein sehr gutes Jahr 2019 zurückblicken. Auf der anderen Seite ist heuer der Rückgang der Übernachtungszahlen dramatisch, wie der Geschäftsführer des Verbands, Christoph Würflein, bei der Jahresversammlung in der Treuchtlinger Stadthalle berichtete.

So liegen die Übernachtungen im Mai 2020 knapp 85 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres, so wie in ganz Bayern (weitere Zahlen siehe Infokasten). Seit Jahresbeginn sind wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Schließungen die Übernachtungen um 57 Prozent zurückgegangen.

Von Mitte März bis Ende Mai blieben die Gäste fast komplett aus, währenddessen ging der Tourismusverband mit Werbung aber kräftig in die Offensive. Viele Menschen können oder wollen heuer nicht ins Ausland reisen, auf diese Zielgruppe möchten die Verantwortlichen setzen und sie ins Altmühltal locken – und so vom Angebot überzeugen, damit sie auch im nächsten Jahr wieder kommen. Die Vermarktung wird dabei immer professioneller.

Über das Soziale Netzwerk Instagram beispielsweise werden Fotos verbreitet, die das Altmühltal in ein besonderes Licht rücken. So werden etwa Blogger aufmerksam, die ansonsten um die Welt reisen und nun Deutschland neu für sich entdecken. Hinzu kommt die Berichterstattung in überregionalen Medien, die nach Zielen suchen, die ohne Probleme zu erreichen sind.

Betroffenen Branchen helfen

Um diese Gäste müssen sich die Gemeinden kümmern, denn sie sorgen auch für Umsatz in der Gastronomie und den Beherbergungsbetrieben, die mit am schwersten von der Krise betroffen sind, sagte der neue Vorsitzende des Tourismusverbands, Alexander Anetsberger. Der Landrat von Eichstätt wurde bei der Versammlung als Nachfolger von Anton Knapp gewählt, der den Verband nun zwölf Jahre geführt hat.

Die Gäste strömten seit ein paar Wochen wieder zahlreich ins Altmühltal, so zahlreich, dass sich die Verantwortlichen auch Alternativen überlegen müssen. Denn an besonders bekannten Stellen, etwa dem Panoramawanderweg, ist mitunter viel los.

Das hat der Tourismusverband ebenfalls im Blick, wenn es etwa um die Planung von neuen Radstrecken geht. Bislang waren vor allem lange Routen beliebt, bei denen die Gäste in mehreren Orten an einer Strecke übernachten. Mit dem Aufkommen von Elektrorädern seien Steigungen allerdings kein Problem – weshalb nun verstärkt auf Rundtouren gesetzt wird. Auch, weil es die Kunden bevorzugen, an einem Ort mehrere Nächte zu verbringen, sei es im Hotel, in einem Fremdenzimmer oder im eigenen Wohnmobil.

Das für das laufende Jahr vorgesehen Schwerpunktthema Radwandern soll deshalb noch 2021 verfolgt werden, wenn der Naturpark möglicherweise wieder auf Messen für sich werben kann. Neben dem Altmühltal-Radweg als Klassiker sollen neue Routen dazukommen, diese Rundtouren nutzen dann nur einen Teil der Trassen und erschließen Dörfer, die sonst nicht so im Blickfeld stehen.

Start- und Zielpunkt ist immer ein Ort mit Bahnhof, etwa Treuchtlingen, damit die Gäste dann auch umweltschonend Anreisen können. Das klappt aber noch nicht überall, so kann für Kinding, das zwar gut gelegen ist, nicht mit dem Bahnanschluss geworben werden, da in den Zügen in der Regel nicht genügend Platz für Fahrräder ist.

Für den sonstigen Unterhalt der Wege und Anlagen sind die Mitgliedsvereine des Verbands zuständig. Sie zahlen einen jährlichen Beitrag, der sich an den Übernachtungszahlen des vorvergangenen Jahr bemisst, für 2021 sind das 105 000 Euro. Da die Übernachtungen heuer stark zurückgehen, könnte für 2022 auch eine weitere Umlage fällig werden. Geschäftsführer Würflein appellierte an die Kommunen, sich um die Infrastruktur zu kümmern: "Wir brauchen jemanden, der einen Pfosten setzt und nach dem Zustand der Strecken schaut."

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