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Neue Senefelder-Schule: Finanziell im Blindflug

Der Zweckverband der Treuchtlinger Gesamtschule hat den Haushalt für 2020 verabschiedet - 22.03.2020 16:18 Uhr

Falls dem Zweckverband die Corona-Krise nicht erneut einen Strich durch die Rechnung macht, geht es heuer wieder voran auf der Baustelle der neuen Treuchtlinger Senefelder-Schule. Wie viel mehr als anfangs geplant der Neubau nach eineinhalb Jahren Baustopp und umfangreichen Mängelbeseitigungen am Ende kosten wird, kann laut Landrat Gerhard Wägemann "im Moment keiner sagen".


Unter anderem steigt in dem im vergangenen Herbst vorberatenen Zahlenwerk der Etat für technische Anlagen, da ab Mitte dieses Jahres Parallelbetrieb im Altbau und dem erstem neuen Bauabschnitt herrscht. Laut Zweckverbands-Geschäftsführer Martin Klischat wird dieser Posten künftig ebenso weiter wachsen wie die Energiekosten, so lange die alte Heizung und der neue Nahwärmeanschluss gleichzeitig laufen.

Die Verbandsumlage für den laufenden Betrieb des Schulhauses steigt um rund 38.000 auf 1,51 Millionen Euro. Beim Schulbetrieb schlägt der Schwimmunterricht zu Buche, der dieses Schuljahr nach zwei Jahren Pause wieder aufgenommen wurde. Die Schülerbeförderung kostet die Kommunen 22.000 Euro weniger, teils allerdings zu Lasten des Kreises. Stolze 140.000 Euro veranschlagt der Etat für das "Digitalbudget".

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Rundgang durch den Fachraumtrakt der neuen Senefelder-Schule

Die Arbeiten am ersten Bauabschnitt der neuen Treuchtlinger Senefelder-Schule gehen dem Ende entgegen.


Für Teil zwei des Schulneubaus stehen im Haushalt mehr als drei Millionen Euro sowie im Finanzplan je 1,9 Millionen für die beiden nächsten und je 3,3 Millionen für die zwei Folgejahre zur Verfügung. "Ich würde mich lieber in weiter fertiggestellten Gebäuden damit befassen", bedauerte Treuchtlingens Bürgermeister Werner Baum bei der Verabschiedung des Zahlenwerks. "Jeder Monat kostet uns Geld." Unter anderem sei kürzlich offenbar ein Klassenzimmer unter Wasser gestanden, weil ein Dachfenster offen stand. "Das tut dem Verband und den Kommunen finanziell weh", so Baum.

Wie viel mehr als beim Spatenstich im Sommer 2016 geplant der Neubau nach eineinhalb Jahren Baustopp, den umfangreichen Mängelbeseitigungen und dem andauernden Rechtsstreit am Ende kosten wird, "kann im Moment keiner sagen", räumte Landrat Gerhard Wägemann ein. Immerhin werde der Freistaat im Zuge eines vom Zweckverband wohlweislich verschobenen Förderantrags einen Teil der Mehrkosten berücksichtigen. Außerdem sei der vorzeitige Baubeginn für die neue Sporthalle in trockenen Tüchern. "Wichtig ist, dass uns trotz der Verzögerung unser hoher Fördersatz erhalten bleibt", so Wägemann.

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