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Dienstag, 13.04.2021

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Nichts für Langschläfer: So kommt die Zeitung ins Haus

Seit 40 Jahren trägt Rosemarie Oeder in Osterdorf den Treuchtlinger Kurier aus - 10.03.2021 12:18 Uhr

Rosemarie Oeder bei ihrer Arbeit in Osterdorf.

09.03.2021 © privat


67 Briefkästen befüllt Rosemarie Oeder jeden Morgen, mehr als 300 Mal im Jahr. Und das meist ungesehen, wenn ganz Osterdorf noch schläft. Seit vier Jahrzehnten ist die 61-Jährige Zustellerin des Treuchtlinger Kuriers in dem Pappenheimer Ortsteil.

Schon Stunden vor dem ersten Sonnenstrahl erwacht Rosemarie Oeder und hört den Motor des Zeitungsfahrers vor ihrem Fenster. Wenn sie sich dann angezogen hat und ihr Tag beginnt, ist dieser längst wieder verschwunden.


Frische Luft am frühen Morgen: So arbeiten unsere Zusteller


Oeder verlässt frühmorgens ihr Heim, um ein paar Dutzend Osterdorfer mit den täglichen Nachrichten zu versorgen. Egal ob es schneit, stürmt oder glatt ist – sie ist an jedem dieser Tage zuständig. Dabei hätte sich die Osterdorferin selbst nicht vorstellen können, dass sie so lange dabeibleibt. Denn in den Beruf der Zustellerin ist sie eher zufällig geraten.

Ein Job für Frühaufsteher

1981 war Rosemarie Oeder gerade 21 Jahre alt und kümmerte sich zu Hause um ihr Baby, als die damalige Zustellerin für Osterdorf schwer erkrankte. Irgendjemand aus dem Ort trat damals an sie heran, und sie vertrat die Erkrankte testweise für vier Wochen. Letztlich blieb sie dabei, und die Tätigkeit, die sie täglich ab 5 Uhr morgens etwa eine Stunde lang ausübt, sollte ihr Leben prägen.


125 Jahre: Der Treuchtlinger Kurier feierte Geburtstag


Viele Jahre lang stand Rosemarie Oeder auf, trug die Zeitungen aus, weckte die Kinder, brachte diese in den Kindergarten oder zur Schule und fuhr anschließend direkt in den Supermarkt, in dem sie seit 30 Jahren ebenfalls arbeitet. Für sie als Frühaufsteherin ist es ein Gefühl von Freiheit, so früh am Tag schon auf den Straßen unterwegs zu sein. "Ich liebe diese Luft und diese Ruhe in der Früh – und selbst den Schnee im Winter", erklärt Oeder. Aktiv zu sein, habe sie wohl auch über all die Jahre hinweg fit gehalten.

Dabei hat die 61-Jährige es nie eingesehen, wegen der Arbeit zurückzustecken: "An Weiberfasching habe ich dann eben bis zum Austragen durchgemacht", sagt sie – früher nach Hause gegangen ist sie deshalb nie. Heute hilft ihr Mann ab und zu aus, er hat genau wie sie Gefallen an der Tätigkeit gefunden.


NN und NZ: Die ungleichen Schwestern


Von nicht geräumten Hofeinfahrten und dem Austragen im Sturm können beide Eheleute ein Lied singen. Oder darüber, wie es ist, wenn man sich beim Zusammenrollen der Zeitung derart beeilen muss, damit das Papier nicht durchnässt. Die meiste Zeit habe die Arbeit aber sogar eher eine beruhigende Wirkung auf sie, die beide nicht missen möchten. So lange es geht, möchte Rosemarie Oeder daher als Zustellerin weitermachen.

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