Haushalt der Stadt

Rechenschaftsbericht: "Kein gutes Jahr für Treuchtlingen"

18.7.2021, 07:01 Uhr
Die Altmühltherme habe die wirtschaftliche Situation 2020 sehr belastet.

Die Altmühltherme habe die wirtschaftliche Situation 2020 sehr belastet. © Foto: Altmühltherme

"Das Rechnungsergebnis 2020 schließt besser ab als im Haushaltsplan veranschlagt": So schreibt es Treuchtlingens Kämmerer Dominik Wenzel in seinem Rechenschaftsbericht, der dem Stadtrat bei seiner jüngsten Sitzung in der Stadthalle im neuen Gewand präsentiert wurde. Warum er die Zahlen trotzdem mit einer gewissen Skepsis betrachtet, erläuterte er dem Gremium im Anschluss.

So sei die gegenüber dem Ansatz zu verzeichnende Steigerung des Verwaltungshaushalts um neun Prozent auf 29,08 Millionen Euro vor allem einer kräftigen Finanzspritze zu verdanken: Fast drei Millionen Euro bekam die Stadt nämlich als Gewerbesteuerausgleich vom Staat. Anders sieht die Lage beim Vermögenshaushalt aus: Hier blieb man um zwei Prozent hinter dem Planansatz zurück und landete so bei 15,14 Millionen.

Dies sei Verzögerungen bei einzelnen Baumaßnahmen geschuldet, wie der Kämmerer betonte. Gegenüber 2019 bedeutet das Ergebnis aber immer noch eine satte Steigerung um fast die Hälfte, was von einer regen Investitionstätigkeit zeuge: "Es ist 2020 viel passiert – und alles gleichzeitig! Heuer wird es auf diesem hohen Niveau weitergehen". Entsprechend groß sei der Finanzierungsbedarf.

Therme sorgt für Kopfzerbrechen

Eine knappe Million sei zwar vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt geflossen, "aber am Ende dieses Jahres werden Sie diese Zahl auf der Ausgabenseite wiedersehen", machte der Stadtkämmerer deutlich.

Etwas im Magen liegt ihm auch, dass trotz der staatlichen Unterstützung keine wesentliche Verbesserung des Schuldenstands erreicht werden konnte. Der Berg ist nur um vier Prozent auf 28,6 Millionen Euro abgeschmolzen.

Die Altmühltherme habe die wirtschaftliche Situation 2020 sehr belastet. Nach der umfangreichen Modernisierung und langen Schließzeiten "wollten wir eigentlich mit einem großen Knall neu durchstarten", so Wenzel.

Doch Corona legte sich quer. "Sogar die Werbung musste eingestellt werden, um nicht zu viele Besucher anzulocken", erläuterte er die schmerzlichen Folgen der Vorgaben. Hier habe der Staat keine helfende Hand gereicht. Über die kommunalen Bäder sei "kein großes Füllhorn" ausgegossen worden. Im Gegenteil: Sie wurden mit dem Verweis auf den Gewerbesteuerausgleich von vielen Hilfsprogrammen ausgeschlossen.

"Es war kein gutes Jahr für die Stadt", lautete das Fazit des Kämmerers. Zudem sei es bezüglich der weiteren Schuldenentwicklung "bedenklich, wo die Reise hingeht."

Förderquote lockt

Zumindest was eine Finanzhilfe für die Therme angeht, hoffe man jetzt "auf ein politisches Signal", so Bürgermeisterin Kristina Becker (CSU). Wenzel macht sich derweil auf die Suche nach weiteren Förderoptionen. Ein Sonderfonds des Freistaats nennt sich etwa "Innenstädte beleben".

Hier locken 80 Prozent Förderquote. Mit den Mitteln des Programms könnten etwa der Projektfonds Innenstadtentwicklung gespeist oder das Thema Citymanager neu belebt werden. Die Schaffung eines neuen Orientierungssystems, bauliche Maßnahmen zur Verlegung des Wochenmarktes oder die Umgestaltung des ehemaligen EDEKA-Marktes seien ebenso Kandidaten für diesen Fördertopf.

Keine Kommentare