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Montag, 20.05.2019

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Rechtzeitig Betrug gerochen: Mietschwindel in Möhren

Besitzer einer Ferienwohnung erhielten dubioses Schreiben – Bundesweit Fälle bekannt - 18.01.2019 12:17 Uhr

Schecks sind in Deutschland als Zahlungsmittel aus der Mode gekommen. Doch Betrüger versuchen damit ihr Glück, so wie unlängst im Treuchtlinger Ortsteil Möhren. © TK-Archiv/Ferdinand Ostrop/dpa


Vor einigen Tagen erhielten Sabine und Rudi Doris eine E-Mail von einem gewissen Steve Anderson aus England. Der Mann gab an, im Februar für zehn Tage in Möhren eine Wohnung für mehrere Personen mieten zu wollen. Familie Doris willigte ein und bekam sogar eine Liste der Übernachtungsgäste – sowie einen Brief mit einem Scheck.

Die Summe auf dem Zahlungsmittel war zur Überraschung der Familie viel zu hoch – mit umgerechnet 4600 Euro betrug sie ein Mehrfaches des Mietpreises. Familie Doris bestätigte dem Engländer die Ankunft des Schecks und wollte wissen, warum die Summe so hoch sei. Die Auskunft des vermeintlichen Kunden: Die Gäste hätten vor Ort ja auch Ausgaben, und diese würden dann mit dem Scheck gedeckt.

Darauf wollten sich die Möhrener jedoch nicht einlassen und bestanden auf eine Zahlung per Überweisung. Den Scheck wollten sie mit der Post zurückschicken, erhielten aber keine Antwort mehr von ihrem Gegenüber.

„Ich gehe mal davon aus, dass der Scheck wohl nicht gedeckt ist und ich dann auf den Kosten sitzengeblieben wäre“, vermuten die Eheleute Doris. „Möglich, dass der das auch bei anderen Vermietern probieren wird oder bereits probiert hat.“

Im Internet kein Unbekannter

Die Vermutung der beiden Möhrener ist nicht ganz unberechtigt: In diversen Internetforen wird vor einem „Steve Anderson“ gewarnt, der auch anderen Ferienwohnungsbesitzern schon Schecks geschickt habe, die sich bei genauem Hinsehen als Fälschung oder nicht gedeckt herausgestellt hätten. Alternativ geben die Absender aus dem Ausland auch andere Namen an, die Masche ist aber dieselbe – und kann teuer enden.

So ist es laut dem Vermieter-Blog „ferienwohnungen.de“ auch schon vorgekommen, dass der Absender gebeten habe, den restlichen Betrag auf ein noch zu benennendes Konto zurück zu überwiesen, angeblich für den Organisator der Reise. Dieser sollte damit weitere Kosten wie einen Mietwagen oder ähnliches bezahlen.

Wird der Scheck bei einer Bank eingereicht, erhält der Vermieter den genannten Betrag auch zunächst gutgeschrieben. „Dann aber platzt der Scheck wegen mangelnder Deckung des Kontos, und der komplette Betrag wird vom Konto des Vermieters zurückgebucht“, warnt der Blog ferienwohnungen.de. „Der geschädigte Vermieter hat in diesem Fall nicht nur kein Geld erhalten, sondern auch noch Geld an den Betrüger gezahlt.“

Familie Doris ist nicht auf den Betrug hereingefallen. Außerdem ist ihr eines eh am liebsten: eine Anzahlung per Überweisung und den Rest dann in bar bei der Schlüsselübergabe. 

Benjamin Huck Treuchtlinger Kurier E-Mail

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