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Rückkehr: Treuchtlinger Realschule hat neuen Chef

Der frühere Schüler Stefan Burzler ist als Realschulleiter zurück an der Senefelder-Schule - 13.11.2019 12:18 Uhr

Stefan Burzler (links) wurde in sein neues Amt als Realschulleiter der Treuchtlinger Senefelder-Schule eingeführt. Vom Ministerialbeauftragten der Realschulen in Mittelfranken, Michael Schmidt (rechts), erhielt er die Ernennungsurkunde. © Benjamin Huck


Aufgewachsen ist Burzler in Solnhofen, nach der Grundschule kommt er auf die Hauptschule der "Sene". Doch seine Lehrer wissen dort bald nichts mehr mit ihm anzufangen gewusst, blickt der 41-Jährige zurück. Also schicken ihn seine Eltern zum Halbjahreswechsel der fünften Klasse ans Gymnasium, wo er schließlich auch sein Abitur ablegt.

Zum Zivildienst geht es ins Haus Altmühltal nach Pappenheim, danach beginnt die Reise durch die Bildungseinrichtungen Mittelfrankens. Erste Station ist die Universität Erlangen-Nürnberg, wo Burzler von 1999 bis 2005 Mathematik- und Physiklehramt für Realschulen studiert. Mit "hervorragenden Noten", so Ministerialdirektor Michael Schmidt, kommt er anschließend an die Seminarschule nach Ansbach und die Realschule nach Weißenburg, wo er sein Referendariat absolviert und auch gleich eine Planstelle erhält.

Aktiv in der Weiterbildung

In der Kreisstadt wird Burzler Referent für digitale Lehrmedien und arbeitet in der Lehrerfortbildung. In München schreibt er am landesweiten Lehrplan für Physik mit. 2015 wechselt er für ein Jahr an die Realschule nach Wemding, wo Burzler zweiter Konrektor ist, um ein Jahr später als stellvertretender Schulleiter wieder nach Weißenburg zurückzukehren. Im August 2019 schließt sich dann der Kreis, und Burzler übernimmt die Realschulleitung sowie die stellvertretende Gesamteitung der "Sene" von Angelika Gräbner, die seit Februar im Ruhestand ist.

Bei der Einführung lobt Ministerialdirektor Schmidt den "Neuen" für sein ruhiges Wesen und dafür, dass ihm die Zusammenarbeit mit den Kollegen am Herzen liege. Er sei in der Lage, Verantwortung zu Übernehmen, um die Kinder und Jugendlichen zukunftsfähig zu machen. "Bildung ist die Voraussetzung für die Lösung der Probleme von morgen", so Schmidt – vor allem mit Blick auf die Entwicklung, dass die heutigen Fünftklässler voraussichtlich bis zum Jahr 2075 arbeiten müssen.

Zu den Herausforderungen gehören dabei dem Ministerialdirektor zufolge die Förderung von (selbst-) kritischem Denken, das Vermitteln von Dialog- und Konsensfähigkeit sowie der sichere Umgang mit den technischen Entwicklungen der sich ständig verändernden Welt. Gerade mit letzterem habe Burzler viel Erfahrung und könne die Schule voranbringen. Um die Wegstrecke zu meistern, sei eine gute Einteilung der Kräfte wichtig. Doch der leidenschaftliche Rennradfahrer habe da durchaus gute Karten, so Schmidt. Trotz allen Engagements solle er sich genug Zeit für sein anderes Hobby nehmen, das Musizieren – und vor allem für seine Frau und seine Tochter.

"Nicht viel verändert"

Denen gilt auch der Dank des neuen Realschulleiters selbst. Vor 31 Jahre habe seine Schulkarriere an der "Sene" ihren Anfang genommen, so Burzler in seiner Antrittsrede. Viel geändert habe sich nicht, urteilt er in Anspielung auf das Aussehen des Altbaus. Sogar einige Lehrer von früher seien immer noch im Dienst. Er schätze das einzigartige Miteinander an der Schule und die Durchlässigkeit zwischen den Schularten, die mancher auch als Makel ansehe. Für Burzler ist das jedoch eine Stärke.

Bei seiner Vorgängerin Angelika Gräbner, die ihm eine gute Schule hinterlassen habe, bedankt sich der 41-Jährige ebenso wie beim Kollegium, der Verwaltung und dem Hausmeister, von denen er warm empfangen worden sei. Doch vor allem lägen ihm die Schüler am Herzen, die in Treuchtlingen auch in vielen Wahlfächern und Arbeitsgemeinschaften aktiv seien. Ebenso aktiv seien die Kollegen, die mit Herzblut bei der Sache seien – vielleicht, weil es ihnen ihre einstigen Lehrer vorgelebt hätten. Denn noch eine weitere Besonderheit zeichne die Senefelder-Schule aus, so Burzler: "Viele ehemalige Schüler sind inzwischen selbst im Kollegium tätig." Der 41-Jährige gehört nun auch dazu.

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