Samstag, 07.12.2019

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Schambach: Friedhof lieblos, Kindergarten zu heiß

Wildwuchs auf dem Gottesacker, fehlender Sonnenschutz in der Kita und Raser auf den Ortsstraßen waren die Hauptthemen bei der Bürgerversammlung - 03.04.2019 06:04 Uhr

Der Zustand des Schambacher Friedhofs war eines der Hauptthemen bei der Bürgerversammlung in Schambach – hier das Urnengräberfeld, das nach Meinung mehrerer Dorfbewohner plan- und lieblos angelegt wurde. Die freien Grabstellen zwischen Sitzbank und Kapelle seien deshalb mittlerweile unattraktiv. © Patrick Shaw


So beklagten sich mehrere Bürger über den optischen Zustand des Friedhofs. Zwischen den Gräberreihen sollen zu viele und zu wuchtige He­cken wachsen, die mit ihren Wurzeln teils die Beete auf den Gräbern zerstören würden. Außerdem wirke das Umfeld ungepflegt, an der Friedhofsmauer wuchern im Sommer Flieder und Brennnesseln, ein Teil der Wurzeln beschädige die Mauer. Vor dem Tor seien manche Pflastersteine kaputt, was vor allem Menschen das Leben erschwere, die nicht mehr gut zu Fuß sind.

Bürgermeister Werner Baum sagte zu, die Punkte mit den Bauhof-Gärtnern zu besprechen. Diese sollen sich demnächst mit dem Ortsausschuss, dem Kirchenvorstand und interessierten Bürgern auf dem Friedhof treffen, um die Maßnahmen abzustimmen. Ein Bürger regte noch an, statt des großen Containers für Abfälle aller Art mehrere kleine aufzustellen, um Grünschnitt von abgebrannten Plas­tik-Grablichtern zu trennen. Auch dies ist laut Baum kein Problem, schließlich gebe es ein solches System bereits auf dem Treuchtlinger Friedhof.

Lehren aus dem Kita-Betrieb

Außerdem hakt es im neuen Kindergarten. Pfarrer Günther Gagesch, dessen Kirchengemeinde die Einrichtung betreibt, wünscht sich von der Stadt als Eigentümerin des Gebäudes einen besseren Sonnenschutz. Eine große Wand in südlicher Richtung heize den Bau im Sommer schnell auf. Bei einem Ortstermin möchte die Verwaltung den in Frage kommenden Sonnenschutz prüfen. „Das ist normal bei einem Neubau, erst nachdem er in Betrieb ist, weiß man, wo es hakt“, so Baum.

Ein weiterer Knackpunkt ist der Garten rund um das im Juli 2017 fertiggestellte Gebäude. Dort seien noch Arbeiten nötig, damit die Kinder ihn zum Herumtollen nutzen können. Das soll möglichst bald angegangen werden, Baum rechnet mit einer Fertigstellung bis Ende Mai.

Für die Schambacher Eltern gibt es auch eine erfreuliche Nachricht: Die Stadt bekennt sich nicht nur zum Erhalt der Dorfschule, die momentan knapp 50 Jungen und Mädchen besuchen – mehr noch: Ab dem Schuljahreswechsel im September wird es dort auch eine Mittagsbetreuung geben.

Brenzlige Verkehrssituationen

Zum Thema „Raser“ präsentierte Bürgermeister Baum die Ergebnisse einer Langzeitgeschwindigkeitsmessung. Von Mitte November bis Mitte Januar stand an der Ortsdurchgangsstraße aus Richtung Suffersheim kommend ein Messgerät. Durchschnittlich 552 Fahrzeuge fuhren pro Tag daran vorbei, die meisten hielten sich an das Limit von 50 Kilometern pro Stunde. Lediglich acht Prozent waren in dem Zeitraum zu schnell unterwegs, der Spitzenreiter mit Tempo 87.

Die Bürger machten in der Versammlung jedoch gleich zwei weitere Geschwindigkeitsbrennpunkte aus. So werde auf der Durchgangsstraße auch in die andere Richtung zu schnell gefahren. Ein findiger Anwohner hat deshalb einen Starenkasten aufgestellt, der manche Verkehrsteilnehmer zum Abbremsen bringe. Ein Bürger schlug vor, das Ortsschild zu versetzen.

Denselben Wunsch hatte eine Bürgerin auch für die Straße an der Unteren Papiermühle in Richtung Dettenheim. Die Raser würden an unübersichtlichen Stellen und vor allem im Bereich des Tunnels unter der B 2 immer wieder für brenzlige Situationen sorgen. „Viele Autofahrer rechnen nicht damit, dass Spaziergänger oder Radfahrer dort unterwegs sind“, so die Anwohnerin. Rathauschef Baum versprach, die Stelle bei der nächsten Verkehrsschau zusammen mit der Polizei zu begutachten.

Für Kopfschütteln sorgt weiterhin das Stoppschild an der B 2-Auffahrt in Richtung Weißenburg, wo es fast wöchentlich zu Auffahrunfällen kommt. Ob man dieses nicht durch ein einfaches „Vorfahrt-gewähren“-Schild austauschen könne, wollte ein Bürger wissen. Schließlich werde es sowieso von vielen missachtet. Bürgermeister Baum gestand ein, den Sinn des Schilds an dieser Stelle ebenfalls nicht zu verstehen. Da es sich jedoch um eine Bundesstraße handle, sei das staatliche Bauamt in Ansbach für die Beschilderung zuständig. „Dieses hat bereits auf Anfrage erklärt, dass es das Schild nicht ändern wird“, so Baum. Ihm seien damit die Hände gebunden.

Im Dorf ist´s mitunter dunkel

Seit einigen Wochen spielen überdies die Straßenlaternen in Schambach verrückt. An manchen Abenden ist ein Straßenzug komplett dunkel, am Tag darauf betrifft es eine andere Straße. Eine Bürgerin hat dies auch an die Verwaltung gemeldet, jedoch ohne Erfolg. Mathias Ersfeld als Vertreter der Stadtwerke sagte, dass er erst am Montagmorgen von dem Defekt erfahren habe. Seitdem sei auch ein Technikertrupp unterwegs. Er gehe davon aus, dass die Störung bis zum Ende der Woche behoben sein wird.

Außerdem gab der Stadtwerke-Mitarbeiter bekannt, dass die Schambacher Wasserversorgung wohl in zwei bis drei Monaten an die Fernleitung aus dem Donau-Lech-Gebiet angeschlossen wird. Bis zum endgültigen Anschluss sind derzeit noch Arbeiten am Hochbehälter Nagelberg nötig.

Nicht mehr in Ordnung sei der Straßenbelag in der Burggasse, monierten mehrere Bürger. Rathauschef Baum sagte, dass die Stadt das Thema auf dem Schirm habe und dort eine neue Technik ausprobieren wolle, um die Löcher zu stopfen und eine ebene Straßendecke herzustellen.

Winterdienst in Grenzen

Von verschiedenen Seiten gab es zudem Kritik am Winterdienst. Dieser räume etwa die Herrengasse nur zum Teil und wende dann, statt komplett durch die ringförmige Straße zu fahren. Außerdem werde manchmal schon bei ein paar Zentimetern Schnee geräumt, was unnötig sei. Beides will Bürgermeister Baum mit dem zuständigen Dienstleister besprechen. Es gebe die Vorgabe, auf ebenen Straßen erst ab einer Schneehöhe von acht Zentimetern zu räumen.

Ärger von Seiten der Bürger gab es auch über im Winter nicht geräumte Treppen, an denen ein Schild explizit darauf hinweist, dass es keinen Winterdienst gibt. Warum das so sei, wollte ein Dorfbewohner wissen. Rathauschef Baum sprach von einem Kapazitätsproblem, es gebe nicht genug Personal, um alle kleinen Wege freizuhalten. Hier seien die Bürger gefragt.

Selbes gelte beim Straßenkehren, das auf kleinen Wegen Aufgabe der Bürger sei – „und zwar bis zur Straßenmitte“, so Baum. Er wäre schon froh, wenn die Anwohner regelmäßig die Regenrinne vor ihrem Grundstück freihielten. Ab diesem Jahr werde zusätzlich der Bauhof mit einer Kehrmaschine die großen Straßen säubern.

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